EisenzeitDigital: Praktikum des Statistischen Beratungslabors des Instituts für Statistik der LMU

Veronika Deffner, Caroline von Nicolai, Stephan Lücke

Die Teilnehmer des Praktikums führen statistische Analysen mit frei verfügbaren Daten (open access) zu archäologischen Funden in Bayern durch. Das Praktikum findet während der Semesterferien zwischen dem WiSe 18/19 und dem SoSe 19 statt. Von Seiten des Statistischen Beratungslabors erfolgt die Betreuung durch Veronika Deffner, von Seiten von EisezeitDigital durch Caroline von Nicolai und Stephan Lücke.

Gliederung:

1. Einführung (15.02.2019)
EZD-Projektbeschreibung für die Teilnehmer des statistischen Praktikums des Statistischen Beratungslabors des Instituts für Statistik der LMU (Protokoll (PDF))
2. Zwischenbericht: Ideen und bisherige Ergebnisse (04.04.2019)
Treffpunkt: Medienlabor, Schellingstr. 33 RG, Raum 3010, 13 Uhr
3. Präsentation der Ergebnisse, 16-18 Uhr (29.04.2019)
Allgemeine Beiträge zur Veranstaltung:
Viereckschanzen in Bayern
Grundlagen der Georeferenzierung (ITG/slu)
Datenmodellierung und relationale Datenbanken (ITG/slu)
Datenbanken und Google Maps (ITG/slu)
EZD-Methodologie
EisenzeitDigital auf dem "International Colloquium on Digital Archaeology" in Bern (4.-6.2.19)
(R-Workshop Bern: https://archca.github.io/pred_map_tut/#1)
(R-Workshop Bern: https://github.com/archca/pred_map_tut)

Zeige alle in der Veranstaltung veröffentlichten Beiträge.

4 Antworten

  1. Sehr geehrte Frau Dr. von Nicolai , sehr geehrter Herr Dr. Lücke,

    Vielen Dank für Ihre Bemühungen bezüglich der Abschlusspräsentation.
    Zur weiteren Bearbeitung unseres Projekts fehlen uns noch einige Informationen:

    Wir haben die Epochen geordnet und sind uns nicht ganz sicher, ob die zeitliche Zuteilung richtig ist.
    Bei der Zeitstellung gibt es manchmal genauere Zeitangaben (z.B. „Frühbronzezeit“) und manchmal
    ungenauere Zeitangaben (z.B. „Bronzezeit“).
    Hat dies einen speziellen Grund oder ist der genaue Zeitpunkt nicht bekannt?
    Wie kann man das zeitlich einordnen?

    Des Weiteren sind uns noch einige der Variablen unklar.
    Welche Variablen definieren die moderne Landbedeckung?
    Wie ist die moderne Landbedeckung definiert? Ist damit der „Corine Code“ gemeint?
    Wäre es noch möglich, dass sie uns die Landkreise in den Datensatz hinzufügen?

    Zu den Fragen mit Korrelation: Wollen Sie wirklich Korrelationen oder reichen Ihnen bestimmte Zusammenhänge?

    Mit freundlichen Grüßen,
    Benedikt Arnthof

    • Sehr geehrter Herr Arnthof, sehr geehrte Studierende,

      ich habe jetzt eine neue Tabelle mit Namen fender_2017_lk angelegt, in deren erster Kolumne der Name des Landkreises steht. Die Zuordnung ist algorithmisch mit einer MySQL-Funktion (st_within()) erfolgt, die überprüft, ob sich eine Punktkoordinate innerhalb eines Landkreispolygons befindet. Die Landkreispolygone befinden sich in der Tabelle nut3. Die Zuverlässigkeit der Funktion st_within() ist nicht hundertprozentig, kann sie auch gar nicht sein. Will heißen, dass manche (vermutlich einige wenige) der Fundstellen einem falschen Landkreis zugeordnet sind. Eine vollständige Überprüfung ist aber angesichts der Masse der Fundstellen nicht möglich.

      Ich habe jetzt der Datenbankkennung EZD_statistik auch Zugriffsrechte auf die Tabelle bf_perioden gegeben, der Sie die Periodeneinteilung (nur!) der eisenzeitlichen Epochen entnehmen können. Bitte sagen Sie, wenn Sie dazu weitere Erläuterungen benötigen. Bei Bezeichnungen wie „Bronzezeit“ ist jeweils eine präzisere zeitliche Einordnung nicht möglich, d.h. der entsprechende Fund stammt irgendwann aus der Zeit zwischen Beginn und Ende der Bronzezeit, also grob zwischen 2200 und 800 v. Chr.

      Hinsichtlich der Bedeutung der Variablen verweise ich noch einmal auf die Dissertation von Fender. Dort sollte das umfassend erläutert sein. Haben Sie dort schon nachgesehen?

      Ich fürchte, ich verstehe Ihre Frage bezüglich Korrelationen und Zusammenhängen nicht. Wo ist der Unterschied?

      Leider ist das Medienlabor am 29.4. zwischen 16 und 18 Uhr belegt. Wir sehen uns gerade nach einer Alternative um. Wir melden uns, sobald wir eine Lösung gefunden haben.

