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Akkulturation im Spiegel des Sprachkontakts

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Zitation: Thomas Krefeld (2021): Akkulturation im Spiegel des Sprachkontakts. Version 1 (02.02.2021, 11:57). Lehre in den Digital Humanities. url: https://www.dh-lehre.gwi.uni-muenchen.de/?p=209642&v=1

1. Sizilien - ein Laboratorium für die historische Ethnolinguistik

Die sizilianische Sprachgeschichte ist auf Grund ihrer komplexen Stratigraphie (Link) in besonderem Maß durch Kontakt geprägt, und die Erforschung des Sprachkontakts impliziert immer dann ethnolinguistische Fragestellungen, wenn die in Kontakt stehenden Sprachen mit Gemeinschaften assoziiert sind, die sich über die Sprachen hianus auch in anderen Kulturtechniken deutlich unterscheiden. Ein verlässlicher Indikator für die kulturelle Divergenz von Sprechergemeinschaften und den Grad ihrer Durchlässigkeit/Offenheit sind vor allem - aber nicht unbedingt ausschließlich -  lexikalische (und phraseologische) Entlehnungsprozesse: Sprachkontakt ist potentiell eine Begleiterscheinung von Kulturkontakt und die sprachlichen Veränderungen, die Sprachkontakt mit sich bringt, sind potentiell, d.h. wenn sie gehäuft auftreten,  Ausdruck von gemeinschaftlicher Akkulturation (Link). Gerade in dieser Hinsicht erweist sich das Beispiel Siziliens als lehrreich, da die Insel mit der Arabisierung und Islamisierung (seit 827 n.Chr.) einerseits sowie mit der Rechristianisierung (seit 1061 n.Chr.) im Abstand von ca. 250 Jahren zwei tiefgreifende kulturelle Neuausrichtungen erfahren hat, die jeweils mit spezifischen, nicht einheimischen (autochthonen), sondern von außen kommenden (allochthonen) Sprachen verbunden waren.

2. Zwei Schübe kultureller und sprachlicher Dynamisierung

2.1. Die Islamisierung und das Arabische1Dieses Kapitel ist ein modfizierter Ausschnitt aus Krefeld 2020.

Die arabische Herrschaft (seit 827 n.Chr.) währte in Sizilien zweieinhalb Jahrhunderte, aber die arabische Sprache blieb auch darüber hinaus ein präsentes Adstrat, da auch die sizilianischen Juden neben dem Hebräischen (für religiöse Zwecke) und dem Sizilianischen im Alltag dominant diese Sprache verwendeten (vgl. Caracausi 1983, 53 ff.):

"Quanto alla conquista della Sicilia da parte degli Arabi, essa ebbe luogo, com’è noto a partire almeno dall’827 [...] e sarebbe durata per quasi due secoli e mezzo, fino all’arrivo dei Normanni. Ma la conquista di Palermo nel 1072 da parte di questi ultimi non segnò la scomparsa immediata della lingua araba in Sicilia. Soltanto nel 1246 con la terza deportazione degli Arabi a Lucera (Foggia) o, per meglio dire, solo dopo il 1492, in seguito all’espulsione degli Ebrei dall’isola, si può affermare che l’arabo non fu più usato in Sicilia [...]." (Sgroi 1986, 23)

Über die genauen sprachlichen Adstrat- und Mehrsprachigkeitsverhältnisse zur Zeit der arabischen Eroberung wissen wir zwar wenig:

"Dall’occupazione bizantia alla conquista araba le condizioni linguistiche della Sicilia rimangono avvolte da un velo fitto di nebbia [...]." (Caracausi 1983, 55)

Aber man kann im Lichte der sprachlichen Befunde davon ausgehen, dass der Westen und Süden Siziliens, also grosso modo das Gebiet zwischen Palermo, Trapani, Agrigento und Ragusa am stärksten arabisiert wurden (vgl. Trovato/Valenti 2013, 37). Dieser Prozess wurde von unterschiedlichen Stämmen getragen, die nicht nur von der arabischen Halbinsel, sondern auch aus Syrien, dem Irak, dem Iran, Ägypten und Nordafrika kamen; es waren auch viele Berber darunter, die ihr Zentrum wohl im Südwesten zwischen Mazara del Vallo und Licata hatten (vgl. Varvaro 1981, 83 f.); wie es scheint, sind die Berber selbst zum Arabischen gewechselt.

