Substratale Kontinuität in der alpinen Toponomastik im Umfeld archäologischer Fundorte

Thomas Krefeld, Stephan Lücke, Caroline von Nicolai

Das im Bereich der Sprachwissenschaft, Vor- und Frühgeschichtlichen Archäologie und der Digital Humanities (DH) angesiedelte Seminar unternimmt den naheliegenden, aber kaum unternommenen Versuch, Daten der genannten Fächer systematisch zusammenzuführen und in Kombination zu visualisieren. Es beschäftigt sich mit dem Sprach- und Kulturraum des Karwendels und dessen unmittelbarem Umfeld. Die durch die archäologischen Zeugnisse fassbare vor- und frühgeschichtliche Besiedlung der Region zwischen Seefelder Sattel im Westen, Achensee im Osten, Inntal im Süden sowie Isartal im Norden soll den Befunden der sprachwissenschaftlichen Analyse der dort verbreiteten Toponyme gegenübergestellt werden. In reziproker Perspektive können Besiedlungsspuren Erklärungsansätze für zunächst rätselhafte Toponyme liefern; umgekehrt erlauben bestimmte Flurnamen Rückschlüsse auf vor- und frühgeschichtliche Besiedlungsmuster. Im Rahmen des Seminars erfolgt auch die Vermittlung elementarer Konzepte und Techniken aus dem Bereich der DH. So werden etwa sämtliche für die Fragestellung des Seminars relevanten Daten in einer relationalen Datenbank verwaltet. Beabsichtigt ist auch die Online-Kartierung der sprachlichen und archäologischen Daten unter Einsatz von Web-Technologie.

Zeit: Freitag, 12-14
Ort: Schellingstr. 33 Rgb, Raum 3010 (Medienlabor) (Gebäudeplan)

Substratale Konti

 

Plan und Themen:

 

  • Allgemeines

Raumorientierte Sprachgeschichtsschreibung (Stratigraphie)

Raumorientierte Geschichtswissenschaften (Baudenkmäler, Siedlung, Bodenfunde)

Besonderer Wert der (Orts- und Gewässernamen-)Namen für raumorientierte Ansätze: Kontinuität über Sprachwechsel hinweg

Archäologie im Alpenraum: Kultplätze, Erzabbau, Weidewirtschaft, Höhensiedlung

  • Spezielles

Hilfsmittel der Namenkunde (Rät.Nb, Reitzenstein, CH-Ortsnamenportal, Bayerische Ortsnamen, Cordin?, #Anreiter http://www.onomastik.at/#)

Wichtige Quellen: Tabula P, Tropaeum Alpium, Strabo, Freisinger Traditionen, ältere Kartographie?

Prinzipien: Orientierung an der aktuellen romanischen Nachbarschaft

Mikrotoponymie im Karwendel, Seefelder Sattel, Fernpass (Imst, Strad, Tarrenz)?

Verzeichnis der Bergnamen in Österreich, erstellt von Heinz-Dieter Pohl: http://members.chello.at/heinz.pohl/Bergnamen.htm

 

 

Gliederung:

1. Grundlagen (28.04.2017)
Zeitplan
Toponymie (im Untersuchungsgebiet von VerbaAlpina)
2. Einführung in die Archäologie in den Alpen (05.05.2017)
Archäologie in den Alpen
3. Einführung in die Archäologie in den Alpen II (12.05.2017)
Einführung in die Archäologie in den Alpen II
4. Sitzung (19.05.2017)
Toponymie, Sprachkontakt, Lautwandel
5. Georeferenzierung (26.05.2017)
Namenmorphologie
Grundlagen der Georeferenzierung (ITG/slu)
6. Einführung in die relationalen Datenbanken (16.06.2017)
Datenmodellierung und relationale Datenbanken (ITG/slu)
7. Georeferenzierung von Rasterdaten, MySQL-Datenbank, Croudsourcing (23.06.2017)
Einführung in QGIS (Abschnitt 6: Georeferenzierung von Rasterdaten (https://www.dh-lehre.gwi.uni-muenchen.de/?p=57450#subchapter:6-georeferenzierung-von-rasterdaten))
Datenmodellierung und relationale Datenbanken (ITG/slu) (Abschnitt "Einsatz der Datenbanksprache SQL (DML)" (https://www.dh-lehre.gwi.uni-muenchen.de/?p=53915#subchapter:einsatz-der-datenbanksprache-sql-dml))

8. Datenanalyse (30.06.2017)
Datenanalyse mittels SQL (ITG/slu)
9. Toponymanalyse, Referat I: Insa Tacke (07.07.2017)
10. Toponymanalyse, Referat II: Veronika Wackerle (14.07.2017)
11. Toponymanalyse, Referat III: Martin Eberl (21.07.2017)
12. Toponymanalyse, Referat IV: Nilüfer Alsan (28.07.2017)
Allgemeine Beiträge zur Veranstaltung:
Literatur (Substratale Kontinuität)
Datenbank und QGIS (ITG/slu)
Dialektale Toponyme
Romanisches Substrat: Makroskopie und Mikroskopie (im Karwendel)

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