Pyrenäen_SA

Myrabella / Wikimedia Commons Lake Gentau reflecting the Pic du Midi d’Ossau (Pyrénées-Atlantiques, France)

1. Einleitung

1.1. Problemstellung und Zielsetzung

Im Rahmen des Masterseminars Romanistisches Baisiswissen im Linked Open Data wurde die onomasiologische Inventarisierung des Konzepts milchwirtschaft in verschiedenen Gebirgsregionen der Romania angestrebt. Der vorliegende Beitrag behandelt die Pyrenäenregion, wobei (aus forschungspraktischen Gründen) die (französische) Nordseite im Vordergrund steht1Zu den weiteren im Seminar bearbeiteten Regionen s. entsprechende DH-Beiträge: Sardegna, Marche, Sicilia..

Methodische Basis bildete das interaktive Projekt VerbaAlpina2Im Folgenden meist VA abgekürzt.. Die präzise *georeferentielle* Zuordnung von Konzeptbezeichnungen3In der VA-Terminologie bzw. im vorliegenden Beitrag wird der Ausdruck Beleg oft synonym dazu verwendet. ist im Rahmen von VA Grundvoraussetzung für die Verwendung von einschlägigen Quellen (meist Sprachatlanten) und galt dementsprechend auch für die geolinguistische Praxis im Seminar.

Es wurde zunächst eine Liste von zehn Konzepten aus dem Bereich Milchverarbeitung i.w.S. festgelegt, welche von allen Seminarteilnehmern4Im vorliegenden Text gilt: Grammatikalische Genera sind prinzipiell nicht geschlechterspezifisch zu verstehen, sondern werden im Gegenteil nach dem Prinzip der Irrelevantsetzung von Geschlechtern verwendet (vgl. Schröter u.a. 2012, 375). für je einen geographischen Raum5Sardinien, Sizilien, Marken, Pyrenäen. inventarisiert und kommentiert werden sollte. Die Auswahl der einzelnen Konzepte erfolgte arbiträr zum Zweck der exemplarischen Datensammlung und -strukturierung. Belege (d.h. an den entsprechenden Erhebungspunkten verwendete Bezeichnungen) für diese Konzepte wurden für die jeweils fokussierte Bergregion aus Sprachatlanten transkribiert und anschließend typisiert (d.h. lexikologisch gruppiert bzw. ‚lemmatisiert‘) sowie in einer Datenbank gespeichert. Transkription und Speicherung in der DB konnten nur in denjenigen Fällen erfolgen, wo das Kartenmaterial in VerbaAlpina bereits digital verfügbar war, während die Typisierung anderweitig vorgefundener Belege auch unabhängig davon möglich war6Z.B. tabellarisch im jeweiligen Seminar-Beitrag.. Solche ‚losen‘ Daten können bei Bedarf nachträglich in VA integriert und/oder für künftige Untersuchungen vergleichend herangezogen werden.

Übergeordnetes linguistisches Ziel des Seminars war die auf zehn Konzepte beschränkte Anwendung der VA-Methoden zur Untersuchung der Sprachgebrauchs-Beziehungen verschiedener Bergregionen (im vorliegenden Fall der Vergleich zwischen der Pyrenäenregion mit den übrigen in VerbaAlpina bzw. im Seminar erfassten Gebieten), genauer gesagt der arealen Verteilung lexikalischer Besonderheiten und Gemeinsamkeiten im bergbäuerlichen Kontext. Wichtig war daneben der methodologische Mehrwert der exemplarischen Auswertung der Daten zu den zehn gewählten Konzepten. Konzeptionelle und technische Problemstellungen, die sich im Zuge der individuellen Bearbeitung ergaben, wurden in den Seminar-Sitzungen fortlaufend ausgetauscht und erörtert.

1.2. Rahmeninformationen

1.2.1. Pyrenäen

Die Pyrenäen sind ein ca. 400 km langer und max. 100 km breiter Gebirgszug; sie befinden sich je nach Teilgebiet in Frankreich, Spanien und Andorra. In Frankreich gehören 2 régions bzw. 6 départements ganz od. teilweise zur Pyrenäenregion7Quelle.: Occitanie (> Pyrénées-Orientales, Aude, Ariège, Haute-Garonne, Hautes-Pyrénées), Nouvelle Aquitaine (> Pyrénées-Atlantiques). In Spanien gehören Teile von drei Provinzen zum Pyrenäengebiet8Quelle.: País Vasco, Navarra, Aragón und Cataluña. Andorra befindet sich vollständig in den Pyrenäen.

Demnach finden sich in den Pyrenäen folgende Idiome: Französisch, Okzitanisch (inkl. Gaskonisch u. Aranesisch), Spanisch, Katalanisch, Aragonesisch und Baskisch.

1.2.2. Konzept milchverarbeitung in VerbaAlpina

Grundansicht der interaktiven VA-Karte

Durch Eingabe eines entsprechenden Suchbegriffs im Menü der interaktiven VA-Karte findet man zu allen zehn im Seminar bearbeiteten Konzepten aus dem Bereich Milchwirtschaft Einträge9Milch, Käse, Lab, Schaf, Käsekessel, Molke, Ziger, Rahm, Käseharfe, Kuh..

In der Karte abrufbare Daten sind in einer eigens dazu angelegten Datenbank (SQL) gespeichert.

1.2.3. Linked Open Data (LOD)

„Linked Open Data (LOD) bezeichnet im World Wide Web frei verfügbare Daten, die per Uniform Resource Identifier (URI) identifiziert sind und darüber direkt per HTTP abgerufen werden können und ebenfalls per URI auf andere Daten verweisen.“ (Quelle)

Die Regeln für Linked Data definierte Tim Berners-Lee folgendermaßen:

  1. All kinds of conceptual things, they have names now that start with HTTP.
  2. If I take one of these HTTP names and I look it up…I will get back some data in a standard format which is kind of useful data that somebody might like to know about that thing, about that event.
  3. When I get back that information it’s not just got somebody’s height and weight and when they were born, it’s got relationships. And when it has relationships, whenever it expresses a relationship then the other thing that it’s related to is given one of those names that starts with HTTP.

Das heißt, möglichst viele Konzepte, aber auch andere Entitäten, sollten über dauerhaft eindeutige Adressen (URI, NB den Unterschied zu DOI10Paskin 2003, 47 vergleicht beides am Bsp. Bibliothek: DOI sind wie ISBN und URI sind wie Signaturen, d.h., wenn sich der Standort des Buches ändert, bleibt die ISBN gleich. Vgl. auch Lücke/Schulz: Weil einer DOI mehrere URI zugewiesen werden können, ist die Relation URI-DOI eindeutig und nicht eineindeutig. Die Struktur von URI und URL basiert auf dem RDF-Modell, welches „eine technische Herangehensweise im Internet zur Formulierung logischer Aussagen über beliebige Dinge (Ressourcen)“ erlaubt (Quelle): Metadaten zu einer Instanz bzw. einem Objekt (mit URI) werden in einem sog. (Aussagen-)Triple formuliert, einer Trivialaussage aus Subj. + Präd. + Obj. bzw. Subjekt + 2 Prädikate. Triples sind in XML überführbar (Ergebnis: RDF-XML), aber XML ist problematisch für Umstrukturierungen. Vgl. anschauliche Erklärung zu RDF (Uni Montréal). sowie zu URL11Nur letzteres entspricht zwingend einer Adresse im Internet bzw. in einem Computernetzwerk.) identifiziert und über diese in ein webbasiertes semantisches Netzwerk12Engl. semantic web: semantische Verknüpfungen anstatt nur statistische Suche nach Treffern im Web. integriert sein (vgl. Q-IDs der Wikidata-Objekte13Zur VA-spezifischen Einbindung s. VA-Artikel zu Wikidata.), welches Inhalte nicht nur unmittelbar für den Menschen, sondern auch für maschinelle Prozesse nutzbar macht.

Normdaten sind normierte Datensätze, die Informationen zu einzelnen Entitäten enthalten und deren Aufbau sicherstellt, dass die Entitäten eindeutig identifiziert werden können (Unverwechselbarkeit mindestens in einem gegebenen (Katalogisierungs-)System, im besten Fall universal), insbesondere durch die dauerhafte Verknüpfung jeder Entität mit einer Identifikationsnummer (z.B. DOI, Wikidata-Objekt-IDs usw.). Identifikationsnummern bestehen i.d.R. aus Ziffern, die manchmal gemischt mit anderen Zeichen verwendet werden14Ein Beispiel für die Katalogisierung von prinzipiell beliebigen Entitäten anhand von normierten Daten ist die Gemeinsame Normdatei (GDN).. Im Prinzip sollte also jeder der im Seminar bzw. in VA erfassten morpholexikalischen Typen nicht nur mit einem Wikidata-Objekt verlinkt, sondern mit einer exklusiven und persistenten ID versehen werden, um als Objekt ins semantic web integriert werden zu können15Vgl. WikibaseLexeme/Data Model, wobei die Umsetzung dieser Wikibase-Extension noch am Anfang steht. Sieht man sich z.B. das Bsp. für dt. Leiter an, scheint das Potential noch wenig ausgeschöpft, auch sind Probleme wie Polysemie, Homonymie, Polygraphie usw. nicht befriedigend zu lösen, da einer lexikalischen Form eine Lexem-ID zugewiesen wird, während m.E. eher die lexikalische Einheit mit eineindeutiger Relation zwischen genau einem Ausdruck und genau einem Inhalt (einzelsprachlich!) besser dafür geeignet wäre.. Ein modellhaftes Beispiel für LOD-Vernetzung von Daten verschiedenster Art gibt die sog. Linked Open Data Cloud, u.a. mit den Bereichen Linguistik u. Geographie. Interessant ist auch, neben vielen anderen, das Projekt DBpedia, das versucht, Wikipedia-Daten für das semantic web verfügbar zu machen (Quelle).

LOD i.e.S. konnte im Rahmen des Seminars nicht geleistet werden, vielmehr ging es um einen ‚Modellversuch‘, d.h. einige Implikationen dieser Herangehensweise konkret aufzuzeigen und mögliche Wege zu ‚echter LOD‘ zu skizzieren. Im vorliegenden Beitrag sind Inhalte i.S. des LOD-Ideals möglichst gut vernetzt, die einzelnen Konzepte z.B. mit Wikidata-Einträgen verlinkt und ggf. neue Wikidata-Objekte angelegt worden. Dort, wo Objekte nicht über ein URI im Internet zugänglich sind, wurde darauf geachtet, wann immer möglich permanente Links zu verwenden, um eine möglichst langlebige Verweisstruktur zu erreichen. Wo auch dies nicht möglich war, sollen aussagekräftige Link-Titel od. Anmerkungen die langfristige Suche nach dem jeweiligen Objekt bzw. ursprünglichen Ziel erleichtern.

S. auch DH-Beitrag Open Linked Data.

1.2.3.1. FAIR data

FAIR data ist findable, accessible, interoperable und reusable. Das Akronym wurde 2016 von einem Forscherkonsortium ins Leben gerufen, um „FAIR Guiding Principles for scientific data management and stewardship“ prägnant zusammenzufassen (Quelle)16Vgl. dazu VA-Beitrag zu FAIR-Prinzipien; ausführliche Beschreibung s. go_fair_principles..

Vgl. Einleitung Lehrveranstaltung sowie VA-Beitrag FAIR-Prinzipien

2. Methode

Die im Seminar vermittelte Vorgehensweise beruht in erster Linie auf den in VerbaAlpina bereitgestellten Hilfsmitteln bzw. den dort zugrundegelegten Prinzipien und umfasst folgende Schritte:

  • Transkription
  • Tokenisierung
  • Typisierung
  • VerbaAlpina-weiter Vergleich der Ergebnisse

2.1. Transkription

Mit dem VA-Transkriptionsstool werden Belege genau so transkribiert, wie sie auf dem jeweiligen Kartenmaterial verzeichnet sind. Mit auf Betacode basierenden, VA-intern festgelegten Tastenkombinationen lassen sich nahezu alle Varianten existierender Transkriptionspraktiken (DB-adäquat) digitalisieren17Der Kodierung von dialektologischen (mitunter auch idiosynkratischen) Schreibweisen in Sprachatlanten unterschiedlichster Urheberschaft und Entstehungszeit sind zwar Grenzen gesetzt, aber der Grad an Authentizität bei der Digitalisierung in VA als sehr hoch einzustufen; hinzu kommt, dass das Ausgangsmaterial jederzeit ergänzend herangezogen werden kann.. Auf einer Karte (← Konzept/Stimulus) verzeichnete Belege (= Äußerungen/Konzeptbezeichnungen) werden auf diese Weise einzeln transkribiert und ihren Erhebungspunkten sowie dem/den entsprechenden Konzept(en) in VA zugeordnet.

→ Zur Transkription ausschließlich mit ASCII-/Tastatur-Zeichen vgl. VA-Beitrag zu Betacode.

Die Pyrenäenregion ist in VA bisher (durch ALF-Karten) ’nur‘ im französischen bzw. galloromanischen Bereich abgedeckt – in diesem Rahmen lassen sich Transkriptionen weitgehend problemlos im Transkriptionstool durchführen (vgl. Bsp.-Ansicht).

Vorhandene Daten aus Karten, die noch nicht im VA-Transkriptionstool integriert sind, können zwar nicht direkt in die VA-DB aufgenommen, aber dennoch sinnvoll gesammelt und typisiert werden. Da die Suche nach bestimmten Karten bzw. Konzepten in (gedruckten) Sprachatlanten es meist erfordert, alle Bände einzeln durchzusehen, aber auch wegen anderer praktischer Einschränkungen, hatte im Rahmen des Seminars bereits im VA-Transkriptionstool vorhandenes Kartenmaterial aus dem ALF (Pyrenäen) und dem AIS (übrige Regionen) Vorrang.

Vgl. auch VA-Beitrag Transkription

2.2. Tokenisierung

Um in der Datenbank gespeichert und weiterverwendet zu werden, müssen im TRT transkribierte Belege zunächst tokenisiert werden, d.h. transkribierte Belege bzw. bei Mehrworteinheiten deren Bestandteile, werden in leerstellenlose Listeneinträge umgewandelt. Dies geschieht innerhalb der VA-Struktur mithilfe des Tokenisierungsstools und ist nur mit entsprechender Zugriffsberechtigung möglich18Dieser Schritt erfolgte nicht durch die Seminarteilnehmer.. Damit ein Beleg hier tokenisiert werden kann, muss er im TRT zwingend einem Konzept zugeordnet worden sein.

2.3. Typisierung

Für die vorgefundenen, georeferenzierten und im Idealfall im VA-Transkriptionstool transkribierten Belege werden morpholexikalische (Grund-)Typen gesucht, nach denen diese gruppiert werden können, d.h. jeder Beleg wird einer möglichst standardisierten bzw. weit verbreiteten ‚Grundform‘ zugeordnet. Für die Typisierung d. ALF-Belege bzw. für die ganze Galloromania (z.T. auch darüber hinaus) dient v.a. das FEW (von Wartburg 1922-2001) als zuverlässige lexikographische Referenz.

Umsetzung: Mit dem VA-Typisierungstool können bereits transkribierte und tokenisierte Belege aufgerufen und entsprechend dem Ergebnis der lexikologischen/-graphischen Recherche entweder einem schon aufgeführten od. einem neu erstellten morpholexikalischen Typ (VA_Typ) zugeordnet werden. Falls ein neuer Typ eingetragen wird, gibt man die lexikographische Quelle, auf der die Typisierung basiert, möglichst genau an (vgl. Beispiel-Ansicht Typisierungstool).

Auch unabhängig vom VA-Typsierungstool lässt sich ohne weiteres eine sinnvolle Typisierung vornehmen, vorzugsweise in tabellarischer Form und unter Angabe und Verlinkung sämtlicher Quellen.

Vgl. auch VA-Beitrag Typisierung sowie technische Anleitung.