Das Gebiet der intensivsten Arabisierung zwischen Palermo , Trapani , Agrigento , Ragusa und das Zentrum der Ansiedlung von Berbern zwischen Mazara del Vallo und Licata

Zwei Berberismen sind:

siz. bbabbaluci ‘Schnecke (mit Haus)’ (AIS 459; Link) < arab. Maghreb bābuš (vgl. Pellegrini 1972b, 68 und Trovato/Valenti 2013, 47)
siz. cufuruna ‘Schildkröte’ (AIS 450, Liste in der Legende, P 821; Link) < arab. Maghreb fakrūn(a) < berb. fakrūn (vgl. Pellegrini 1972b, 68 und Trovato/Valenti 2013, 47)

Offensichtlich erfolgte eine dichte Besiedlung:

"La campagna è intensamente coltivata e abitata, berberi arabizzati e siciliani convivono gomito a gomito. L'arabo è la lingua di prestigio e nelle campagne, oltre che in città, si creano le condizioni per il bilinguismo arabo-siciliano, di cui il dialetto ci restituisce ancora oggi i frustoli." (Trovato/Valenti 2013, 37)  

Das Sozial- und Wirtschaftssystem hat sich in dieser Zeit substantiell geändert, denn der Großgrundbesitz verschwand, wie bereits der bedeutende Historiker Michele Amari (1806-1889; Link) herausgearbeitet hat:

"il conquisto musulmano guarì la piaga dei latifondi, la quale avea consumata la Sicilia fino al secolo nono, e ricomparve con la dominazione cristiana del duodecimo." (Amari 1933, zit. zit. in Varvaro 1981, 87)

Außerdem wurde ein neues Steuersystem mit einer Abgabe aller Landbesitzer (zakāt; Link) sowie einer zusätzlichen Landsteuer (arab. haradsch) und einer Kopfsteuer der Ungläubigen eingeführt. Amari rekonstruiert im Gefolge des  gesellschaftlichen Wandels die Entstehung einer - modern ausgedrückt - sizilianischen Identität:

"Per lo storico, dunque, al di là della differenza di religione, esiste una patria siciliana ed una solidarietà siciliana." (Varvaro 1981, 85)

Aus christlicher Sicht resümiert Varvaro:

"Si viveva dunque in una tranquillità relativa, sempre sotto l’incubo di una possibile persecuzione." (Varvaro 1981, 103)

2.1.1. Sizilianische Arabismen

Die lange Präsenz des Arabischen manifestiert sich in zahlreichen lexikalischen Entlehnungen; sie wurden von Trovato/Valenti in onomasiologische Bereiche eingeteilt, die einen weiten Horizont des öffentlichen Lebens und der Alltagspraxis umfassen. Darunter sind wichtige Konzepte, die in der folgenden Tabelle exemplarisch genannt werden. Die massive Akkulturation der Romanen zeigt sich hier sehr deutlich:

Arabische Entlehnungen aus  onomasiologischer Sicht (in Auswahl nach Trovato/Valenti 2013, 39-46, wo sich auch die zugehörigen Bezeichnungen finden)
Sachbereiche Konzepte
Idraulica e coltivazioni REGENWASSERLACHE, QUELLE, FLUSSBECKEN, BRUNNEN, WASSERLEITUNG, WASSERLEITUNG AUS TERRACOTTA, WASSERGEFÄSS, WASSERSCHÖPFWERK, MASSEINHEIT FÜR WASSER
Piante, ortaggi, frutta PISTAZIE, SESAM,  ARTISCHOCKE, BLÜTE VON AGRUMEN, AUBERGINE, JOHANNISBROTBAUM, APRIKOSE, AFFODILL (Link), FEIGE
Casa, costruzioni PLATTE, KUPPEL, STEINERNE BANK (AUSSEN), LAGERRAUM, MAUERNISCHE ZUR AUFBEWAHRUNG, ZELTDACH
Recipienti e utensili domestici KARAFFE, KORB, MATRAZE,  KRUG, TOTENBAHRE, HERD, PACKSATTEL
Mestieri e attributi di persona WEBER, WASSERVERKÄUFER, NARR, SENN, ANFÜHRER DER FISCHER
Cibi KICHERERBSEN, COUSCOUS, THUNFISCH, BROT, AUSGEBACKENES
Misure e monete  
Termini di marina e militari WERFT, SCIROCCO, LEICHTES BOOT, DECKAUFBAU, SCHLEPPNETZ
Panni e addobbi  
Commercio e dogana ZOLL, LAGERHAUS

Die zahlreichen, in der Mehrheit nur dialektalen Bezeichnungen müssen hier nicht aufgeführt werden. Immerhin sollen exemplarisch zwei Vertreter der beiden ersten, wichtigsten Bereiche erwähnt werden.

