Digitale Prosopographie

Georg Vogeler

Personen sind eine zentrale Kategorie historischer Forschung: Sie sind Akteure historischer Ereignisse, sie sind Vergleichspunkt hermeneutischen Verstehens, sie „erleiden“ die Geschichte. Neben der historischen Biographie und der statistisch orientierten Sozialgeschichte hat die Geschichtswissenschaft eine dritte Zugangsweise gefunden, die Erwähnung von Personen in Quellen systematisch auszuwerten: Die Prosopographie. Sie wertet massenhaft vorhandene Quellen wie Inschriften, Urkunden, Briefe oder Amtsträgerverzeichnisse aus, um die darin genannten Personen zu identifizieren und ihren Aktionsradius näher bestimmen. Sie ist damit Basis für Forschungen von der Antike bis zur Zeitgeschichte, von der Sozialgeschichte bis zur kollektiven Biographik. Dabei werden digitale Methoden immer wichtiger: Datenbanksysteme erlauben einen schnellen Zugriff auf die Dokumentation der Personen und komplexe Suchanfragen. Der Computer berechnet schnell die Maße, die für eine Netzwerkanalyse notwendig sind und erzeugt anschauliche Graphiken. Große prosopographische Projekte sind deshalb in digitale Formen überführt worden (z.B. People of Anglo Saxon England, Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit), neue prosopographische Projekte überhaupt erst in Angriff genommen worden, weil digitale Methoden zur Verfügung standen (z.B. das Repertorium Academicum Germanicum, People of Medieval Scotland, Personendatenrepositorium der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften). Die Übung wird diese Projekte diskutieren und praktisch in die digitalen Methoden der Personenforschung an antikem, mittelalterlichem und neuzeitlichem Material einführen. Technische Vorkenntnisse sind nützlich aber nicht Voraussetzung.

Personen sind eine zentrale Kategorie historischer Forschung: Sie sind Akteure historischer Ereignisse, sie sind Vergleichspunkt hermeneutischen Verstehens, sie „erleiden“ die Geschichte. Neben der historischen Biographie und der statistisch orientierten Sozialgeschichte hat die Geschichtswissenschaft eine dritte Zugangsweise gefunden, die Erwähnung von Personen in Quellen systematisch auszuwerten: Die Prosopographie. Sie wertet massenhaft vorhandene Quellen wie Inschriften, Urkunden, Briefe oder Amtsträgerverzeichnisse aus, um die darin genannten Personen zu identifizieren und ihren Aktionsradius näher bestimmen. Sie ist damit Basis für Forschungen von der Antike bis zur Zeitgeschichte, von der Sozialgeschichte bis zur kollektiven Biographik. Dabei werden digitale Methoden immer wichtiger: Datenbanksysteme erlauben einen schnellen Zugriff auf die Dokumentation der Personen und komplexe Suchanfragen. Der Computer berechnet schnell die Maße, die für eine Netzwerkanalyse notwendig sind und erzeugt anschauliche Graphiken. Große prosopographische Projekte sind deshalb in digitale Formen überführt worden (z.B. People of Anglo Saxon England, Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit), neue prosopographische Projekte überhaupt erst in Angriff genommen worden, weil digitale Methoden zur Verfügung standen (z.B. das Repertorium Academicum Germanicum, People of Medieval Scotland, Personendatenrepositorium der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften). Die Übung wird diese Projekte diskutieren und praktisch in die digitalen Methoden der Personenforschung an antikem, mittelalterlichem und neuzeitlichem Material einführen. Technische Vorkenntnisse sind nützlich aber nicht Voraussetzung.

Gliederung:

1. Blockseminar-Sitzung (28.10.2016)
Einführende Literatur
Beispielprojekte

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