2.4. Vergleich über ganzes VA-Gebiet

Im letzten Schritt werden die durch Typisierung der transkribierten Belege gewonnenen morpholexikalischen Typen anhand der interaktiven VA-Karte mit dort bereits vorhandenen Typen in anderen Bergregionen verglichen u. in Beziehung gesetzt. Bei Eingabe eines Suchbegriffs in der Suchleiste der interaktiven VA-Karte (s. Screenshot) werden sowohl Konzepte als auch morpholexikalische Typen angezeigt; ein Vorteil der Suche über die Suchleiste ist, dass das gesuchte Element auch dann gefunden wird, wenn es als Morphem eingebunden vorliegt (Bsp. salare als Teil von insalare).

S. auch Links u. DH-Beitrag „Datenerfassung“

3. 10 Konzepte zur exemplarischen Bearbeitung

Folgende Konzepte aus dem Bereich Milchwirtschaft bzw. -verarbeitung werden i.v. Beitrag hinsichtlich ihrer Bezeichnungen in der Pyrenäenregion untersucht:

Für die Bearbeitung wird im vorliegenden Beitrag mit der Einschränkung (käse)kessel statt käsekessel gearbeitet (Näheres dazu im Kapitel selbst).

4. Sprachgeographische Quellen

Sowohl für die Nordseite als auch für die Südseite der Pyrenäen gibt es eine Fülle von Sprachatlanten, die für den vorliegenden Zweck möglichst gründlich ausgewertet wurden:

4.1. Galloromania

Die Daten des Atlas linguistique des Pyrénées orientales (Guiter 1966) konnten aufgrund fehlender Verfügbarkeit weder gesichtet noch ausgewertet werden21Bibl.-Link.

Der digitalisierte ALF als wichtigste Quelle für die Galloromania ist im Internet frei zugänglich und im VA-Transkriptionstool als Vorlage abrufbar.

4.1.1. ALF-Erhebungspunkte

→ Vgl. ALF-Karte Erhebungspunkte, Liste als Datei

Die Liste wurde nach dem Kriterium einer Mindesthöhe ü.M. von 400 m zusammengestellt und anhand ihrer Nähe zum eigentlichen Bergbauerngebiet (mind. angrenzend). Die Alpwirtschaft i.e.S. findet oberhalb der Baumgrenze statt22„El límite del bosque es aquel a partir del cual dejan de crecer árboles. En los Pirineos catalanes, lo encontramos aproximadamente entre los 2.000 y los 2.300 metros. En esta altitud encontramos la transición entre un clima subalpino, dominado por bosques de pino negro, y un clima alpino, con una vegetación limitada a especies herbáceas o matorrales.“ (Quelle); vgl. dazu VA-Beitrag., da jedoch zwischen Bergbauern und Talbewohnern ein Austausch besteht, sind nicht nur Orte relevant, die selbst (gänzlich) zu diesem Gebiet gehören23Auch die Sennen selbst halten sich meist nur einen Teil des Jahres auf der Alpe bzw. oberhalb der Baumgrenze auf.. Diese Auswahlkriterien gelten auch für die Erh.pkt. sämtlicher anderer f.d.v. Beitrag verwendeter Sprachatlanten.

Die 22 o.g. Erhebungspunkte24Hinweis: In der VA-Terminologie heißen die Erhebungspunkte „Informanten“, dementsprechend ist mit Informantennr. die Nr. des Erh.pkt. gemeint. werden bei der VA-Transkription für jede Karte der Reihe nach abgearbeitet, damit ein einheitliches, pyrenäenspezifisches Informanten-Netz für alle bearbeiteten Konzepte entsteht.

4.1.2. ALG-Erhebungspunkte

Die ALG-Daten (georeferenzierte Belege) liegen in Form der Datenbank THESOC vor, jedoch wurde dort darauf verzichtet, eine Übersicht zu den Erh.pkt. zu liefern bzw. entspr. Kartenmaterial hochzuladen. Folgende Liste wurde demnach aus der Druckversion extrahiert, aufgrund der gleichen Kriterien wie bei der Auswahl der ALF-Erh.pkt.

→ Vgl. ALG-Karte Erhebungspunkte, Liste als Datei

4.1.3. ALLOc-Erhebungspunkte

Es liegen keine separaten ALLOc-Karten vor, daher wird bei der Belegsuche jeweils für jeden Einzelfall kontrolliert, ob mind. es unter den im THESOC verlinkten Erh.pkt.  Gemeinden gibt, die den postulierten Kriterien genügen. Für die Darstellung der THESOC-Daten i.v. Beitrag bedeutet dies, dass nur solche Datensätze25In THESOC immer nach Département zusammengefasst. zum jeweiligen Beleg(typ)26Im THESOC werden keine exakt transkribierten, sondern lemmatisierte Belege angezeigt. verlinkt werden, die mind. einen solchen Erh.pkt. enthalten.

4.1.3.1. Exkurs: geolinguistische Polygone

Als Desiderat wurde im Seminar der Entwurf eines Polygons für die Pyrenäenregion (analog zum Polygon, das anhand der Alpenkonvention für den in VA definierten Alpenraum festgelegt wurde) angesprochen. Für Frankreich gibt die Convention du massif des Pyrénées einen ersten Anhaltspunkt, jedenfalls ist hier ein frz. Pyrenäengebiet definiert, unter Angabe der zugehörigen cantons und Gemeinden. Eine Liste der als communes de montagne (ganz Frankreich) klassifizierten Orte der frz. Pyrenäenregion liefert ANEM (Association Nationale des élus de la montagne, s. dazu die dort zu den Pyrenäen abrufbare Liste der Gemeinden).

Geographisch umfassender ist der spanische Atlas estadístico del Pirineo mit einer definición de la zona de la cordillera, die *beide* Pyrenäenseiten einschließt (zudem ist hier von einem polígono die Rede):

„El perímetro de la zona de la cordillera comprende 1.182 municipios franceses, 583 municipios españoles y 7 parroquias andorranas, es decir, 1.772 unidades de base. Constituye un amplio polígono de 49.850 km2 que se extiende de oeste a este sobre una longitud de 520 kms, y de norte a sur sobre 150 kms. Los dos tercios de la superficie están situados en la vertiente sur con un desnivel menos fuerte.“

→ Ansicht aller Gemeinden unter „acceso cartografía“ → interaktive Karte

Bisher ist zwar nur ein Bruchteil der zur zona de la cordillera gehörenden Gemeinden durch Daten in verfügbaren Sprachatlanten (noch weniger durch elektronische bzw. im Internet abrufbare Daten) abgedeckt, aber auch im auf der Alpenkonvention beruhenden VA-Gebiet existieren bei weitem nicht für alle zugehörigen Gemeinden Erhebungspunkte, d.h. i.S. der VA-Methodik ginge es v.a. um eine allg. anerkannte Extension des Begriffs pyrenäen-ortschaft zum Zweck der Festlegung des zu untersuchenden Gebiets.

4.2. Iberoromania

Für die Iberoromania muss auf verschiedene, meist nicht online verfügbare Sprachatlanten zurückgegriffen werden. Folgende wurden soweit möglich gesichtet und ausgewertet:

  • ALPI-Online (Atlas lingüístico de la península ibérica): Leider sind online nur einige wenige Konzepte/Karten verfügbar, davon kaum etwas i. Zusammenhang mit Milchwirtschaft27Am ehesten noch die Karte LLEVAR A CUESTAS (auf dem Rücken tragen): 44 Einträge (Erhebungspunkte) in Aragón + Navarra +Andorra; Suchmaske, aber keine Kartenansicht vorhanden. Beispiele: 604 Izalzu (Navarra), s. Screenshot: a caballico (Diminutiv v. sp. caballo); 609 Benasque (Huesca): a la esquena (cat. f. Rücken).; somit ist keines der hier behandelten Konzepte vertreten.
  • ALPI (gedruckte Form, Consejo Superior de Investigaciones Científicas 1962): nur teilw. zugänglich, keines der gesuchten Konzepte gefunden (ca. 10 Bd.28Link UB Bern.).
  • ALEANR (Alvar 1979-1983)): enthält mehrere brauchbare Karten, hauptsächlich in Bd. 1, 3, 5, 7 und 11 (insges. 12 Bd.).
  • ATLANDORRA29Sigel = Eigenkreation aus ALTAS und ANDORRA. (Griera y Gaja 1960): einige wenige der gesuchten Konzepte vertreten.
  • ATLARAN30Sigel = Eigenkreation aus ATLAS und ARAN. (Griera y Gaja 1973): einige wenige der gesuchten Konzepte vertreten.
  • ATLCAT31Sigel = Eigenkreation aus ATLAS und CATALUNYA. (Griera y Gaja/Haesler 1923-1964): einige wenige der gesuchten Konzepte vertreten.
  • EHHA (Euskararen Herri Hizkeren Atlasa): online verfügbar, aber Baskischkenntnisse obligatorisch (momentan keine Auswertung möglich)
  • Atlas linguistico vasco (Ruiz Olabuénaga)Verfügbarkeit unklar32BSB verweist auf Fernleihe, UB findet Titel nicht. (keine Auswertung möglich).

4.2.1. ALEANR-Erhebungspunkte

Leider bot der so vielversprechende Atlas estadístico del Pirineo nicht die erhoffte Vergleichsbasis für die Festlegung der ALEANR-Erh.pkt., da es kaum Übereinstimmungen hinsichtlich der Ortsbezeichnungen gibt. Andererseits war es methodisch ohnehin konsequenter, bei der für ALF und THESOC angewendeten Auswahlmethode zu bleiben, d.h. für jeden Ort Meereshöhe u. geogr. Pyrenäenlage zu prüfen.

→ Vgl. ALEANR-Karte Erhebungspunkte, Liste als Datei

4.2.2. ATLANDORRA-Erhebungspunkte

In diesem einbändigen Atlas die Ortsnamen selbst auf jeder Karte als Erh.pkt. angegeben, daher keine Nummerierung. Andorra liegt vollständig in den Pyrenäen, demnach sind alle Erh.pkt. relevant.

→ Vgl. ATLANDORRA-Karte Erhebungspunkte

ATLARAN-Erhebungspunkte

Das Arantal liegt vollständig in den Pyrenäen, somit sind hier sämtliche Erhebungspunkte relevant. Auch im ATLARAN sind den Erhebungsorten keine Nummern zugeordnet.

→ Vgl. ATLARAN-Karte Erhebungspunkte

4.2.3. ATLCAT-Erhebungspunkte

→ Vgl. ATLCAT-Karte Erhebungspunkte, Liste als Datei

5. Umsetzung

Die Untersuchungsergebnisse zu den zehn gewählten Konzepten werden im Folgenden der Reihe nach beschrieben und diskutiert. Die Beschreibung ist im Einzelnen analog zur praktizierten Arbeitsabfolge gegliedert. Je Konzept wurde in zwei Blöcken gearbeitet: zuerst wurden die ALF-Daten (falls vorhanden) im VA-Transkriptionstool transkribiert u. im Typisierungstool typisiert sowie weitere für die Galloromania vorliegende Daten tabellarisch erfasst; anschließend erfolgte die entsprechende Erfassung und Darstellung der iberoromanischen Daten. Zuletzt erfolgte die gesammelte Typisierung sämtlicher Belege in einer Tabelle sowie der VA-Vergleich.

Zur besseren Übersicht wird im folgenden Abschnitt der Bearbeitungsstand zu den beiden Blöcken Galloromania und Iberoromania festgehalten und laufend aktualisiert.

5.1. Status Galloromania

Erklärung: grün = mit VA-Tools bearbeitet/in VA-Datenbank gespeichert; blau = georeferenzierte Daten gesammelt u. typisiert, aber nur im vorl. DH-Beitrag dokumentiert; rot = noch keine georeferenzierten Daten vorhanden

  • milch
  • käse
  • lab
  • schaf
  • (käse)kessel
  • molke
  • ziger
  • rahm
  • käseharfe
  • kuh

5.2. Status Iberoromania

Erklärung: grün = mit VA-Tools bearbeitet/in VA-Datenbank gespeichert; blau = georeferenzierte Daten gesammelt u. typisiert, aber nur im vorl. DH-Beitrag dokumentiert; rot = noch keine georeferenzierten Daten vorhanden

  • milch
  • käse
  • lab
  • schaf
  • (käse)kessel
  • molke
  • ziger
  • rahm
  • käseharfe
  • kuh

5.3. Konzept milch

5.3.1. Belege Galloromania Konzept milch

5.3.1.1. ALF-Karte LAIT

Belege33Vor der Klammer: angenäherte Schreibweise in Anlehnung an Karten-Vorlage; in Klammern: exakte VA-Transkription (Betacode).:

Erh.pkt. Nr. Erh.pkt. Ortsname Beleg Bemerkung VA-Status34J = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert; N = nicht in VA-TRT bearbeitet; K = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert, aber zu korrigieren.
689

Lannemezan

leyt (le!\yt)

f. J
793

Axat

layt (l@1a!\yt)

f. J
794

Olette

let (l@1e!\t)

f. J

 

 

alle Erh.pkt.: s. VA-DB/VA-TRT/Karte

J

Vgl. zur Ähnlichkeit der AIS-Formen in San Fratello (Sizilien) im Sicilia-Beitrag: gallorom. bzw. galloitalischer Einfluss (galloital. lait < lat. lac(t)-/lacte(m)) durch Migration aus Norditalien.

Vgl. auch ALF-Karte LAIT CAILLÉ (geronnene milch)

5.3.1.2. THESOC-Daten LAIT

Erh.pkt Nr./Ortsname35Sollte der Département-Link nicht zu den Einzelbelegen führen, oder ist kein Link hinterlegt, muss ggf. das Popup-Fenster zum jew. Département manuell von hier aufgerufen werden. Beleg/Typ36Bei THESOC sind Daten bereits lemmatisiert, aber durch Quellenverweise auf Originalbelege zurückführbar. Bemerkung
Ariège, Haute-Garonne, Pyrénées-Atlantiques, Hautes-Pyrénées, Pyrénées-Orientales, Prov. de Huesca (Esp), Prov. de Lerida (Esp) lait Huesca, Lerida = span. Belegorte37THESOC umfasst okz. Sprachgebiet u. gibt z.T. auch Daten zu span. Gebieten aus.
Huesca: Torla leche span. Belegort

5.3.2. Belege Iberoromania Konzept milch

5.3.2.1. ALEANR-Karte LECHE

Belege38Vor der Klammer: angenäherte Schreibweise in Anlehnung an Karten-Vorlage; in Klammern: exakte VA-Transkription (Betacode).:

Erh.pkt. Nr. Erh.pkt. Ortsname Beleg Bemerkung VA-Status39J = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert; N = nicht in VA-TRT bearbeitet; K = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert, aber zu korrigieren.
Na 100

Vera (Bera) de Bidasoa

lese/[let͡ʃe]40Aussprache wie sp. leche, vgl. Datei zu phonetischer ALEANR-Notation (le/s^^1e1) ; eznia/[eznja] (ez?1n*1i/a)

  N
Hu 201 Benasque let (l@1e/t)   N

Na 200

Lezcároz

lese/[let͡ʃ​ə] (le/s^^1e1) ; eznja (e/z?1nja)

  N

 

alle Erh.pkt.: s. Karte/Datei

  N

5.3.3. Typisierung Konzept milch

Lexikologische Daten aus Online-Lexika:

frz. lait: TLFi

okz./gask. lèit f.: dicod’Òc

span. leche: DRAE

arag. lei f.: Aragonario

bask. esne: ElhyarHiztegia

dict_etymol_basque

VA-Typisierung:

VA_Typ Quelle Typisierung Wortgeschichte41Schema: < Etymon < Basistyp (falls bekannt). weitere Quellen/Bemerkungen  

lait/latte (roa.)

FEW 5: 110b

< lat. lacte(m) (m.) < lat. lac (n.) < gr. *glact. LexAlp_lacte(m); Buchi/Schweickart 2014, 510-512  
ezne (bask.)