Ein Beispiel aus der Domäne ‘piante, ortaggi, frutta’, nämlich siz.  żibbibbu ‘weiße Trauben; übereife Trauben’ (< arab. zabīb ‘überreife Weintraube’;  (vgl. VSES, 1212 f.) zeigt, dass auch unstrittige sizilianische  Arabismen über den Handel sehr weite Verbreitung finden konnten. Diese Trauben wurden früher als ROSINEN vermarktet, so dass die Bezeichnung als Zibebe ins (Süd)Deutsche entlehnt wurde; die Herkunft wird schon im DWB 2011 festgestellt (Link). Man beachte, dass es sich gerade nicht um Trauben handelt, die für die Weinproduktion gekeltert wurden; der Alkoholkonsum ist ja im Islam verboten. 

Mit siz. nòria wird ein Wasserschöpfrad, also eine Einrichtung aus der Domäne ‘idraulica e coltivazioni’ bezeichnet, deren Mechanik etwa wie auf dem Photo funktioniert:   

Spanische noria in Algeciras (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Noriacristina.JPG

Der Antrieb erfolgt durch Pferde oder Esel (Link). Das Wort bietet sich an, um auf eine charakteristische Schwierigkeit bei der Erforschung der sizilianischen Arabismen aufmerksam zu machen, denn angesichts fehlender mittelalterlicher Belege könnte es gut sein, dass es erst mit dem Spanischen gekommen ist, wo das Wort einen eindeutigen Arabismus darstellt (vgl. span. noria < arab. nā’ūrah vgl. DRAE, s.v.; Link); in Sizilianischen müsste man also unmittelbar von einem Hispanismus und allenfalls mittelbar von einem Arabismus reden  (vgl. Caracausi 1983, 308). Weiter verbreitet als siz. nòria ist jedoch die synonyme Bezeichnung siz. sénia, die ebenfalls  aus dem Arab. (< arab. sāniya ‘Schöpfrad’) stammt und bereits vor der span. Zeit in siz. Dokumenten belegt ist (vgl. VSES, 964 f. und  Caracausi 1983, 340). Die Sache wurde also wohl mitsamt dieser Bezeichnung direkt in Sizilien von der Arabern übernommen; während der span. Herrschaft  kam über das Span. die zweite Bezeichnung (nòria) hinzu; womöglich stand sie ursprünglich für eine etwas andere Mechanik.

Die spanische Entsprechung von sénia lautet übrigens  aceña (ebenfalls < arab. sāniyah) und das Wortpaar macht auf einen nicht wirklich erklärten, recht systematischen Unterschied zwischen iberoromanischen und sizilianischen Arabismen aufmerksam, denn im Portugiesischen und Spanischen wurden die arabischen Nomina in der Regel (aber nicht immer, wie span. noria zeigt)  mit dem agglutinierten arabischen Artikel al- bzw. as-, ar- entlehnt.   

arabisch spanisch sizilianisch italienisch
(as-)sāniyah aceña sénia  
(al-)quṭún (el) algodón cuttuni cotone
(as-)sukkar (el) azúcar zùccuru zucchero
(al-)kharshūf (la) alcachofa cacòcciula carciofo
(al-)maṭráḥ (el) almadraque matarazzu (nach latinisierender Form mataracium) materasso
(al-)ma‘ṣára almazara ‚Ölmühle‘ màzzara ‚Gewicht zum Beschweren‘ u.ä. vgl. it. mazzerare
(al-)maẖzan almacén magasenu ‚Warenlager‘ magazzino (> frz. magasin), ?< arab.pl. makhāzin (Pl.)
(al-)ẖarrūbah (< Pers.) algarroba carrubba ‚Johannisbrot(baum)‘ carruba (< siz.)
(al-)qaṣr ‚Burg‘

< gr. kastron < lat. castrum

alcázar càssaru ‚corso, via principale‘  
za’faraūn azafran zafrano, zafarana zafferanno

Ein wenig aus der Reihe fällt das folgende Beispiel, da das Französische zwar eine span. Form mit  Artikel voraussetzt (blau markiert), das spanische Standardwort sich jedoch wie das Siz. verhält und gerade keinen Artikel zeigt. 

arabisch spanisch französisch sizilianisch   italienisch
(al-)bāḏinǧānah berenjena aubergine milinciana (x mela)   melanzana

2.1.2. Fazit

Zwar kommen Trovato/Valenti zu einem sehr grundsätzlichen Ergebnis:

"non esiste settore del lessico siciliano che non registri la presenza di parole di origine araba" (Trovato/Valenti 2013, 39).