      Viele Grüße

      Stephan Lücke

    • Sehr geehrte Studierende,

      ich möchte der Mail von Herrn Lücke noch folgendes hinzufügen:

      – Bei Bezeichnungen wie „Bronzezeit“ ist jeweils eine präzisere zeitliche Einordnung nicht möglich, d.h. der entsprechende Fund stammt irgendwann aus der Zeit zwischen Beginn und Ende der Bronzezeit, also grob zwischen 2200 und 800 v. Chr. So eine grobe Datierung liegt meistens daran, dass keine naturwissenschaftlichen Datierungen (z. B. Radiokarbon/C14-Datierungen) zur Verfügung stehen, sondern die zeitliche Einordnung nur anhand der Funde, in der Regel Keramik, vorgenommen werden kann. Diese lässt sich aber häufig nur sehr grob auf einige Hundert Jahre datieren. Wenn Sie also eine Abfrage zur „Bronzezeit“ allgemein machen, dann können Sie alle Fundplätze mit den Datierungen „Bronzezeit, Frühbronzezeit, Mittelbronzezeit, Spätbronzezeit“ verwenden. Bei einer Abfrage zur „Spätbronzezeit“ fallen dagegen die Fundplätze, für die die Datierung nur „Bronzezeit“ lautet, heraus.

      – Ich habe jetzt in DH-Lehre die zeitlichen Einteilungen für die einzelnen Perioden ergänzt

      – Mehr zur Corine Landcover finden Sie bei Fender in Tabelle 5 oder unter

      https://www.umweltbundesamt.de/daten/flaeche-boden-land-oekosysteme/boden/landbedeckung-landnutzung#textpart-2.

      Hier kann man die Corine Land Cover Codes herunterladen:

      http://www.eea.europa.eu/data-and-maps/data/corine-land-cover-2006-raster-1/corine-land-cover-classes-and/clc_legend.csv/at_download/file

      Interessant wäre beispielsweise die Frage, ob sich Fundstellen in ackerbaulich genutzten Gebieten oder in besiedelten häufen, etc.

      Ich hoffe, ich konnte Ihre Fragen somit beantworten.

      Mit freundlichen Grüßen

      C. v. Nicolai

  2. Hinweise zur Bearbeitung der Daten:
    1. Wird bei den Fragestellungen bezüglich Siedlungen explizit nach dem Typ „Siedlung“ gefragt, oder bezieht dies auch die Typen
    „befestigt“ und „Höhensiedlung“ etc. mit ein? –
    Ja, die Typen „befestigt“ und „Höhensiedlung“ sind Untertypen von „Siedlung“ und sollten deshalb in die Fragestellung mit einbezogen werden. Gerade bei Höhensiedlungen kommt es häufig zu einer Kontinuität, auch über längere Zeiträume hinweg, da sich bestimmte topographische Lagen besonders für geschützte Siedlungen eignen. Zum Beispiel gibt es zahlreiche mittelalterliche Burgen auf Kuppen und Felsspornen, die bereits in der Bronze- oder Eisenzeit besiedelt waren.
    2. Bezieht sich die Frage zur zeitlichen Kontinuität auf einzelne Siedlungen oder Siedlungsgruppen? –
    Diese Frage bezieht sich auf die Nutzung bestimmter Areale, kann also auch Siedlungsgruppen mit einschließen. So ist vorstellbar, dass eine Siedlung kleinräumig, zum Beispiel um ein paar hundert Meter verlagert wird, aber die Kleinregion weiterhin genutzt wird.
    3. Welchen Radius um eine Siedlung/Siedlungsgruppe erachten Sie für diese Untersuchung als geeignet? –
    In der Regel geht man davon aus, dass ein Radius von 30 km etwa der Distanz entspricht, die man zu Fuß oder zu Pferd an einem Tag zurücklegen kann. Dies ist also eine relevante Größe, wenn es um die Erforschung von Handelskontakten geht. Wenn man dagegen untersuchen will, welche landwirtschaftlichen Flächen einer Siedlung zur Verfügung standen, ist der Radius deutlich geringer, etwa 5-10 km. Ansonsten ist der Zeitaufwand, um von der Siedlung auf das Feld zu gelangen, zu groß.
    4. Gibt es Verzerrungen oder Tendenzen in den Fundstellen abhängig von den einzelnen Epochen? (Überdauern beispielsweise Fundstellen
    aus dem Neolithikum länger als Fundstellen aus der Eisenzeit?)
    – Ja, es gibt solche Verzerrungen, allerdings in der Regel nicht, was die Nutzungsdauer der einzelnen Siedlungen betrifft, sondern eher ihre Auffindungswahrscheinlichkeit. Fundplätze der Bronzezeit und der Eisenzeit weisen in der Regel Funde aus Metall auf, so dass sie von Archäologen oder auch von (illegalen) Schatzsuchern mit Hilfe von Metallsuchgeräten aufgefunden werden können. Außerdem lassen sich zum Beispiel Befestigungsanlagen oder Siedlungen wie die späteisenzeitlichen Viereckschanzen auf Luftbildern gut erkennen oder es haben sich sogar Reste in Form von Wall-Graben-Anlagen obertägig erhalten. Sie sind somit viel einfacher aufzufinden als neolithische Siedlungen, die nur bei Ausgrabungen zum Vorschein kommen oder durch Streufunde von Keramik oder Steingeräte identifiziert werden können. Deshalb sind eisenzeitliche Fundplätze, und vor allem späteisenzeitliche Fundplätze, im Denkmalatlas (und im Datensatz von Fender) proportional häufiger vertreten als Fundplätze der Steinzeit.

Schreibe einen Kommentar