 

dict_etymol_basque

< indogerm. ? Hörbeispiel  

5.3.4. VA-Vergleich Konzept milch

Beleg Ort_Name morphlex_typ VA_URL

la

Varages (Provence)

lait/latte (roa.) VA-Karte_lait/latte/MILCH
divers rd. 700 weitere    
keine keine ezne  
  • Das Femininum des Typs lait/latte scheint typisch für die Grenz-/Übergangsregion zwischen Gallo- u. Iberoromania zu sein: vgl. dazu: „Le féminin est localisé d’une part dans le domaine vénitien, d’autre part dans une aire à cheval entre la Gallia et l’Iberia.“Buchi/Schweickart 2014, 512. Ein Vergleich auf der VA-Karte MILCH/lait/latte bestätigt den zweiten Teil dieser Aussage nur bedingt: Belege für den fem. Genus finden sich v.a. nördlich vom Veneto, was bedeutet, dass dieses Merkmal in jedem Fall über darüber hinaus existiert. Die Verbreitung der fem. Form, die lt. Buchi/Schweickart 2014, 511 seit dem Mittelalter belegt ist, betrifft außer Südfrankreich und Nordostitalien auch Spanien (leche f.); dies passt zur Wanderung u. Siedlungsgeschichte der Goten (Langobarden und Westgoten), welche ca. vom 5. bis zum 8.Jh. in Norditalien, Südfrankreich u. auf der iberischen Halbinsel Gebiete eroberten und besiedelten.
  • Inwieweit der baskische Typ als Ausdruck einer regionalen baskisch-romanischen Diglossie/Code-Switching-Situation (d.h. aus rom. Sicht als Fremdwort) od. als lexikalisierte Entlehnung zu sehen ist, lässt sich an dieser Stelle nicht ermitteln. Die Tatsache, dass ezne im ALEANR ausschließlich als Variante zum rom. Typ und nicht als exklusive Bez. f. das Konzept erscheint und dass anderswo (vgl. Kap. zum Konzept lab) im Atlas auf „lugares donde hay alternancia con el vasca“ verwiesen wird, spricht eher gegen die Einordnung als Lehnwort, schließt sie aber nicht aus.
  • Mit nur zwei festgestellten Morphtypen ist die Bezeichnungsvarianz, ausgehend von den verfügbaren Quellen, innerhalb der Pyrenäenregion hins. des Konzepts milch gering. An dieser Stelle lässt sich nur darüber spekulieren, ob möglicherweise der ‚romanisierte‘ Viehhandel etwas damit zu tun hat (Römer als Handelspartner in gallischen Provinzen).

5.3.4.1. Andere Seminarbeiträge zum Konzept milch

Sardegna, Sizilien, Marche

5.4. Konzept käse

5.4.1. Belege Galloromania Konzept käse

5.4.1.1. ALF-Karte FROMAGE

Belege42Vor der Klammer: angenäherte Schreibweise in Anlehnung an Karten-Vorlage; in Klammern: exakte VA-Transkription (Betacode).:

Erh.pkt. Nr. Erh.pkt. Ortsname Beleg Bemerkung VA-Status43J = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert; N = nicht in VA-TRT bearbeitet; K = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert, aber zu korrigieren.
689

Lannemezan

hurmadye (hu$!\rma!\d8dye/)

  J
693

Aas

rumaje (ru!/m-\d8je/)

  J
694

Nay

rumadye (ru!ma$!\d8dye/)

  J

 

 

alle Erh.pkt.: s. VA-DB/VA-TRT/Karte

J

5.4.1.2. THESOC-Daten FROMAGE

Erh.pkt Nr./Ortsname44Sollte der Département-Link nicht zu den Einzelbelegen führen, oder ist kein Link hinterlegt, muss ggf. das Popup-Fenster zum jew. Département manuell von hier aufgerufen werden. Beleg/Typ45Bei THESOC sind Daten bereits lemmatisiert, aber durch Quellenverweise auf Originalbelege zurückführbar. Bemerkung
Ariège, Haute-Garonne formatge  

5.4.2. Belege Iberoromania Konzept käse

5.4.2.1. ATLARAN-Karte FORMATGE

Belege46Vor der Klammer: angenäherte Schreibweise in Anlehnung an Karten-Vorlage; in Klammern: exakte VA-Transkription (Betacode).:

Erh.pkt. Nr. Erh.pkt. Ortsname Beleg Bemerkung VA-Status47J = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert; N = nicht in VA-TRT bearbeitet; K = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert, aber zu korrigieren.
 

Bausen

 

(er) urmaje ((e/r) urma$j^1e/)

  N
  Esterri (lo) formaje ((lo/) fo/rma$j^1e/)   N
  Benasc (el) keso (e/l ke$/so/)   N
 

 

alle Erh.pkt. s. Karte/Datei N
  • Die Erhebungsorte Esterri, Vilaller und Durro, wo im Anlaut ein f vorzeichnet ist, befinden sich am weitesten südöstlich: Da das Aranesische mitunter dem Gaskonischen zugerechnet wird und für letzteres ein mehr od. weniger starker baskischer Einfluss (bzw. bask. Substrat) angenommen wird, entspricht dieser Befund den Erwartungen48Die entspr. Orthographie kann ein nicht gesprochenes h enthalten, vgl. gask. hormatge/hromatge.. Auch der best. Artikel wechselt bei o.g. Erh.pkt. zum gallorom. Typ.
  • In Benasc als südlichstem Ort findet sich der iberorom. Typ keso/queso (inkl. des Artikels), was ebenfalls der geoling./varietätenling. Erwartung entspricht49Beim Arantal ist immer zu bedenken, dass es politisch ganz zu Spanien gehört, geographisch (Lauf der Garonne) und damit auch wirtschaftlich lange Zeit eindeutig nach Norden, also Frankreich hin ausgerichtet war. Daraus erklärt sich die sprachliche Zugehörigkeit zum gask. bzw. okz. Sprachgebiet, wobei das Aranesische auch Merkmale besitzt, die keinem dieser Idiome eigen sind..

Vgl. auch Bemerkung in Sicilia-Beitrag sowie in Marche-Beitrag bzgl. Typ fromage/formaggio u. galloromanischem Einfluss.

5.4.3. Typisierung Konzept käse

Lexikologische Daten aus Online-Lexika:

frz. fromage: TLFi

okz./gask. hromatge: dicod’Òc

span. queso: DRAE

arag. queso, formache: Aragonario

bask. gazta50Bask. gatz = Salz; ardi-gatza: Schafskäse (vgl. Kap. zu Konzept schaf).: ElhyarHiztegia, dict_etymol_basque

VA_Typ Quelle Typisierung Wortgeschichte51Schema: < Etymon < Basistyp (falls bekannt). weitere Quellen/Bemerkungen

fromage/formaggio (roa.)

FEW 3: 717

fromage/formaggio (roa.) < lat. formicatum

Keine Metathese im Okz., betrifft v.a. Nordgallien
queso/cacio (roa.)

 

FEW 2: 456b

< lat. caseus

FEW 2: 457b
*gazta (bask.)

dict_etymol_basque

< lat. caseus

Hörbeispiel
  • Zusammenhang zwischen formicatum und caseus: lt. FEW 3: 719a wurde formicatum in Gallien zunächst als Adj. zu caseus verwendet, welches später weggelassen wurde, während formicatum substantiviert wurde. Der Typ fromage/formaggio hat sich von dort nach Norditalien ausgebreitet, während in Süditalien u. auf der iberischen Halbinsel am Typ keso bzw. queso festgehalten wurde. Vgl. auch Eintrag im Lexicon alpinum zum Konzept Käse.
  • Der i.R.d. hier durchgeführten Suche nicht belegte bask. Typ gazta kommt mit Sicherheit in gemischt rom.-baskischsprachigen Pyrenäenregionen vor. Die phonolog. Nähe zum rom. Typ queso/cacio ist kein Zufall, da es sich bei gazta lt. FEW 2: 457b um eine frühe Entlehnung aus lat. caseus handelt.

5.4.4. VA-Vergleich Konzept käse

Beleg Ort_Name morphlex_typ VA_URL
kase Selva di Progno (Veneto) queso/cacio (roa.) VA-Karte Käse/KÄSE
divers ca. 400 weitere    
frumadje Saint-Étienne-des-Orgues fromage/formaggio (roa.) VA-Karte fromage/formaggio/KÄSE(N)
divers ca. 130 weitere    

5.4.4.1. Andere Seminarbeiträge zum Konzept käse

Marche, Sardegna, Sicilia

5.5. Konzept lab

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/01/Clothbound_Cheddar_-_Rennet_%284790811140%29.jpg

„Durch Zugabe von Lab, einem Enzym, das aus Kälbermägen gewonnen wird, wird die Milch im Kessel dickgelegt – wie Käser das nennen. Das heißt, das Lab sorgt dafür, dass die Milch in das feste Kasein und Molke „zerlegt“ wird. Das Milcheiweiß Kasein flockt also aus.“ (Quelle)

5.5.1. Belege Galloromania Konzept lab

Es wurde keine entsprechende Karte in ALF gefunden.

5.5.1.1. THESOC-Daten PRÉSURE

Erh.pkt. Nr. Erh.pkt. Ortsname Beleg Bemerkung VA-Status52J = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert; N = nicht in VA-TRT bearbeitet; K = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert, aber zu korrigieren.
ALLOc 09.11/ALLOc-1000

Dun

calhalait

Ariège N
ALG 780S

Arguenos

caulhièra/calheta

Haute-Garonne N
ALLOc 09.33/ALLOc-1000 Querigut presura Ariège N
  alle Erh.pkt.: s. Datei   N

5.5.2. Belege Iberoromania Konzept lab

5.5.2.1. ALEANR-Karte TIPOS DE CUAJO

Erh.pkt. Nr. Erh.pkt. Ortsname Beleg Bemerkung VA-Status53J = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert; N = nicht in VA-TRT bearbeitet; K = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert, aber zu korrigieren.
Na100

Vera (Bera) de Bidasoa

caujo ; gatzaguiyá vgl. bask. gazta für Käse N
Na 203 Egozcue cuajo ; gachegui vgl. bask. gazta für Käse N
Hu 202 Gistaín callo   N
    weitere Erh.pkt.: s. Karte54Keine vollst. Belegliste verfügbar, aber es sind keine dadurch fehlenden Typen zu erwarten. N
  • Lt. Karte ist gatzaguiyá usw. (bask. Typ) in „pueblos donde hay alternancia con el vasco“ belegt.

5.5.2.2. ALEANR-Karte CUAJO55Auf der Karte selbst steht als Titel „libro de los ruminantes„, aber auch cuajar; Herkunft v. Lab wird im (Käserei-)Sprachgebrauch wohl häufig mit der Zutat Lab selbst gleichgesetzt.

Erh.pkt. Nr. Erh.pkt. Ortsname Beleg Bemerkung VA-Status56J = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert; N = nicht in VA-TRT bearbeitet; K = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert, aber zu korrigieren.
Na 200 Lezcároz cuajar   N
Hu 102, 201 Echo,

Benasc

callo   N

Hu 200, 202

Bielsa,

Gistaín

callar   N

Hu 101

Ansó cuallá   N

 

    alle Erh.pkt.: s. Karte N

5.5.3. Typisierung Konzept lab

Lexikologische Daten aus Online-Lexika:

frz. présure: TLFi

sp. cuajo: WikiEsp, DRAE

arag. callo, cuallo: Aragonario

okz./gask. calhader, cógol: dicod’Òc

bask. gatzagi: ElhyarHiztegia (gazi: dict_etymol_basque)

VA-Typisierung:

VA_Typ Quelle Typisierung Wortgeschichte57Schema: < Etymon < Basistyp (falls bekannt). weitere Quellen/Bemerkungen

caille-lait (roa.)

FEW 2: 816b

< lat. coagulare; lat. lac/lacte(m)

 
présure/presura

5.5.3.1.  

FEW 9: 346b

  rom. (s.v. prehendere)

caglio (caljo/calh(o))

DRAE

FEW 2: 818bf.

 

 

 

 

rom. (< lat. coagulum)

Metonymie Wirkung-Ergebnis

  FEW 2: 95ff.    

gatzagi

ElhyarHiztegia; dict_etymol_basque

  bask./indogerm. (?)
gaz(t)a

 

FEW 2: 457b

 

Im FEW gilt bask. gazta als aus caseus entlehnt.
  • Metonymische Relation Lab < > geronnene/gerinnende Milch:
    • Die schon im Lat. vorhandene Relation zwischen Ursache (Magenenzym) und Wirkung (geronnene Milch) erklärt, warum auch in den rom. Sprachen das Lab oft gleich od. ähnlich heißt wie der Zustand der Milch beim ‚Käsebrechen‘, also nachdem das Enzym gewirkt hat.
    • Die verbale Morphologie der Subst. wie cuajar, cuallá usw. zeigt deutlich den Fokus auf dem Verwendungszweck bzw. die kausale Kontiguität, die hinter dieser Konversion (Wortartwechsel) steht.
  • Metaphorische Relation Stein < > Festwerden (?): mögl. alternative Etymologie ‚Festwerden‘ < gall. caljo (Stein-)?
  • gatzagi: etymolog. Verbindung zu queso/cacio/Käse (< lat. Etymon caseus); wenn bask. gatz ‚Salz‘ bedeutet, steckt dann in Bezeichnungen von mit käse verwandten Konzepten immer auch etyomolog. die Bed. ’salz(ig)‘, weil das Lab salzig ist (vgl. Verdauungsenzyme) bzw. wirkt (Salz bindet ja Feuchtigkeit > Eindicken v. Substanzen)? Woher das lat. Etymon kommt und ob darin evtl. bereits eine solche Bedeutung liegt, konnte nicht geklärt werden. Jedenfalls scheint es angesichts der über mehrere Idiome hinweg gemachten Beobachtungen nicht ganz abwegig, die metonymische ‚Verkettung‘ vom Kälbermagen bis zum Käse als Moment des lexikalischen Wandels in mehreren Idiomen zu vermuten.

5.5.4. VA-Vergleich Konzept lab

Beleg Ort_Name morphlex_typ VA_URL
rd. 100 Belege z.B. Prali (ePiemont) caglio/caglia VA-Karte LAB/caglio
? dt. Kelle usw.   *kaljo (rekonstruiert) VA-Karte KELLE/kaljo
ca. 25 Belege z.B. Sault (Vaucluse) présure/presura VA-Karte LAB/presura
  • Dt. Kelle usw.: lt. Kluge kein Zusammenhang, aber theoretisch doch mögl. wg. Frame ‚Abschöpfen‘.

