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Podiumsdiskussion

Der folgende Katalog enthält Fragen der Veranstalter und des Moderators, die vom Moderator  teils modifiziert und in drei thematischen Blöcken systematisiert wurden;

  • die Alternative ‚generativ‘ vs ‚kognitiv‘ stammt von den Veranstaltern;
  • Fragen zu DH werden ausgeklammert, weil Thema des Freitags.

1. Theoretisches Selbstverständnis

Soll man von einer generativen Theorie (GT) oder von mehreren ausgehen? Was ist konsensuell?

Ist es sinnvoll die kognitive Linguistik (KL) überhaupt im Sinne gemeinsamer theoretischer Grundannahmen zusammenzufassen?

Inwieweit sind generative und kognitive Ansätze komplementär?

  • Welche Rolle spielt das Lexikon in der generativen Theorie?
  • welche Rolle spielt Salienz in der GT?
  • Welche Rolle spielen die binäre Phrasenstruktur (Kopf-Komplement) und die Rekursivität in der Kognitiven Linguistik?
  • Gibt es das Konzept oberflächlich ‚leerer‘ (nicht overter) Kategorien in der KL?

Gibt es eine echte Kooperation mit Neurologen und anderen (nicht linguistischen) Kognitionswissenschaftlern?

Gibt es nicht linguistische Evidenz für die Existenz koverter Prozesse (‚merge‘, ‚move‘)?

Wie wichtig ist die Annahme eines autonomen Sprachmoduls in der GT? 

Wann wird Beschäftigung mit Sprache ‚theoretisch‘? 

Welche Rolle spielt die Formalisierung der Darstellung?

2. Aus fachlicher Sicht relevante sprachliche Gegenstandsbereiche 

Sind folgende Kernbereiche der Romanistik für GT und KL überhaupt irgendwie relevant?

  • Entstehung des romanischen Dialektkontinuums der ‚alten‘ Romania und Herausbildung der einzelsprachlichen Architekturen (Standardisierung, Ausbau, Überdachung, Mediengeschichte)
  • Entstehung und Entwicklung der ’neuen‘ Romania, Kreolsprachen, Entkreolisierung
  • Historischer Sprachkontakt (Stratigraphie) mit zugehörigen externen Konstellationen (politisch-soziale Formationen, Kolonisition, Impakt der Religionen, Migration)

Ist die kategorische Trennung zwischen sogenannten ‚internen‘ und ‚externen‘ Aspekten der romanischen Sprachgeschichte überhaupt aufrechtzuerhalten?

Wird die Berechtigung einer historisch präzisen Verordnung sprachlicher Dynamik in der Diachronie anerkannt (Sprachgeschichte ≠ Sprachwandel)?

Inwieweit sind rein ausdrucksseitige Aspekte (Phonetik, Phonologie, Intonation, Prosodie) relevant?

Ist Pragmatik irgendwie relevant? 

Braucht die Romanistik als Fach Annahmen, die jenseits der Deskription liegen?

3. Wissenschaftsbetrieb und Fachtradition

Wie beurteilen Sie die Lagerbildung im Hinblick auf Stellenbesetzungen und Attraktivität für Studierende? Wie nützlich/schädlich ist die ideologische Komponente?

Sollten spezialisierte Studiengänge eingerichtet werden („BA Generative romanische Syntax“)?    

Sind GT und KL in ihren universellen Grundannahmen mit der historischen Dimension der Romanistik (‚Ausgliederung‘, ‚Variation‘) und anderer so genannter ‚Philologien‘ vereinbar?

Schließlich, alle gemeinsam:  – Sollen wir als Linguisten nicht das Etikett ‚Philologie‘ über Bord werfen (bzw. eindampfen für die Bezeichnung des kleinen Teilbereichs, der sich mit Fragen der Edition befasst)?

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