5.5.4.1. Andere Seminarbeiträge zum Konzept lab

Sicilia, Marche, Sardegna

5.6. Konzept schaf

mouton

File:Brebis Agneau Mourerous 400.jpg

brebis

5.6.1. Belege Galloromania Konzept schaf

Vorbemerkung Galloromania

Es gibt frz. Konzeptnamen, mit denen man den dt. Konzeptnamen übersetzen könnte:

  • BREBIS (f.) (weibl. Schaf)
  • MOUTON (m.) (1. generische Gattungsbezeichnung, 2. männl. Schaf)

Im bergbäuerlichen Kontext könnte man den frz. Konzeptnamen BREBIS m.E. getrost als generisch, aber eben i.S. einer Basiskategorie (E. Rosch), einstufen, während MOUTON der offizielle, taxonomische, also frame-unahbhängige u. rein definitorische Oberbegriff und zugleich das männl. Schaf ist. Bei WikiF wird man daher bei Eingabe des Suchbegriffs BREBIS zu MOUTON weitergeleitet58Festzuhalten ist, dass das spätlat. Etymon berbex (m.) und seine Vorgänger noch die Bed. v. MOUTON hatten und der Übergang zum Feminimum vermutlich in Analogie zu fem. Subst. wie perdrix, nutrix usw. geschah (vgl. TLFi).. Genau umgekehrt ist es im Spanischen: hier ist OVEJA (fem.) der taxonomische Oberbegriff und das weibl. Schaf , und CARNERO das männl. Schaf – entsprechend wird man bei WikiESP bei Eingabe von CARNERO autom. weitergeleitet zu OVEJA. Daraus folgt, dass der Stimulus BREBIS in VA *nicht* dem Konzept schaf zugeordnet wird, sondern dem Unterkonzept schaf, weiblich, nach dem wurf (o.ä.), während dem span. Stimulus oveja das Konzept schaf, und carnero das Unterkonzept schaf, männlich, kastriert (o.ä.) zugewiesen wird. Dies ist innerhalb der VA-Methodologie die einzig konsequente Vorgehensweise. Etwas schwieriger werden solche Entscheidungen natürlich dort, wo es keine offizielle Taxonomie (= Norm!)59Beschreiben und Vorschreiben bzw. Empirie und Theorie od. auch Pragmatik und Lexikologie stehen ja gerade in der Lexikographie in einem offensichtlichen Spannungsverhältinis: einerseits dient das Primat des Sprachgebrauchs als tatsächliche, aber auch plausibilisierende Basis für (immer in gewissem Maß subjektive) WB-Inhalte, andererseits sind WB, selbst sog. deskriptive Vertreter, in ihrer Wirkung insgesamt normierend bis präskriptiv (v.a. im Distanzbereich). Ein Teil des synchron feststellbaren Sprachgebrauchs (= ‚Primatversion‘) ist also immer auch unter Mitwirkung von Normen entstanden und umgekehrt. Im Vergleich dazu sind naturwissenschaftliche Taxonomien von jeglichen Wandelprozessen ausgeschlossen: ein taxonomischer Oberbegriff muss nicht in Gebrauch sein, um Oberbegriff zu bleiben. VA untersucht, inwieweit lebensweltliche Gemeinsamkeiten innerhalb des mehrsprachigen Alpenraums (und darüber hinaus) in sprachlichen Gemeinsamkeiten ihren Widerhall finden. ‚Lebenswelten‘ werden sicherlich stärker von kognitiven Kategorien als von taxonomischen (strukturalistischen) Systemen ‚regiert‘, demnach sind es immer die Basiskategorien, die am frequentesten sind. Frequenz gehört aber zum Bereich der Pragmatik (Sprachgebrauch) und darf somit nicht Interpretationsbasis für die Zuordnung von VA-Konzepten sein: Konzeptzuweisung und Typisierung erfolgen streng deduktiv. Wie schon in der frz. Lexikographie des 18.Jh. von Voltaire postuliert: „Un dictionnaire sans citations est un squelette.“ (1760), liefert der systematische Zugang ein Gerüst, das durch pragmatische Anreicherungen mit Leben erfüllt wird. Die Belege der Sprachatlanten haben als ‚Lebenszeichen‘ die Besonderheit, dass sie mithilfe deduktiv angelegter Stimuli motiviert wurden und isoliert voneinander (also nicht im natürlichen Redefluss) geäußert wurden. Es ist nicht zuletzt dieser Umstand, der die konsequente VA-Praxis der deduktiven, frame-unahbhängigen Konzeptzuweisung m.E. methodologisch rechtfertigt, aber in der Praxis nicht einfacher macht.) gibt, die man konsultieren und auf die man sich bei der Konzeptzuweisung beziehen könnte – die Pflanzen- und Tierwelt sind in dieser Hinsicht besonders unkompliziert in VA bearbeitbar, während für Artefakte (vgl. Kap. zum Konzept (käse)kessel) und Abstrakta u.U. weniger klar ist, auf welche Ontologie man zurückgreifen soll. Aber auch im Fall der oben beschriebenen, ‚bequemen‘ Konzeptzuweisung müssen wichtige einzelsprachliche od. kulturspezifische Aspekte nicht unter den Tisch fallen: Das Lexicon alpinum bildet eine ideale Plattform, um interessante Einzelfälle in Form eines Kommentars herausgestellen und deren Einträget überdies in der VA-DB mit den übrigen VA-Daten verknüpft sind.

5.6.1.1. ALF-Karte BREBIS

Belege zu BREBIS u.a. welo, fedo60Okz. Ausspr. von unbetontem a (wie in Fem.-Endung) ist offenes [o]; es handelt sich bei beiden Typen um Feminina.

Erh.pkt. Nr. Erh.pkt. Ortsname Beleg Bemerkung VA-Status61J = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert; N = nicht in VA-TRT bearbeitet; K = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert, aber zu korrigieren.
689 Lannemezan welo (we$!\l@1o)   J
697 Gavarnie olo (o$!\l@1o)   J
795 Gavarnie feda (fe$-\d?a{e}   J
    alle Erh.pkt.: s. VA-DB/VA-TRT/Karte J
  • Es fällt auf, dass es keinen Beleg für den im Stimulus vertretenen Typ brebis (< lat. vervex, s. FEW 14:338) gibt. Beim Stimulus LAIT verhält es sich umgekehrt: alle Belege im untersuchten Bereich gehören dem Typ lait/latte an.

5.6.1.2. THESOC-Daten BREBIS

Erh.pkt Nr./Ortsname62Sollte der Département-Link nicht zu den Einzelbelegen führen, oder ist kein Link hinterlegt, muss ggf. das Popup-Fenster zum jew. Département manuell von hier aufgerufen werden. Beleg/Typ63Bei THESOC sind Daten bereits lemmatisiert, aber durch Quellenverweise auf Originalbelege zurückführbar. Bemerkung
Ariège, Haute-Garonne, Pyrénées-Orientaales, feda  
Ariège, Haute-Garonne, Pyrénées-Atlantiques, Hautes-Pyrénées; Huesca, Lerida oehlha  

Vgl. Bemerkung zu *Typ* brebis (Sardegna)

5.6.1.3. ALF-Karte (troupeau de) MOUTONS

Belege zu (DE) MOUTON(S) u.a. (de) mutus, (de) muntus64Okz. Aussprache v. <o> normalerweise [u]. Der Aufbau der Karte ist im okz. Zusammenhang etwas ambig, da das frz. de in de moutons vom Stimulus troupeau de moutons (schafherde) herrührt, während im Okz. die unbestimmte Mehrzahl ebenfalls durch vorangestelltes de markiert wird.

Erh.pkt. Nr. Erh.pkt. Ortsname Beleg Bemerkung VA-Status65J = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert; N = nicht in VA-TRT bearbeitet; K = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert, aber zu korrigieren.
689 Lannemezan (de) mutus ((de!/) mu!tu-/s)   J
    alle Erh.pkt.: s. VA-DB/VA-TRT/Karte J

Besonderheit: kein vollständig passendes Konzept (allg. schaf ja, aber Schaf, männl., kastriert, zur Fleischgewinnung o.ä. fehlt in VA66Wenn Hinzufügen von Konzepten im Transkriptionstool hat trotz richtigem Vorgehen nicht funktioniert (= entspr. Fenster verschwindet nicht nach Klick auf Bestätigungs-Button), kann es helfen, den Browser zu wechseln (z.B. Chrome) und den Versuch zu wiederholen.).

5.6.1.4. THESOC-Daten MOUTON

Erh.pkt Nr./Ortsname67Sollte der Département-Link nicht zu den Einzelbelegen führen, oder ist kein Link hinterlegt, muss ggf. das Popup-Fenster zum jew. Département manuell von hier aufgerufen werden. Beleg/Typ68Bei THESOC sind Daten bereits lemmatisiert, aber durch Quellenverweise auf Originalbelege zurückführbar. Bemerkung
Ariège borrèc  
Huesca carnero  
Ariège, Haute-Garonne, Pyrénées-Atlantiques, Hautes-Pyrénées, Pyrénées-Orientales, Lerida moton  

Pyrénées-Atlantiques

vaciva mouton châtré

5.6.2. Belege Iberoromania Konzept schaf

Im Spanischen wird oveja trotz der weibl. Form generisch verwendet69Vgl. DRAE s.v. oveja: „Mamífero rumiante de tamaño mediano, que posee lana y carne muy apreciadas, cuyo macho presenta cuernos arrollados en espiral y de cuya hembra se obtiene leche con la que se elaboran quesos.“., somit existiert hier nicht das Problem der einzelsprachlich- bzw. kulturspezifisch unterschiedlichen Ontologie wie im Fall der galloromanischen Belegsuche.

5.6.2.1. ALEANR-Karte OVEJA

Belege70Nicht zu 100% kartengertreu transkribiert, aber so weit wie möglich/sinnvoll.:

Erh.pkt. Nr. Erh.pkt. Ortsname Beleg Bemerkung VA-Status71J = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert; N = nicht in VA-TRT bearbeitet; K = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert, aber zu korrigieren.
Na100

Vera (Bera) de Bidasoa

obexa (ob2e(/xa) ; ardiya (ar\d2i/ya)   N
Hu 100

Sallent de Gállego

obele (ob2e/l@1e), obexe (ob2e(/xe), res (r-e/s?1)   N
Hu 202

Gistaín

wele (we/l@1e)   N

 

  alle Erh.pkt.: s. Karte/Datei N

5.6.2.2. ATLARAN-Karte OVEJA

Erh.pkt. Nr. Erh.pkt. Ortsname Beleg Bemerkung VA-Status72J = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert; N = nicht in VA-TRT bearbeitet; K = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert, aber zu korrigieren.
 

Bausen

(era) wela ((e$/ra) we$/l@1a)    
 

Viella

(era) wala ((e$/ra) wa$/l@1a)    
 

Durro

obela    
    alle Erh.pkt.: s. Karte/Datei  

5.6.3. Typisierung Konzept schaf

Lexikologische Daten aus Online-Lexika:

frz. brebis: TLFi; frz. mouton: TLFi

okz. feda: dicod’Òc; okz. moton: dicod’Òc

span. oveja: DRAE

aragon. ovella, uella: Aragonario

bask. ardi, arkazte: ElyuharHiztegia

VA-Typisierung:

VA_Typ Quelle Typisierung Wortgeschichte73Schema: < Etymon < Basistyp (falls bekannt). weitere Quellen/Bemerkungen

 

feda (roa.)

FEW 3: 486a

< lat. feta ‚Tier, das geworfen hat‘

 

 

(a)ouel(l)a/wela (roa.)

FEW 7: 446a

< lat. ovicula (< ovis)  
oveja (roa.)

DRAE

 < lat. ovicula (< ovis)  
ardi (bask.)

 

dict_etymol_basque

  .
? res

?

?  
borrèc

 

dicod`Òc

? einjähriges männl. Schaf

mo(u)ton

FEW 6/3: 205

< multo (‚männl. Schaf‘)  
carnero

DRAE

< lat. (agnus) carnarus männl. Schaf
vaciva

?

? kastr. Schaf
  • Vgl. Barégeoise: Schafrasse der Hautes-Pyrénées74Vgl. ALG-Erh.pkt. Barèges..
  • ouela usw.: in FEW keine kanonische Graphie des okz. Typs, muss abgeleitet/konstruiert werden.

5.6.4. VA-Vergleich Konzept schaf

Beleg Ort_Name morphlex_typ VA_URL
ca. 80   feda (roa) VA-Karte SCHAF/feda
    *mouton? VA-Karte SCHAF
  • mouton: erstaunlicherweise wurde in VA kein Typ gefunden; auch die sonst festgestellte Vielfalt in den Pyrenäen spiegelt sich in den VA-Daten nicht wider.
  • velb (sla m) scheint auf den ersten Blick mit ovicula/ouela/oveja.[/note] zusammen zu hängen, wird aber auf der Karte zusammen mit dem Typ feda ausgegeben.

5.6.4.1. Andere Seminarbeiträge zum Konzept schaf

Marche, Sardegna, Sicilia

5.7. Konzept (käse)kessel

Bildergebnis für chäschessi

Vorbemerkung:

käsekessel als Unterkonzept von kessel wurde nirgends in Form eines passenden französischen od. spanischen Stimulus (= Karte) gefunden. In einem Artikel zu Kessel im Lexicon alpinum steht: „Das Wort Kessel bezeichnet in den deutschsprachigen Dialekten des Alpenraums verschiedene Arten von Gefäßen, die in Verbindung mit der Milchverarbeitung stehen. So kann mit Kessel ein Gefäß zur Käseherstellung selbst gemeint sein, aber auch generell ein Gefäß, das zum Auffangen der Milch verwendet wird. Es scheint, dass wie im Standard auch im Dialekt dem Kessel eigen ist, dass dieser aus Metall besteht, denn unter den Belegen zum Konzept ‚Eimer‘ findet man Bezeichnungen, die zum Lemma Eimer oder Kessel gehören. Die Bedeutung ‚Gefäß zur Käseherstellung‘ wird jedoch nie mit einer Form von Eimer bezeichnet, da für das Erhitzen der Milch ein feuerfestes Material notwendig ist.“ Dies und auch eine Bemerkung im FEW 7: 657a (s.v. parium) sprechen dafür, die verfügbaren Stimuli für kessel quasi stellvertretend auszuwerten, anstatt das Konzept käsekesselin der vorliegenden Untersuchung aufgrund der fehlenden Differenzierung in den Konzeptnamen als nicht bearbeitbar abzuhaken. Alle in diesem Kapitel gemachten Feststellungen sind aber unter dem Vorbehalt zu sehen, dass das letzte Wort zu dieser Problematik noch nicht gesprochen ist – gerade das macht die Diskussion spannend und methodologisch wertvoll.

5.7.1. Belege Galloromania Konzept (käse)kessel

  • Gefunden wurden in ALF als nächstliegende die Karte CHAUDRON (vgl. WikiF-Eintrag, PR-Eintrag) sowie die Karte CHAUDIÈRE (vgl. WikiF-Eintrag !⇔! PR-Eintrag), die beide zunächst für das übergeordnete Konzept kessel (Metallgefäß zum Erhitzen über Feuer) stehen75Im Fall v. chaudière durch PR bestätigt, bei chaudron Diskrepanz: PR beschreibt Gefäß u. verweist auf chaudron; WikiF hingegen nicht, hier nur industrielle Installationen wie Heizkessel, Boiler usw..
  • CHAUDRON als frz. Konzeptname und die zugehörigen Bezeichungen scheinen im Alm-/Käsereibetrieb auch ohne weitere morpologische Spezifizierung *u.a.* das Konzept käsekessel zu identifizieren (Problem: framebedingt; s. Video). → chaudron als frz. Übersetzung f. dt. Käsekessel daher möglicherweise korrekt, aber gleichzeitig Übers. f. dt. Kessel/Kochkessel möglich.
  • ALF-Karte CHAUDRON ist *nicht vollständig* f. Pyrenäen-Region verfügbar (nur einige wenige Erh.pkt. im Osten) → THESOC-Daten zu frz. chaudron
  • Auf der vollständig verfügbaren Karte CHAUDIÈRE ist (unter dem Titel d. Karte) auch CHAUDRON als Konzept erwähnt (Bed. des Vermerks mit Zahl aber unklar), s. auch THESOC-Eintrag bei caudièra (unter gesuchtem Wort chaudron) u. FEW 2: 74b, s.v. caldaria ‚Kochkessel‘) → vorerst unklar, ob auch chaudière guten Gewissens dem Konzept (käse)kessel zugeordnet werden kann; Google- und YouTube-Suche spricht bisher eher für Beschränkung auf CHAUDRON, die Belege (älter und übereinzelsprachlich) sprechen hingegen für die Einbeziehung (s.u.).
  • Für eine Verwendung von CHAUDRON/CHAUDIÈRE, um Belege für die Konzepte käsekessel, kessel und kochkessel zu finden, könnte sprechen, dass im ‚Älpleralltag‘ wahrscheinlich auch im deutschsprachigen Raum nicht jedesmal das Morphem für käse dem Morphem für kessel beigegeben wird, da es sowieso ums Käsen geht und kein anderes Konzept (in diesem Frame) in Frage kommt76D.h. die pragmatische Ebene muss nach VA-Methodologie einerseits bei der Zuordnung von Konzepten außen vor gelassen werden, andererseits hat sie entscheidenden semantischen Einfluss auf das Lexem gehabt und wird so bei der Typisierung implizit doch mitberücksichtigt. Hierin sehe ich ein gewisses methodologisches Problem..

5.7.1.1. ALF-Karte CHAUDRON

Erh.pkt. Nr. Erh.pkt. Ortsname Beleg Bemerkung VA-Status77J = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert; N = nicht in VA-TRT bearbeitet; K = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert, aber zu korrigieren.
792 Mérens-lès-Vals payrol (pa$!\ro!\l)   J
795 Ille-sur-Têt parol (pa$!\ro!\l)   J
    alle Erh.pkt.: s. VA-TRT, VA-DB, Karte  

5.7.1.2. ALF-Karte CHAUDIÈRE

Erh.pkt. Nr. Erh.pkt. Ortsname Beleg Bemerkung VA-Status78J = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert; N = nicht in VA-TRT bearbeitet; K = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert, aber zu korrigieren.
693 Aas kaudero   J
697 Gavarnie kautera   J
783 Crampagna payrola   J
    alle Erh.pkt.: s. VA-TRT, VA-DB, Karte  
  • Besonderheit: Bei der ALF-Karte zu CHAUDRON fehlt ein Großteil.
  • Fem. Formen (Okz.): nur Ausspr. der Endung ist [-o], Orth. normalerweise <-a>; Fem. deutet auf größeren Kessel hin als mask. Form pairol bei CHAUDRON (panromanisches Prinzip v.a. bei Instrumenten. Vgl. auch Jaberg 1908, 17-21).

5.7.1.3. THESOC-Daten CHAUDIÈRE

Erh.pkt Nr./Ortsname79Sollte der Département-Link nicht zu den Einzelbelegen führen, oder ist kein Link hinterlegt, muss ggf. das Popup-Fenster zum jew. Département manuell von hier aufgerufen werden. Beleg/Typ80Bei THESOC sind Daten bereits lemmatisiert, aber durch Quellenverweise auf Originalbelege zurückführbar. Bemerkung
Ariège, Haute-Garonne, Pyrénées-Atlantiques, Hautes-Pyrénees, Lerida caudièra  
Haute-Garonne chaudière  
Haute-Garonne: Bourg d’Oueil; Hautes-Pyrénées: Tramzaïgues fornèl auch für chaudron (variétés de)
Haute-Garonne fornièra auch f. fournil
Haute-Garonne marmite  
Haute-Garonne, Hautes-Pyrénées metal  
Ariège, Haute-Garonne pairol  

Ariège, Haute-Garonne, Hautes-Pyrénées

pairòla  

5.7.1.4. THESOC-Daten CHAUDRON

Erh.pkt Nr./Ortsname81Sollte der Département-Link nicht zu den Einzelbelegen führen, oder ist kein Link hinterlegt, muss ggf. das Popup-Fenster zum jew. Département manuell von hier aufgerufen werden. Beleg/Typ82Bei THESOC sind Daten bereits lemmatisiert, aber durch Quellenverweise auf Originalbelege zurückführbar. Bemerkung
Pyrénées-Atlantiques botja  
Ariège: Aulus-les-Bains caceta  
Hautes-Pyrénées: Arrens caudairon  
Ariège, Haute Garonne, Pyrénées-Atlantiques, Hautes-Pyrénées, Lerida cuadièr  
Ariège, Haute-Garonne, Pyrénées-Atlantiques, Hautes-Pyrénees, Lerida caudièra  
Hautes-Pyrénées: Tramezaïgues caudieret  
Hautes-Pyrénées metal  
  • Als frz. Entsprechung (Benennung) des Konzepts (käse)kessel kommen sowohl CHAUDRON als auch CHAUDIÈRE in Frage. Dies zeigen die Überkreuzungen der Belegformen im THESOC (ALG u. ALLOc) sowie im ALF. Im Osten des festgelegten Gebiets (s. Liste der Erh.pkt.) sind sie etwa durch den gemeinsamen Typ pairol (< lat. parium) verbunden. Der Typ ist in einem ‚Korridor‘ bis weit nach Norden (bis nördl. Grenze des okz. Sprachgebietes) u. dort etwas weiter nach Westen zu beobachten. Könnten diese ‚Isoglossen‘ etwas mit alten Handelswegen zu tun haben (Ariège im Süden bis Cantal im Norden)? Jedenfalls zeigt ALF-Karte CHAUDRONNIER (kesselschmied) eine areale Entsprechung (Typ pa(i)ruler).

Vgl. auch Jaberg 1908, 17-21: Datei.

Typisierung CHAUDRONNIER
VA_Typ Quelle Typisierung Wortgeschichte83Schema: < Etymon < Basistyp (falls bekannt). weitere Quellen/Bemerkungen

chauderier

FEW 2: 76b

< lat. caldaria /(caldarius) < lat. caldus

rom.

pairoler (o.ä.)

FEW 7: 657a

< lat. parium (pariolum)

rom.
  • Die (k)lat. Bezeichnung war (faber) ahenarius (< a(h)enus f. kupfern), d.h. im Vulgärlatein bzw. i.d. romanischen Sprachen wurde aus caldaria u. pairol in Analogie zu anderen Ableitungen auf -or wohl eine auf dem Verwendungsweck (anstatt auf dem Ausgangsmaterial) basierende Berufsbezeichnung gebildet (vgl. dazu auch d. Unterschied zwischen chaudière/chaudron (< Speisen usw. erhitzen) und metalh).

5.7.2. Belege Iberoromania Konzept (käse)kessel

Wie im Fall der galloromanischen Belegsuche stellt sich bei diesem Konzept auch hier die grundsätzliche Frage, inwiefern im bergbäuerlichen Kontext das Teilkonzept Käse in den Bezeichnungen auffindbar sein muss, damit Belege dem Konzept käsekessel zugerechnet werden zu dürfen. Unter Verweis auf die zu Beginn des Kapitels erläuterte Vorgehensweise werden im Folgende verfügbare Daten zu span. Entsprechungen zu dt. (Koch)kessel wiedergegeben, zunächst aus der ALEANR-Karte zu pote, dem nordkastilischen Pendant zu frz. chaudron.

WikiEsp_pote

5.7.2.1. ALEANR-Karte POTE

Belege84Vor der Klammer: angenäherte Schreibweise in Anlehnung an Karten-Vorlage; in Klammern: exakte VA-Transkription (Betacode).:

Erh.pkt. Nr. Erh.pkt. Ortsname Beleg Bemerkung VA-Status85J = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert; N = nicht in VA-TRT bearbeitet; K = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert, aber zu korrigieren.

Na100

Vera (Bera) de Bidasoa

eldia (eld1i/a\)

   

Na 101

Goizueta

ole (o/l@1e) ; persie (pe(/rs?1i{d1}e)

   

Na 200

Lezcároz

dartailmetalja (d1arta/i@lmeta/lja) ; pasinkwa (p/as!inkwa) ; padinkwa (p/ad1inkwa)

   

 

 

 

alle Erh.pkt.: s. Karte/Datei  

Vgl. zum Typ pariolu Bemerkung in Sardegna-Beitrag.

5.7.3. Typisierung Konzept (käse)kessel

VA_Typ Quelle Typisierung Wortgeschichte86Schema: < Etymon < Basistyp (falls bekannt). weitere Quellen/Bemerkungen
olla/ula,o (roa.)

FEW 7:349b

< lat. olla DRAE
pertz (bask.)

ElhuyarHiztegia

  Glosbe
tupin (roa.)

FEW 17: 347

 < ahdt. tupp Vgl. dt. Topf, aber: s.u.

caudera (chaudière)

FEW 2: 74b

< lat. caldaria

 

caudero/calderon (chaudron)

FEW 2: 74b

< lat. caldaria

 
casserole

FEW 2: 1603

< lat. cattia (latinisierte gr. Form) < gr. cyathion (lc)

apr. cassia
pairol

FEW 7: 656a

< lat. parium/pariolum

.
pasinkwa etc.

?

?

pertz enthalten?
-metal- / metal(h)

FEW 6/2: 56a

< lat. metallum

 
eldia

?

?

⇑ gehört e zu olla?
boja

FEW 1: 467ff

< lat. bottia (‚Beule‘)?

 
marmite

FEW 6/2: 176a/180b

< -mit

 
  • Dass die von lat. caldaria als auch von lat. parium abstammenden Typen gleichermaßen in der engeren Bedeutung *Käse*kessel gebräuchlich sind und damit für das hier fokussierte Konzept zutreffen, zeigt eindeutig FEW 7: 657a.
  • tupin: lt. FEW 17: 349b muss der Typ aus dem Althochdt. (zwischen 1. u. 2. Lautverschiebung) entlehnt worden sein. Dt. Topf gehört auch zu dieser Wortfamilie, hat aber die 2. Lautversch. mitgemacht. Der rom. Typ tupin passt zu ahd. *tupfin ‚Gefäß‘; lt. FEW 17: 349b muss er im 7./8.Jh. vom Elsässischen ins Galloromanische eingedrungen und dort rasch nach Süden gewandert sein.
  • eldia: könnte aus olla durch Palatalisierung enstanden sein (allerdings müsste dann eig. das l fehlen und das d von einem Halbvokal gefolgt sein) – ansonsten keine Hinweise auf Herkunft.
  • Insgesamt regieren hautpsächlich metonymische Relationen (rund um die Verwendung des Kochtopfs), was bei einem Utensil nicht verwundert87Im Zusammenhang mit der nicht zuletzt forschungspraktisch bedingten ‚Gleichsetzung‘ von Käsekessel mit Kochkessel machte der Gedanke etwas unsicher, dass es bei so eindeutiger Metonymie-Dominanz für einen eindeutigen Stimulus ‚Käsekessel‘ (analog zur ‚Wärme-Topf-Metonymie) auch eine ‚Käse-Topf-Metonymie‘ geben kann, für die lediglich die Belege fehlen. Es wäre auf jeden Fall wünschenswert bei neuen Erhebungen auf akribische Verknüpfung von Einzelbeleg + Konzept + Stimulus zu achten..
  • Falls botja von lat. bottia herrührt, wäre u.U. eine Similaritätsbeziehung (wg. bauchiger, ausgebeulter Form anderer Objekte, also Metonymie), oder auch nicht, falls auf den zerbeulten Zustand z.B. von Kupferkesseln Bezug genommen wird (dann wieder Kontiguität bzw. Metonymie).
  • marmite: lt. FEW 6/2: 180 gab es seit dem 13.Jh. ein Adj. marmite ‚heuchlerisch‘: „Der erste teil des wortes ist wohl aus dem lautmalenden afr. marmouser ‚murmurer‘ genommen […] marmite enthält also einerseits das schmeichlerische der katze [-mit] und andererserseits das schnurren ihrer stimme und das der heuchler und schmeichler.“ Zur Substantivierung (‚Kochtopf‘) liest man eda. in unverwechelbarem FEW-Stil:

In den ältesten fr. texten wird dieser [Kochtopf, Verf.] mit vertretern von olla bezeichnet […]. Erst seit dem 14.jh. tritt an deren stelle marmite. Der bed.übergang ist gut verständlich. Es stehen sich in der küche gegenüber die flache, offene pfanne […], deren inhalt offen zu tage liegt, und der tiefe kochtopf, der überdies meist noch mit einem deckel zugedeckt ist, sodass er seinen inhalt verbirgt und dieser ein geheimnis bleibt, bis die hausfrau die speise anrichtet. Die substantivierung von marmite ist also aus der sich immer wiederholenden situation zu verstehen, in der die hausfrau das geheimnis ihres kochtopfes wahren möchte, die kinder und manchmal auch der ehemann dieses aber zu ergründen versuchen […] [daher, Verf.] der ausdruck marmite, eigentlich ‚die heuchlerin‘ für den das geheimnis wahrenden topf.

5.7.4. VA-Vergleich Konzept (käse)kessel

Beleg Ort_Name morphlex_typ VA_URL
viele88VA-Karte lädt nicht.   chaudière/caldaia VA-Karte KESSEL/chaudière

Käsekessel: ca. 40

Kessel: ca. 120

  pairol VA-Karte KESSEL/pairol

 

Piemont tupin (roa/gem) VA-Karte tupin
  • Typ tupin: die in der Karte verzeichneten Belege beziehen sich zwar auf ein prinzipiell anderes Konzept (milchkrug), aber es liegt dennoch die gleiche, oben anhand v. FEW 17: 349b erläuterte, Bedeutung (‚Gefäß‘) zugrunde.

5.7.4.1. Andere Seminarbeiträge zum Konzept (käse)kessel

Sardegna, Marche, Sicilia

5.8. Konzept molke

File:Soured milk whey.avrs-56.jpg

5.8.1. Belege Galloromania Konzept molke

Achtung: Molke (Käsmilch, frz. petit lait) ist nicht das Gleiche wie Buttermilch (frz. lait de beurre/ babeurre)! Molke bleibt beim Käsen übrig, Buttermilch beim Buttermachen.

5.8.1.1. ALF-Karte PETIT LAIT ; LAIT DE BEURRE

Nur Belege vor dem Semikolon gehören (theoretisch) zum Konzept molke.

Erh.pkt. Nr. Erh.pkt. Ortsname Beleg Bemerkung VA-Status89J = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert; N = nicht in VA-TRT bearbeitet; K = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert, aber zu korrigieren.
695

Cauterets

gurop (g$u!\ro!\p)

  K
693

Aas

leitu (l$!´iu!)

  K
697 Gavarnie se ; *batises (se-\ ; ba!\ti$!\se/s) batises ist normalerweise vor dem Semikolon, gurop/se(rum) dahinter sinnvoll K

 

 

alle Erh.pkt.: s. Karte; Überprüfung Transkriptionen in VA-TRT ausstehend K
  • Manchmal ist in dieser Karte unklar, ob die beiden Konzepte (buttermilch vs. molke) klar getrennt bzw. konsistent abgefragt wurden.

Es sind keine THESOC-Daten vorhanden (nur zu BABEURRE90Ein Blick auf diese Daten zeigt, dass auch in den THESOC-Quellen nicht immer klar getrennt wurde zwischen den beiden Konzepten Buttermilch u. Molke.).

5.8.2. Belege Iberoromania Konzept molke

Es liegen keine entsprechenden Karten für die IR vor.

5.8.3. Typisierung Konzept molke

Lexikologische Daten aus Online-Lexika:

frz. petit lait: TLFi

okz. leiton, s(h)enigon: dicod’Òc

sp. suero: WikiEsp_suero, DRAE

arag. siero, siricueta, chiricueta: Aragonario

bask. gazur, serum: ElhuyarHiztegia, dict_etymol_basque (gazur)

VA-Typisierung:

VA_Typ Quelle Typisierung Wortgeschichte91Schema: < Etymon < Basistyp (falls bekannt). weitere Quellen/Bemerkungen
gurop

 

Glosbe

 

 
ser(um)

FEW 11: 529b

< lat. serum (‚Molke‘)

vgl. sérac; s. auch FEW 11: 520

leytu

FEW 5: 112a

< lat. lac(tem)

 
  • gurop: bask. gurin: Butter; Erh.ort (698) liegt im bask. beeinflussten Gebiet westl. des Arantals; vgl. mit ALEANR u. EUSKALTZAINDIA wäre interessant!
  • leytu: Der Typ scheint auch teilweise für Buttermilch verwendet zu werden (die beiden Konzepte haben ja gemeinsam, dass es sich um eine ‚reduzierte‘ Form bzw. um ein ‚Abfallprodukt‘ von Milch handelt).
  • serum: die in den Belegen *scheinbare* stellenweise Verwechslung zwischen Molke und Buttermilch muss angesichts der Häufigkeit dieser Beobachtung lexikologische Gründe haben. Möglicherweise wurde schon im Lateinischen alles Mögliche, das einer flüssigen Restsubstanz bzw. einem chemischen Anteil in organischen Flüssigkeiten gleichkam, mit diesem Typ bezeichnet. Ähnlich wie beim (Käse-)Kessel-Problem könnten hier die ‚multifunktionalen‘ Belege für serum die framebasierte (ad-hoc-) Bedeutungsverengung illustrieren.

Zu den Belegen vom Typ batises:

batisse

FEW 1: 295a

Der Typ scheint sich eindeutig auf die Bed. ‚Buttermilch‘ zu beziehen, allerdings ist im ALF an manchen Erh.pkt. angedeutet, dass die Bez. auch für Molke genannt worden sein könnte.

5.8.4. VA-Vergleich Konzept molke

Beleg Ort_Name morphlex_typ VA_URL
ca. 15 Belege Claut serum/siero VA-Karte MOLKE/siero/sérum

5.8.4.1. Andere Seminarbeiträge zum Konzept molke

Sardegna, Marche, Sicilia

5.9. Konzept ziger

Ziger wird aus Molke hergestellt und frisch konsumiert. Vgl. WikiD-Eintrag Ziger, Idiotikon-Eintrag sowie Beschreibung von kaesewelten.info92Terminologisch interessant, vgl. z.B. dt. Sirte f. Molke..

5.9.1. Belege Galloromania Konzept ziger

Weder in ALF noch in THESOC wurden passende Daten gefunden.

WikiF-Eintrag sérac

5.9.2. Belege Iberoromania Konzept ziger

Auch für die IR liegen noch keine georeferenzierten Daten zum Konzept ziger vor.

Lexikologische Daten aus Online-Lexika:

frz. sérac: TLFi

*okz. arralhon (arralha ‚großer Stein‘): dicod’Òc (nicht sicher, ob richtiges Konzept ableitbar)

span. requesón: WikiEsp: „un queso obtenido de un segundo procesamiento del suero lácteo […] , DRAE: „Cuajada que se saca de los residuos de la leche después de hecho el queso.“

arag. matón: Aragonario (vgl. DRAE_matón!)

bask. gatzanbera, zenbera, zenborena: ElhuyarHiztegia, dict_etymol_basque (zenbera)

FEW 11: 529b: apr. serigot f. sérac → FEW 11: 530b: Erklärung dazu („Pyrenäenwort“), sowie FEW 11: 530a: kat. xerigot / hocharag. siriweta o.ä.). Da Ziger aus Molke hergestellt wird, verwundert es nicht, dass in beiden Fällen serum das lat. Etymon bildet und die resultierenden rom. Ausdrücke dafür ähnlich od. identisch sind.

FEW 2: 456b: tsizyur usw.: „cavité qui reçoit le petit-lait qui découle du fromage“, vgl. auch okz. Alternanz zw. [ts] und [k] für <c>93Vivaro-alpine und z.T. auvergnatische Varietät zeichnen sich durch [ts]-Varianten aus, z.B. in [tsaw] statt [kal] für <cal> (‚man muss‘ bzw. ‚il faut‘).! Vom Halbvokal y zu g ist es nicht weit, womit man bei Var. von Ziger landet (vgl. kurzes „i“!)94Da die nordöstl. okz. Gebiete teilw. ans Frankoprovenzalische angrenzen, ist es nicht weit hergeholt, den rom. Ursprung für den v.a. in der Schweiz verbreiteten Ausdruck Ziger so herzuleiten, wobei es natürlich auch eine Konvergenz aus verschiedenen geogr. (Handels-)Richtungen gegeben haben dürfte (Italien/Piemont-Wallis usw.)..

Vgl. auch FEW 17: 629a (Germanismes)

5.9.3. VA-Vergleich Konzept ziger

Beleg Ort_Name morphlex_typ VA_URL
z.B. sara (Pierre-Châtel) 49 Belege, v.a. Piemont sérac VA-Karte sérac/ZIGER
  • Die metonymische Relation zwischen Ziger und Molke, aber auch zwischen Gerätschäften/Arbeitsprozessen und Erzeugnis, zeigt sich ähnlich wie bei Kessel und Feuerstelle auch an der Nähe der morpholexikalischen Typen.

5.9.3.1. Andere Seminarbeiträge zum Konzept ziger

Sardegna, Sicilia, Marche

5.10. Konzept rahm

Cream Drop.jpg

5.10.1. Belege Galloromania Konzept rahm

In ALF wurde keine entsprechende Karte gefunden.

5.10.1.1. THESOC-Daten CRÈME

Erh.pkt Nr./Ortsname95Sollte der Département-Link nicht zu den Einzelbelegen führen, oder ist kein Link hinterlegt, muss ggf. das Popup-Fenster zum jew. Département manuell von hier aufgerufen werden. Beleg/Typ96Bei THESOC sind Daten bereits lemmatisiert, aber durch Quellenverweise auf Originalbelege zurückführbar. Bemerkung
Ariège, Haute-Garonne, Hautes-Pyrénées, Pyrénées-Orientales crèma  
Ariège, Hautes-Pyrénées, Pyrénées-Atlantiques cresta  
Ariège, Pyrénées-Atlantiques crespa  
Ariège; Haute-Garonne burre  
Ariége flor  
Haute-Garonne pèl  
Ariège, Haute-Garonne, Hautes-Pyrénées pinta  
Haute-Garonne taleta  

Zum Beleg in P.-Orientales: Caudiès-de-Fenouillèdes gehört zu den relevanten Erhebungsorten; der Name der Quelle hätte nicht darauf schließen lassen (Boisgontier 1981-1986).

5.10.2. Belege Iberoromania Konzept rahm

Es liegen noch keine passenden Karten für die IR vor.

5.10.3. Typisierung Konzept rahm

Lexikologische Daten aus Online-Lexika:

frz. crème: TLFi

okz. crèma, crèsta, pint(r)a, lètis, pèth: dicod’Òc

span. crema, nata, tela: WikiEsp, DRAE_crema, DRAE_nata, DRAE_tela

arag. crema, pinta, telo: Aragonario_crema, Aragonario_pinta_telo

bask. esne-gain, gain, lore: ElhuyarHiztegia_esne_gain, ElhuyarHiztegia_gain, ElhuyarHiztegia_lore

VA_Typ Quelle Typisierung Wortgeschichte97Schema: < Etymon < Basistyp (falls bekannt). weitere Quellen/Bemerkungen

cresta

FEW 2: 1353a

< lat. crista (‚Kamm‘)

 

crema

FEW 2: 1272

< lat. (gall.) crama (‚Rahm‘)

 
crespa

FEW 2: 1346b

< lat. crispus (‚kraus‘)

 

flor (de lait)

FEW 3: 632b

< lat. flos (‚Blume‘)

 
bour(r)a

FEW 1: 638b

< lat. burra (‚Scherwolle‘)

FEW: Unterlemma „Schaum“

taleta/tellette

FEW 13/1: 159b

< lat. tela (‚Gewebe‘)

 

pel

FEW 8: 169a

< lat. pellis (‚Fell‘)

 

pinta(de)

FEW 8: 428b

< lat. *pictare (‚malen‘)

.

  • cresta: 1) Schicht auf gekochter Milch, aber auch auf frischer Milch: écrester f. entrahmen; 2) Ist vielleicht cresta ‚Rahm‘ u.a. wg. lautlicher Nähe zu crespa (gekräuselt, vgl. Krepp, volksetymologisch) entstanden? Begründung unter FEW 2: 1354a: klingt eher abwegig; 3) FEW 2: 1353b: die metaphorische Vergleichsbasis scheint der Hahnenkamm zu sein, was angesichts v. Aussehen u. der Konsistenz einer dicken Rahmschicht nachvollziehbar ist; auch FEW 2: 1354a verweist auf mögl. Similaritätsbasis ‚kammähnliche Körperteile‘; 4) FEW 2: 1354a: „In den Pyrenäen gelangt crista zur Bedeutung ‚rahm‘ […]“.
  • crespa: Pfannkuchen, gekräuselte, rauhe Materialien usw., s. Bem. zu cresta.
  • flor (de lait): 1) Analogie zu übertr. Sinn v. crema: das Beste von etwas (https://apps.atilf.fr/lecteurFEW/lire/030/631), Konvergenzen versch. Motivationen hinter d. lexikalischen Wandel (konkr.-optische Similarität + Art taxonomische Similarität)? Vgl. Eintrag im Lexicon alpinum zu florem (flos); 2) Die lt. FEW 3: 632f aufgeführten Bedeutungen von flor scheinen alle eher auf die optische Similarität der rauhen Obefläche zurückzugehen, weshalb man auch fragen könnte, ob im Fall der Bed. ‚Rahm‘ die Übertragung der Konnotation ‚das Beste von etwas‘ eine große Rolle spielt98Bei flor handelt sich wie im Fall von pel (s.u.) um ein Polysem mit ebenso negativen wie positiven Konnotationen..
  • bourra: 1) FEW 2: 1274a (s.v. crama): „Wie der Rahm ist auch der Schaum das oberste einer flüssigkeit, und er wird auf ähnliche Weise von ihr getrennt […] daher die übertragung auf den begriff ’schaum‘ […] wobei die vermittlung wiederum im wesentlichen über das verbum gegangen ist.“ – auch an dieser Erklärung zeigt sich, dass weniger die hoch geschätzte Qualität des Rahms als die Tatsache des Entfernens einer (von der Milch andersartigen, abgesonderten) Substanz im Vordergrund steht und somit (auch) eine metonymische Relation gegeben sein dürfte; 2) PR-Eintrag zu frz. bure: „grossière étoffe de laine brune. Froc de bure. Par méton. Vêtement de cette étoffe. La bure du moine.“ → Hier wieder Stoff-Thema, metaphorische Relation wie bei crespa; Rauhigkeit v. Tierhaar (s.u. VA-Vgl. bera f. Pferdemähne).
  • taleta/tellette: FEW-Eintrag zu tellette: „sorte de toile de crin dont on garnit un chassis du kas (t. de papeterie)“ (toile de crin = Gewebe aus Tierhaar), d.h. eine rauhe Oberfläche, ähnliche metaphorische Relation wie bei crespa.
  • pel: FEW 8: 169a: eig. Haut, Ablt. „écorce […] croûtes“ (Rinde, Kruste(n) usw.), also Similarität mit rauher Oberfläche + äußere Schicht von etwas (die man oft entfernt, vgl. Tierfell, Obst-/Gemüseschale usw.); Vgl. auch Eintrag im Lexicon alpinum zum Morphtyp pellis
  • pinta(de): FEW-Eintrag: „toile peinte, pour ameublement“; pintá (okz. Infinitiv): eine Farbschicht auftragen (d.h. Ergebnis auch wieder strukturierte, oberflächliche rel. dicke(s) Schicht (darunter meist strukturiertes Gewebe).

→ An den zahlreichen Beispielen für metaphorische Relationen, die sich auf Seme wie rauh, obenauf, natürlich, Schicht, entfernbar/wird entfernt usw. stützen, zeigt sich u.a. der Unterschied zur modernen/konsumorientierten/urbanen Vorstellung von Rahm, den man in einer Verpackung kauft und als homogene Flüssigkeit (bereits getrennt von Milch) verbraucht, also kaum je als die Schicht, die sich auf unpasteurisierter kalter Milch mit der Zeit bildet (typischer Frame der Land- u. Viehwirtschaft); höchstens beim Erhitzen von Milch wird von ‚Stadtmenschen‘ z.T. eine ähnliche Analogie nachvollzogen, wobei diese sich durch Erhitzen bildende Schicht z.T. als eigenes Konzept gesehen wird.

  • Obwohl das Fett in der Milch immer wertvoll war (vgl. *ein möglicher* Aspekt der Metaphern bei flor, crème usw.), überwogen in vielen lexikalischen Wandelprozessen zur Bezeichnung von Rahm(schicht!) anscheinend Seme wie grob, rauh, nicht ebenmäßig, unschön usw. Interessant ist aber auch die Ambivalenz, die von Semen wie abgesondert, getrennt, abschöpfen usw. ausgeht und die z.T. in metonymischen Relationen (s. deverbale Substantivierung lt. FEW 2: 1274a i. Fall von crama) zuammen mit der ebenso ambivalenten Metaphorik vielschichtige Schwingungen erzeugt99Vgl. dazu auch das frz. Lexem für dt. Abschaum: la lie (du peuple): obwohl lie wörtlich Bodensatz (wie z.B. Weinstein) bedeutet, verbindet beide Metaphern, dass sie sich auf etwas abgesondertes, minderwertiges beziehen (egal ob es oben aufschwimmt od. sich am Boden absetzt), das nicht (mehr, d.h. durch Prozesse) ‚dazugehört‘. Nicht uninteressant ist hierzu auch die Etymologie zu dt. Sünde, welches die gleiche Herkunft hat wie sonder-, d.h. hier im o.g. Fall wird diese Metapher sozusagen invertiert, indem das organisch Abgesonderte mit dem moralisch Abgesonderten, Nichtverbundenen (Ausgestoßenen) assoziiert wird.. ‚Erschwerend‘ kommt hinzu dass selbst Haut/Tierfell usw. etwas ist, das zwar verbunden ist mit dem Rest, aber eben eine äußere Schicht ist, die z.B. beim Schlachten entfernt/abgelöst wird.

→ Auch wenn auf den ersten Blick ausschließlich Metaphern den lexikalischen Wandel zu dominieren scheinen, der zu den vielfältigen Bezichnungen für Rahm geführt hat, steckt neben der metaphorischen Sinnkategorie ‚dicke, grob strukturierte Oberfläche/-schicht‘ sogar zwei metonymische: 1) ‚das, was sich abgesondert hat‘ (durch Stehenlassen der Milch), 2) ‚das, was man (für die Weiterverwendung) abnimmt (abschöpft)‘. Angesichts des harten Arbeitsalltags all der Sprecher, die mit dem Konept Rahmschicht früher in Kontakt kamen, erscheint mir die minimale Enkodierung der Metonymie naheliegender als die Bezugnahme auf eine andere kognitive Ebene in Form der Metapher. Was das Sem ‚wertvoll‘ angeht, bin ich der Meinung, dass man dieses, wenn es im Vordergrund stünde, in anderer, eindeutigerer Form versprachlicht hätte; immerhin könnte man auch sagen, dass der Wert des Rahms auch in einem metonymischen Verhältnis zur Substanz steht (Rahmschicht > Abrahmen > Wert).

5.10.4. VA-Vergleich Konzept rahm

Beleg Ort_Name morphlex_typ VA_URL
bera Laax (rätorom.) bourre (Pferdemähne, s. rauhes Material u. Mönchsgewand/Loden usw.!) VA-Karte RAHM/bera
*kruppa z.B. Clivio croupe/groppa (warum kruppa Etymon?, vgl. FEW-Eintrag), aber wohl kein Zus.hang mit crespa VA-Karte RAHM/kruppa
z.B. krama rd. 200 Belege fior (di latte) VA-Karte RAHM/fior
  • VA-Karte RAHM: für die Rahmschicht (auf gekochter Milch) finden sich germ. Morphtypen wie Hexe u. Balg. Interessant ist, dass im FEW 8: 168b peau/pèl usw. als grobschlächtige Bezeichnungen für „personne peu honorable“, „mauvais sujet“ usw. genannt werden (vgl. oben zur Semantik).

5.10.4.1. Andere Seminarbeiträge zum Konzept rahm

Marche, Sardegna, Sicilia

5.11. Konzept käseharfe

File:Käseharfe 1.JPG

5.11.1. Belege Galloromania Konzept käseharfe

Weder in ALF noch in THESOC wurde entsprechendes Belegmaterial gefunden.

WikiF-Link TRANCHE-CAILLÉ

5.11.2. Belege Iberoromania Konzept käseharfe

Auch für die IR sind bisher keine Belege verfügbar.

quesosdehinojosa zu span. lira: „Una vez que tenemos la certeza de que la cuajada tiene la consistencia que buscamos, pasamos a cortarla. Para ello usamos unos artilugios llamados liras, compuestos por hilos muy tensos que, romperán la cuajada en partes muy pequeñas, ayudándonos de esa forma a retirar el suero y así poder quedarnos solamente con la parte sólida.“

5.11.3. VA-Vergleich Konzept käseharfe

Beleg Ort_Name morphlex_typ VA_URL
 1 Beleg Imer (Trentino) lyra VA-Karte KÄSEHARFE/lyra

5.11.3.1. Andere Seminarbeiträge zum Konzept käseharfe

Sicilia, Sardegna, Marche

5.12. Konzept kuh

5.12.1. Belege Galloromania Konzept kuh

5.12.1.1. ALF-Karte VACHE ; (GARDER) LES VACHES

Erh.pkt. Nr. Erh.pkt. Ortsname Beleg Bemerkung VA-Status100J = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert; N = nicht in VA-TRT bearbeitet; K = in VA-TRT bearbeitet u. tokenisiert, aber zu korrigieren.
689

Lannemezan

bako (ba-\ko) ; eros bakos (e!/ros ba$!\kos)

  J
784

Rivel

bako (ba$-\ko/) ; lai bakos (la!\y ba$-\ko!/s)

  J
    alle Erh.pkt.: s. VA-DB/VA-TRT/Karte J

5.12.1.2. THESOC-Daten VACHE

Erh.pkt Nr./Ortsname101Sollte der Département-Link nicht zu den Einzelbelegen führen, oder ist kein Link hinterlegt, muss ggf. das Popup-Fenster zum jew. Département manuell von hier aufgerufen werden. Beleg/Typ102Bei THESOC sind Daten bereits lemmatisiert, aber durch Quellenverweise auf Originalbelege zurückführbar. Bemerkung
Ariège, Haute-Garonne, Pyrénées-Atlantiques, Hautes-Pyrénées, Pyrénées-Orientales, Lerida vaca Lerida = span. Provinz

5.12.2. Belege Iberoromania Konzept kuh

ALEANR-Karte GANADO VACUNO

Die Karte passt nicht genau zum Konzept und wird daher nur als Nebeninformation herangezogen: Belege u.a. bakes, bakas (f. aus Kühen bestehender Viehbestand). Weitere passende Karten liegen momentan für die IR nicht vor.

5.12.3. Typisierung Konzept kuh

Lexikologische Daten aus Online-Lexika:

frz. vache: TLFi

okz. vaca: dicod’Òc

span. vaca: WikiEsp, DRAE

arag. vaca; vetiella, anolla, añenca, añal; bima, primala; utrera; frescuada: Aragonario

bask. behi: dict_etymol_basque

VA-Typisierung

VA_Typ Quelle Typisierung Wortgeschichte103Schema: < Etymon < Basistyp (falls bekannt). weitere Quellen/Bemerkungen

vache/vac(c)a

FEW 14: 97a

 

rom.
  • Dass sich für das Konzept kuh keine morphtypologische Varianz in den Pyrenäen abzeichnet, während für schaf mehrere Typen regional stark vertreten waren (s.o.), könnte vielleicht ähnlich erklärt werden wie der einheitliche Typ lait für milch (s.o.)

5.12.4. VA-Vergleich Konzept kuh

Beleg Ort_Name morphlex_typ VA_URL
ca. 1300 Belege z.B. Cadenet vache/vacca VA-Karte KUH/vache

5.12.4.1. Andere Seminarbeiträge zum Konzept kuh

Sardegna, Marche, Sicilia

6. Schlussbetrachtungen

  • Nur zwei der zehn Konzepte (ziger, käseharfe) sind im Rahmen d.v. Arbeit ganz ohne georeferenzierte Belege geblieben, für ein weiteres Konzept (rahm) liegen nur galloromanische Belege104Abgesehen v. Belegen zu Huesca u. Lerida im THESOC. vor. Sowohl die galloromanischen als auch die iberoromanischen Pyrenäengebiete konnten insgesamt gut dokumentiert werden. In allen Fällen ergaben sich interessante Fragen, deren Diskussion unterschiedlich stark vertieft wurde; lexikologische und methodologische Gesichtspunkte fanden aufgrund des programmatischen Aufbaus des Seminars und der Schlüsselbedeutung der Typisierung innerhalb der VA-Methodologie, aber auch aufgrund persönlicher Interessenschwerpunkte, besondere Beachtung.
  • Für fast alle anhand von Belegen in den Pyrenäen vorgefundenen romanischen Morphtypen existieren VA-Beispiele innerhalb der Alpenkonvention (nicht für mouton); solche Befunde lassen natürlich noch keine generalisierenden Aussagen zu und gerade das Fehlen einer erwarteten Entsprechung kann auf noch nicht in VA verfügbares/bearbeitetes Kartenmaterial zurückgehen. Für baskische bzw. aus dem Baskischen entlehnte Typen wurden keine entsprechenden Belege im übrigen VA-Raum gefunden. Auf letztere konnte mangels eigener Baskischkenntnisse bei der Typisierung nur marginal eingegangen werden, es wäre aber für die über das Exemplarische hinausgehende Untersuchung der westl. Pyrenäenregion unabdingbar, diese Sprachschichten in gleicher Weise zu gewichten wie die romanischen.
  • In einigen Fällen zeigte sich, dass dt. Konzeptbenennungen nicht immer eine 1:1-Entsprechung in einer Fremdsprache haben (wie es generell nur teilweise möglich ist, ein Lexem einer Sprache mit genau einem Lexem einer anderen Sprache zu übersetzen). Insbes. für dt. Schaf gibt es im normalen Sprachgebrauch keine exklusive Simplex-Übersetzung, da im Standardfrz. sowohl brebis vs. mouton sehr allgemein verwendet werden. In solchen Fällen musste die Belegsuche entsprechend aufgeteilt werden. Im Zuge der Transkription ergab sich für mich die Frage, ob es u.U. sinnvoll wäre, neben der taxonomischen (Unter-)Konzeptzuweisung im Transkriptionstool eine Ebene für prototypische Kategorien im Typisierungstool vorzusehen, um die lexikologische Bedeutung von Basiskategorien (nach E. Rosch)105Vgl. Erklärung zur kogn. Basisebene (Rosch). systematisch in den Daten erscheinen zu lassen. Da solche Fragen aber nicht alle Stimuli betreffen, bietet sich für entsprechende Erläuterungen in jedem Fall das mit der Datenbank verbundene Lexicon alpinum an.
  • Im Zusammenhang mit der Diskussion am Beginn des Kap. zu (käse)kessel wurde deutlich, dass sich Polysemie (in diesem Fall die fachsprachlich bzw. framebedingte Bedeutungsverengung von der generischen Bedeutung ‚Kessel‘ zu ‚Käsekessel‘ *innerhalb* des Senner-/Käsereijargons od. best. Situationen im Arbeitsalltag) mit der Zuordnung eines morpholexikalischen Typs weder direkt noch indirekt abbilden lässt, zumal man sich dabei stärker auf der formalen Ebene befindet und bei der Typisierung von der standardsprachlichen ‚Etage‘ der Varietätenarchitektur ausgeht. Im Rückschluss gibt der Typ also keine Bedeutungsnuancen wieder. Dies wiederum zeigt, weshalb LOD-Prinzipien keine Kür, sondern integraler Bestandteil von lexikographischen Arbeitsprozessen sein sollten: Verlinkung (lexikologischer, enzyklopädischer u. pragmatischer Informationen) erlaubt nicht nur die Loslösung von unidirektionalen Zeichenmodellen, d.h. der gegenseitigen Ausschließlichkeit von semasiologischen und onomasiologischen Darstellungen, sondern auch von der Fixierung auf entweder lexikologische oder enzyklopädischer Inhalte.
  • Da sich die französischen und z.T. auch die spanischen Pyrenäen über ein Gebiet erstrecken, wo lange Zeit (bis mind. Mitte des 20.Jh., im Nähebereich z.T. noch länger) okzitanische (u. eng verwandte) Idiome verwendet wurden, bestätigen die zahlreichen okz. Belege, dass sich in traditionellen Lebenswelten und Arbeitsbereichen (vgl. Frames, Code-Switching usw.) historisch ältere Schichten von Sprachfamilien noch beobachten lassen, lange nachdem sie z.B. auf nationaler bzw. distanzsprachlicher Ebene durch eine offizielle Standardsprache ihr volles Gebrauchsspektrum verloren haben. Die vorliegende Untersuchung hat somit das große Potential der sorgfältigen Digitalisierung und Strukturierung ‚alter‘ sprachgeographischer Daten i.S. von LOD und deskriptiver Lexikographie klar aufgezeigt.

6.1. Fazit Seminar/VerbaAlpina

Das Projekt VerbaAlpina ist ein zeitgemäßes und zugleich zukunftsweisendes Vernetzungsvorhaben für geo- bzw. varietätenlinguistische, lexikographische (bzw. -logische), ethnographische (bzw. -logische) und nicht zuletzt methodologische Ressourcen, die zuvor nirgends zusammeliefen und kaum ins semantic web integriert waren. Wie wichtig die Beobachtung, Erfassung und Vernetzung von tatsächlichem Sprachgebrauch in vielerlei Hinsicht ist, beweist schon die in der vorliegenden Untersuchung beobachtete Bezeichnungsvarianz innerhalb von sprachplanerischen Grenzziehungen einerseits und die über solche Grenzen hinausreichenden Gemeinsamkeiten andererseits. Gerade in Zeiten z.T. besorgniserregender reaktionärer und populistischer Rückfälle nicht zuletzt im (multi)medialen Diskurs, aber auch angesichts tendentiell isolierter Einzelperspektiven in den Geisteswissenschaften, schafft und verbindet VerbaAlpina nachhaltig Knotenpunkte im mehrdimensionalen semantic web, wobei der Linked-(Open)-Data-Grundsatz gerade auch hinsichtlich methodologischer Ressourcen wegweisend ist (vgl. Open Access). Das Seminar und die Erarbeitung des vorliegenden Beitrags haben diese Aspekte konkret vor Augen geführt. Dabei war es wichtig, auch Stolpersteine und methodologische Sackgassen anzutreffen, die in der Theorie nicht zutage treten würden.

Ein Disiderat ist zweifellos die Einführung einer historischen Visualisierungsebene im VA-Portal, die parallel zur varietätenlinguistischen auch eine sprachhistorische bzw. ‚varietätenhistorische‘ Perspektive auf empirische Daten und ihre systematische Auswertung erlaubt. Dieser Aspekt wird in der Auswertung bisher nur dadurch berücksichtigt, dass zu jedem morpholexikalischen Typ ein Basistyp bestimmt wird, woraus aber nur Spezialisten die jeweilige Wortgeschichte ableiten können. Auch die Beschaffung, Integration und LOD-Verfügbarkeit neuerer Erhebungsdaten gehört zu den im Hintergrund ablaufenden Erweiterungen der VA-Ressourcen. Der Grundsatz der Georeferenz als primäre Bedingung für verwertbare Belege sollte insbes. bei neu angelegten Erhebungen ggf. durch ’sekundäre‘ Normdaten wie zeitliche Referenz und andere Metadaten (vgl. etnotesti) ergänzt werden. Natürlich dürften es wie bisher beim Crowdsourcing keine zwingenden Angaben sein, aber durch eine normierte Struktur optionaler Angaben ließe sich v.a. über längere Zeiträume hinweg sicherlich eine bedeutendende Anreicherung der Belege erreichen.

Bei der Typisierung von georeferenzierten Sprachgebrauchsbelegen anhand von WB106Als VA-Refefrenzen werden WB vom Typ des frz. dictionnaire de langue verwendet (im Gegensatz zur encyclopédie bzw. zur Mischform dictionnaire encyclopédique, z.B. Grand dictionnaire universel du XIXe siècle von Pierre Larousse). platziert man gewissermaßen ein semasiologisches Fähnchen an jede Stelle der Landkarte, wo zu einem best. Konzept eine best. Äußerung festgehalten wurde, wo aber bei der Erhebung die Grenzen zwischen Bezugnahme auf Konzepte einerseits und Referenten andererseits besonders fließend gewesen sein können. D.h. die Informationen, die Sprachatlanten liefern, sind zwar lexikologisch typisierbar, aber in hohem Maß pragmatisch beeinflusst und bedürfen eigentlich schon bei der Erhebung der Anreicherung durch entsprechende (zeitgenössische!) Informationen zum außersprachlichen Kontext107Die Tradition der sog. etnotesti wie sie in der ital. Dialektologie Tradition sind, reichern die einzelsprachlichen mit enzyklopädischen Informationen an, die solche Lücken eher füllen, als die im ALF vorgefundenen, rein onomasiologisch ausgerichten Stimulus-Abfragen: In der ethnolinguistisch arbeitenden Dialektologie wird nicht nur nach der Bezeichnung allein mithilfe von Stimuli gefragt, sondern nach ganzen Zusammenhängen, z.B. der Funktionsweise v. best. Gegenständen usw.. Nachträglich lässt sich diese Lücke nur auf Umwegen und in geringerem Maß schließen, weswegen es umso wichtiger erscheint, diachrone konzeptionelle wie lexikologische Brücken bis zur Gegenwart zu bauen, indem der jeweilige Sprachgebrauch regelmäßig neu erhoben und mit modernen Mitteln dokumentiert wird.

7. Links

Jeweils in alphabetischer Reihenfolge; letzter Zugriff für alle Links = Datum der Veröffentlichung d.v. DH-Beitrags

7.1. Allgemein/Divers

AIS-Archiv

ALF_Paratext_notation_phonétique (Sauzet)

ALF_Paratext_notation_phonétique (Original)

Alpenkonvention

ANEM (communes de montagne)

Altas estadístico del Pirineo

Baumgrenze_Info

Baumgrenze_Pyrenaen

Convention du massif de Pyrénées

corte_cuajada (Käsebrechen spanisch)

DBpedia

DH-Beitrag AIS Ethnolinguistik

DH-Beitrag Alltagswert der Hirten

DH-Beitrag Datenerfassung

DH-Beitrag Einfuehrung Geolinguistik

DH-Beitrag Geoling DH VerbaAlpina (Krefeld)

Ernst et al_Rom Sprachgeschichte (Ernst u.a. 2008)

GADM (Karten und Daten)

Idiotikon

INFCOR

kaesewelten.info

Liste lateinischer Berufsbezeichnungen (WikiD)

Navarroaragonés (WikiEsp)

OBELEXdict (E-Lexikographie-Biblio)

Open Access LMU

OWID

Rohlfs_Le_gascon

Seminar_Datenbank

STEAMER (Spatio-temporal information, adaptability, multimedia and knowledge representation, link)

VA-Beitrag Außersprachlicher Kontext (Krefeld)

VA-Beitrag Sprache und Raum in virtuellen Forschungsumgebungen

VA-Karte

VA_Methodologie

VA_Raumorientierung

VA_Transkriptionstool

VA_Typisierungstool

WikibaseLexeme

Wikipèdia_occitana

7.2. Online-Sprachatlanten

ALF

ALPI

NavigAIS

THESOC-Atlanten, THESOC-Portal (panokz.<>frz.)

7.3. Online-Lexika

Aragonario (span. <> aragonesisch)

dicod’Òc (panokz./var. <> frz.)

dict_etymol_basque (etym. bask.)

DRAE (diccionario de la lengua española)

FEW (Frz. Etymologisches WB)108Für Verweise auf einzelne FEW-Seiten Adressleiste nach folgendem Schema anpassen: https://apps.atilf.fr/lecteurFEW/lire/010/1 (dabei steht die Zeichenfolge 010/1 für Bd. 1, S. 1, also bei Verweis z.B. auf FEW 11:14b: …/lire/110/14 („b“ gibt an, dass die Textstelle in der rechten Spalte der Seite ist)).

ElyuharHiztegia (span.<>bask.)

GEORGES (lat.-dt./dt.-lat.)

KLUGE (etymolog. WB d. dt. Sprache)

LEO

Lexicon alpinum (VA)

Morris (bask.<>internat.)

Morvan (etym. bask.)

Orotarico euskal hiztegia (bask.<>span.)

PetitLexiqueDesTermesPyrénéens (var. pyrénéens > frz.)

THESOC (panokz.<>frz.)

7.4. Dateien (Mediathek)

ALF_Erhebungspunkte_Pyrenaen

HTML-Strings WP-Editor

Jaberg_Sprachgeographie_ALF

Rohlfs_Baskische Reliktwoerter Pyrenaen (Rohlfs 2009)

Schmitt_Terminologie_pastorale_pyrénées_centrales

Wartburg_Beiheft_Abk_Erhebungsorte

Wartburg_Strich_alphabetique

sql_ausgabe_auesserungen_facteurix_csv

7.4.1. Karten

ALEANR_cuajo (Lab)

ALEANR_Erhebungspunkte_Pyrenäen

ALEANR_ganado_vacuno

ALEANR_clases_ovejas

ALEANR_clases_ovejas_etnogr

ALEANR_leche (Milch)

ALEANR_leche agria_cuajada

ALEANR_oveja (Schaf)

ALEANR_pote (Kessel)

ALEANR_tipos_cuajo

ALEANR_termonologia_elaboracion_mantequilla_1

ALEANR_termonologia_elaboracion_mantequilla_2

ALEANR_utensilios_cocina_1

ALEANR_utensilios_cocina_2

ALG_Erhebungspunkte

ATLANDORRA_Erhebungspunkte

ATLANDORRA_oveja

ATLARAN_caldera_o

ATLARAN_Erhebungspunkte

ATLARAN_formatge

ATLARAN_oveja

ATLCAT_anell

ATLCAT_calderon, ATLCAT_caldera

7.5. Bildernachweis

KÄSE: https://commons.wikimedia.org/wiki/Cheese#/media/File:Zamorano_Cheese.jpg

KÄSEHARFE: https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File:K%C3%A4seharfe_1.JPG&oldid=80996224

KÄSEKESSEL: https://image.jimcdn.com/app/cms/image/transf/none/path/s64d01fa4fe3c3282/image/id83ed6a46a4e0da3/version/1391468468/image.jpg

KUH: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Flumserberg_(Schweiz),_Liegende_Kuh_–_2011_–_1526.jpg?uselang=de

LAB: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Clothbound_Cheddar_-_Rennet_(4790811140).jpg

(ältere Beitragsversion: https://www.br.de/themen/ratgeber/inhalt/ernaehrung/kaese-herstellung-lab100.html)

MILCH: https://commons.wikimedia.org/wiki/Milk#/media/File:Milk_glass.jpg

MOLKE: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Soured_milk_whey.avrs-56.jpg

Pyrenäen: https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File:Pyrenees_topographic_map-fr.svg&oldid=341012278

RAHM: https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File:Cream_Drop.jpg&oldid=274888700&uselang=de (Kyle May)

SCHAF (BREBIS): https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Brebis_Agneau_Mourerous_400.jpg

SCHAF (MOUTON): https://www.bzfe.de/_data/img/gallery/02_fleisch_leineschaf_830x560_rdax_80.jpg

Titelbild (Gentau): https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gentau_Pic_du_Midi_Ossau.jpg

VerbaAlpina-Karte: https://www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de?page_id=133&db=182&tk=2166

Video zu CHAUDRON: https://www.youtube.com/watch?v=0BjylyOF8-Q

ZIGER: https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File:Brocciu2.jpg&oldid=167528263

8. Technische Notizen

  • Die VA-Karte zum Suchbegriff chaudière/caldaia (roa) lädt nicht.
  • Wenn man in der VA-Karte das Menü „Konzepte“ aufklappt, verschwindet ein Teil der ausgeklappten Konzeptlisten am rechten Rand, sodass der Scrollbar nicht im Browserfenster ist und man in der Liste nicht nach unten scrollen kann. Bsp.: Konzepte > Milchverarbeitung > Produkte > nur die obersten paar Konzepte der Liste sind im Browser sichtbar. Dies tritt sowohl mit Firefox als auch mit Internet Explorer auf. Mit Chrome wurde es bislang nicht probiert.
  • Wenn bei der Transkription die Vorschau rot und im Betacode ist, bedeutet das nicht, dass die Transkription nicht abgespeichert werden kann, d.h. man gibt alles ’stur‘ entsprechend der Transkriptionsregeln ein. Teilweise hilft es, wenn man rechts in den Transkriptionsregeln direkt auf das gewünschte (Basis)Zeichen klickt.
  • Im VA-TRT ist alles so zu transkribieren und zuzuweisen, wie es die Karten(belege) vorgeben, d.h. man soll nötigenfalls Belege vor und hinter einem Semikolon (bzw. Komma o.ä.) nötigenfallls separaten Konzepten zuweisen (beim Typisieren auch alles auseinanderhalten, d.h. z.B. tränke und an der tränke trennen).
  • Um im VA-TRT auch Regionen außerhalb der Alpenkonvention bearbeiten zu können, muss der entsprechende Filter (checkbox rechts) deaktiviert werden.
  • Paratexte von VA-Sprachatlanten (z.B. Erläuterungen zu Phonetik/Transkription) sind nur teilweise online verfügbar – derzeit ist das Hochladen weiterer Zusatzdokumente dieser Art ins TRT in Arbeit.
  • WP-Mediathek: Dateinamen mit Raute (#, vgl. VA-Konvention f. Benennung von Karten z.B. [Atlaskürzel][Bd]#[Kartennummer]) werden nicht korrekt dargestellt (s. Kartenscan_ALG_Bd_1104).
  • Interaktive VA-Karte: Verlinkung zur Quelle (Sprachatlas) funktioniert nicht immer, vgl. Screenshot (AIS-URL wird nicht gefunden)
  • Externe Verweisstruktur: Verlinkung z.B. d.v. Beitrags mit anderen Seminar-/DH-Beiträgen: Absatzverweise sind erst nach Versionierung/Beenden der jew. Bearbeitung wirklich sinnvoll.

9. Abkürzungen / Konventionen / Terminologie

9.1. Abkürzungen

ALEANR: Alvar 1979-1983

ALF: Gilliéron/Edmont 1902-1910

ALG: Séguy 1954-1973

ALLOc: Ravier 1978-1993

ATLARAN: Griera y Gaja 1973

ATLANDORRA: Griera y Gaja 1960

ATLCAT: Griera y Gaja/Haesler 1923-1964

Bem.: Bemerkung

BT: Basistyp (≅ Etymon)

DB: Datenbank

DH: Digital Humanities (LMU)

DRAE: Diccionario de la Real Academia Española

d.v.: der/des vorliegende(n)

E: Osten

Erh.pkt.: Erhebungspunkt(e)

Fkt./fkt.: Funktion (u. abgeleitete Ausdrücke)

GR: Galloromania

i.e.L.: in erster Linie

i.v.: im vorliegenden

IR: Iberoromania

i.R.d.v.: im Rahmen der/des vorliegenden

LexAlp: Lexicon alpinum (VA)

MT: Morphtyp (morpholexikalischer Typ)

N: Norden

PR: Petit Robert (WB)

S: Süden

Tab.: Tabelle(n)

VA: VerbaAlpina

VA-TPT: VA-Typisierungstool

VA-TRT: VA-Transkriptionstool

W: Westen

WB: Wörterbuch/-bücher

WikiD: deutsche Wikipedia

WikiEsp: englische Wikipedia

WikiF: französische Wikipedia

WP: WordPress

9.2. Konventionen

Die folgenden Konventionen sind nicht zwingend an allen Stellen im Text umgesetzt, insbesondere nicht innerhalb v. Tabellen, und beziehen sich v.a. auf den Fließtext und Kontexte, wo die Desambiguierung durch Formatierung sinnvoll erscheint.

Typographie

*[Zeichenfolge]*: Zwischen Asterisken stehende Zeichenfolgen sind als hervorgehoben zu verstehen109Im Fließtext ersetzt diese Konvention format- u. betriebssystemabhängige Hervorhebungen durch Fett-, Gesperrtsetzung usw.; lediglich in Überschriften werden i.v. Beitrag einzelne Elemente fett gesetzt zur besseren Übersicht im Inhaltsverzeichnis..

kapitälchen werden verwendet für: 1. dt. Konzeptnamen bzw. -benennungen, 2. lateinische Etyma.

GROSSBUCHSTABEN dienen zur Darstellung von 1. Stimuli/Kartennamen, konzeptbezogene Datenbankeinträge usw., 2. von fremdsprachigen Konzeptbenennungen.

Kursiv stehen einzelsprachliche Ausdrücke bzw. Bezeichnungen von Inhalten.

‚[Zeichenfolge]‘: Zwischen einfachen Anführungs- u. Schlusszeichen stehen, abgesehen von der sonst üblichen Verwendung für übertragene Bed. bzw. Ironie usw., einzelsprachliche Bedeutungen.

9.2.1. HTML

Untenstehende Strings werden im Textmodus (o.re. im Editorfenster „Text“ statt „Visuell“ aktivieren) des WP-Editors eingefügt.

9.2.2. Formatierung

Kapitälchen (f. Konzeptbezeichnungen); das Element milchverarbeitung wird durch das Wort od. die Wortfolge ersetzt, die in Kapitälchen erscheinen sollen:

<span style="font-variant: small-caps;">milchverarbeitung</span>

9.2.3. Verweisstruktur

Bsp. für relative interne Absatzlinks – nach „#p: die jew. Absatznr. und zwischen den „> <“ der Linktext eingefügt:

<a href="#p:4" rel="noopener">s.u.</a>

Beim Einfügen von Links ist es sinnvoll, bei den Link-Einstellungen die Option „Link in einem neuen Tab öffnen“ zu wählen, damit beim Lesen des Beitrags nicht der Leser jedesmal mit der re. Maus diese Option zum Öffnen auswählen muss, um die Beitragsseite nicht zu verlassen.

THESOC-Einzelbelege:

Folgendes Schema funktioniert für den Aufruf der Popup-Fenster und muss nur entspr. angeglichen werden (ARIEGE wird durch jew. Département-Namen, borrec durch den jew. Beleg ersetzt):

http://thesaurus.unice.fr/recMot/popup.php?departement=ARIEGE&supra=borrec

FEW-Verweise:

Folgendes Schema führt zur gewünschten Stelle im FEW, indem man für 010 (Band 10) den entspr. Band eingibt u. für 638 die Seitenzahl:

https://apps.atilf.fr/lecteurFEW/lire/010/638

9.3. Terminologie

Angegeben sind nur Termini, die in einschlägigen Ressourcen (u.a. VA-Methodologie, Lexicon alpinum) i.d.R. nicht od. nicht in der hier verwendeten Bedeutung zu finden sind.

Beleg: Für best. Erh.pkt. aufgezeichnete (im Atlas verzeichnete) Konzeptbezeichnung (Ausdruck, der vom Informanten in Reaktion auf den jeweils verwendeten Stimulus geäußert wurde)

Basistyp: ältester bekannter Vorläufer (Basis) in einer Wortgeschichte; fällt häufig zusammen mit Bed. v. Etymon, aber definitorischer Unterschied, weil letzteres (zumindest nach einer Def. von mehreren) der Vorläufer innerhalb ein und derselben Sprachfamilie (z.B. rom. Sprachen) ist.

Konzeptbenennung, Konzeptname: Wortlaut, der im Sprachatlas bzw. bei der Erhebung von Dialektologen verwendet wurde um die Belege zu einem Konzept zu sammeln, daher Synonym zu Stimulus.

Konzeptbezeichnung: Wortlaut, der von Informanten zur Bezeichnung eines Konzepts (theoretisch aber auch eines Referenten) in Reaktion auf einen Stimulus verwendet wird, daher Synonym zu Beleg.

Morphtyp, morpholexikalischer Typ: Grundform (Lemma), unter der etymologisch verwandte Belege einer Sprache od. Sprachfamilie (bei der VA-Typisierung) zusammengefasst werden; erstere Bezeichnung ist eher im Zusammenhang mit der VA-DB anzutreffen, während letztere in der Methodologie verwendet wird und der gemeinten Bedeutung näher kommt.

Stimulus: meist einzelsprachliche (standardsprachl.) Konzeptbenennung, die gleichzeitig einer Sprachatlas-Karte den Namen gibt und auf den sich die Belege derselben beziehen, d.h. die Informanten werden mit dem S. als ‚Reiz‘  konfrontiert und antworten spontan mit der Bezeichnung, die sie persönlich, in ihrem Idiom, verwenden.

10. attached

Letzte Daten wurden mit dem Velo erstrampelt – an der Aare entlang in die Berner UB und mit der Beute über Berg und Tal zurück zum Start.

Bibliographie

  • Alvar 1979-1983 = Alvar, Manuel (1979-1983): Atlas lingüístico y etnográfico de Aragón, Navarra y Rioja , vol. 1-10, Zaragoza , Departamento de Geografía Lingüística, Inst. Fernando el Católico de la Excma. Diputación Provincial, https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?isbn=8471332787&db=100&View=default.
  • Boisgontier 1981-1986 = Boisgontier, J. (1981-1986): Atlas Linguistique et ethnographique du Languedoc Oriental, Paris, Éd. du Centre National de la Recherche Scientifique, https://opac.ub.uni-muenchen.de/TouchPoint/perma.do?q=+0%3D%2285164%22+IN+%5B2%5D&v=sunrise&l=de.
  • Buchi/Schweickart 2014 = Buchi, Éva / Schweickart, Wolfgang (Hrsgg.) (2014): Dictionnaire Étymologique Roman (DÉRom). Genèse, méthodes et résultats, vol. 1, Berlin/Boston, De Gruyter (Link) .
  • Consejo Superior de Investigaciones Científicas 1962 = Consejo Superior de Investigaciones Científicas (Hrsg.) (1962): Atlas lingüístico de la Península Ibérica, Madrid.
  • Ernst u.a. 2008 = Ernst, Gerhard u.a. (Hrsgg.) (2008): Romanische Sprachgeschichte. Ein internationales Handbuch zur Geschichte der romanischen Sprachen, vol. 2, Berlin/Boston, De Gruyter Mouton, https://www.degruyter.com/view/serial/18593 (Link) .
  • Gilliéron/Edmont 1902-1910 = Gilliéron, Jules / Edmont, Edmond (1902-1910): Atlas linguistique de la France, Paris, Champion, https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=491291801&db=100&View=default.
  • Griera y Gaja 1960 = Griera y Gaja, Antonio (1960): Atlas lingüistic d'Andorra, Andorra, https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=640300839&db=100&View=default.
  • Griera y Gaja 1973 = Griera y Gaja, Antonio (1973): Atlas lingüístic de la Vall d'Aran , Barcelona, Ed. Polígrafa, https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=310682697&db=100&View=default.
  • Griera y Gaja/Haesler 1923-1964 = Griera y Gaja, Antonio / Haesler, Ch. (1923-1964): Atlas lingüistic de Catalunya, Abadia de San Cugat del Vallès, https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=643246332&db=100&View=default.
  • Guiter 1966 = Guiter, Henri (1966): Atlas linguistique des Pyrénées orientales, Paris, Centre national de la recherche scientifique.
  • Jaberg 1908 = Jaberg, Karl (1908): Sprachgeographie. Beitrag zum Verständnis des Atlas linguistique de la France, Aarau, Sauerländer & Co.
  • Krefeld/Lücke u.a. 2017 = Krefeld, Thomas / Lücke, Stephan u.a. (2017): VerbaAlpina (Link) .
  • Lücke/Schulz = Lücke, S. / Schulz, J.: Digital Object Identifier (DOI) VerbaAlpina-de 18/2, Methodologie, in: VerbaAlpina-de 18/2, Methodologie (Link) .
  • Paskin 2003 = Paskin, Norman (2003): Identification and Metadata, in: Becker, A. et al. (2003): Digital Rights Management: Technological, Economic, Legal and Political Aspects, Berlin/Heidelberg: Springer, 26-61.
  • Ravier 1978-1993 = Ravier, Xavier (1978-1993): Atlas linguistique et ethnographique du Languedoc occidental, Paris, Éd. du Centre National de la Recherche Scientifique, https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=489779446&db=100&View=default.
  • Rohlfs 1970 = Rohlfs, Gerhard (1970): Le Gascon: études de philologie pyrénéenne, in: Beihefte zur Zeitschrift für Romanische Philologie, Tübingen, Niemeyer.
  • Rohlfs 2009 = Rohlfs, Gerhard (2009): Baskische Reliktwörter im Pyrenäengebiet, in: Zeitschrift für romanische Philologie (ZrP), 47(1), 394-408 (Link) .
  • Ruiz Olabuénaga = Ruiz Olabuénaga, José Ignacio: Atlas linguistico vasco, https://opacplus.bsb-muenchen.de/metaopac/singleHit.do?methodToCall=showHit&curPos=1&identifier=153_GENERIC_TARGET_153_1338874980.
  • Schröter u.a. 2012 = Schröter, J. u.a. (2012): "Ich als Linguist" – Eine empirische Studie zur Einschätzung und Verwendung des generischen Maskulinums, in: Günthner, S./Hüpper D/Spieß C. (2012): Genderlinguistik, Berlin/Boston: De Gruyter, 359-380 (Link) .
  • Séguy 1954-1973 = Séguy, Jean (1954-1973): Atlas linguistique et ethnographique de la Gascogne, Toulouse, Inst. d'Études Mérid. de la Fac. des Lettres et al., https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?isbn=2222008859&db=100&View=default.
  • Veny/Pons i Griera 2004-2016 = Veny, Joan / Pons i Griera, Lidia (2004-2016): Atles lingüístic del domini català, https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?isbn=8472837203&db=100&View=default.
  • von Wartburg 1922-2001 = von Wartburg, Walther (1922-2001): Französisches Etymologisches Wörterbuch. Eine Darstellung des galloromanischen Sprachschatzes, 25 Bände, Basel, Zbinden (Link) .

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