Es fällt jedoch  auf, dass es sich fast ausschließlich um Substantive handelt, die eher konkrete Sachbegriffe bezeichnen; kein einziges Verb und lediglich ein adjektivisch verwendbares Nomen wird genannt, nämlich:

  • siz. tamarru  ‘zotico, villano’ < arab. tammār ‘venditore di datteri’ ; das Wort ist auch ins aktuelle Regionalitalienische gelangt (Trovato/Valenti 2013, 43; Link).

Keines der zahlreichen Substantive bezeichnet ein sehr abstraktes Konzept, wie z.B. eine Charaktereigenschaft oder einen moralischen Wert; auch der Bereich des privaten, familiären Zusammenlebens wird nicht erwähnt.  - Die Tatsache, dass die arabophone Gemeinschaft sich aller größtenteils weiterhin auf die islamische und in geringen Maße auf die jüdische  Religionsgemeinschaft abbilden lässt, ist auf den ersten Blick nicht erkennbar.  Allerdings spricht das Fehlen von Entlehnungen aus dem emotionalen, privaten und intimen Wortschatz gegen eine enge Verflechtung der koexistierenden romanisch und arabischsprachigen Gemeinschaften und genau darin mag man einen Ausdruck der starken Segregation der Bevölkerung durch die unterschiedliche Religionszugehörigkeit sehen.

2.2. Rechristianisierung und das Galloromanische

2.2.1. Normannen2Dieses Kapitel ist ein modifizierter Ausschnitt aus Krefeld 2021b

Unumstritten war die arabische Herrschaft niemals, denn  nach wie vor erhob die neben dem Islam zweite, (ost)mediterrane Großmacht, nämlich Byzanz, Ansprüche, die bei Gelegenheit virulent wurden. In Verbindung mit einem byzantinischen Heer kamen dann die ersten Normannen nach Sizilien (vgl. (Houben 1997, 15)). Namentlich werden zwei ‘Normannen’  identifiziert, nämlich die Brüder Guillaume Bras de Fer/Guiglielmo Braccio di Ferro und  Drogon de Hauteville/Drogone di Altavilla, von denen wir genau wissen, aus welcher Gegend sie ursprünglich kamen: aus der nach den Normannen benannten Normandie, von wo aus sie in die Grafschaft Aversa (in der Nähe von Caserta) gekommen waren, die der Normanne Rainulf Drengot 1029 gegründet hatte. Letztlich gehen die Normannen jedoch auf sogenannte Wikinger, d.h. auf skandinavische Seefahrer zurück, die seit dem 8. Jahrhundert immer wieder teils sehr ausgedehnte Raubzüge nach Süden, Osten und später auch nach Westen bis Amerika unternahmen; im Gebiet der heutigen Ukraine und Russlands sind sie unter dem Namen Waräger bekannt geworden. 

Aus sprachwissenschaftlicher Sicht entscheidend ist die Tatsache, dass die Normannen sich in Frankreich offensichtlich sehr schnell akkulturiert haben; die Grafschaft Normandie wurde im Jahre 911 eingerichtet und nach Italien (ab ca. 1000) und nach England (1066, Guillaume le Conquérant) kamen sie als romanisch sprechende Christen, die Latein schrieben und sich das fränkische Recht zu eigen gemacht hatten (vgl. dazu  Falkenhausen 1980, 22 und allgemein zu den Anglo-Normannen und den Mittelmeer-Normannen Link).

"Das Geheimnis des normannischen Erfolgs war die rasche Anpassungsfähigkeit an Situationen und Umgebungen." (Houben 1997, 13)

Die ersten Normannen sind um 1000 in Süditalien auf dem Rückweg von einer Pilgerfahrt nach Jerusalem bezeugt; sie halfen dem langobardischen Fürsten Waimar III. (989-1027) von Salerno gegen die Araber und wurden daraufhin zum Bleiben aufgefordert. Ob es sinnvoll ist, die byzantinischen Waräger und die romanischen Normannen mit ein und demselben ethnischen Oberbegriff zu fassen, wie es Ostrogorsky im obigen Zitat unternimmt („varägo-russisch“ und „varägo-englisch“), darf wohl in Frage gestellt werden. Jedenfalls verselbständigen sich die Normannen im byzantinischen Diensten:

"Aus Söldnern begannen Eroberer zu werden. Die zwölf mächtigsten unter den Normannen legten sich den Grafentitel zu. Ihren Anführer Wilhelm ‘Eisenarm’ wählten sie 1042 zum ‹Grafen von Apulien›" [...] (Houben 1997, 11)

In den folgenden Jahres lässt sich dann eine regelrechte Staatsbildung feststellen, die begründet wurde, als Robert Guiscard, ein Halbbruder von Wilhelm Eisenarm, vom Papst nach einer verheerenden Niederlage als Herzog eingesetzt wurde (sogenannte Investitur). Der Titel,

"Robertus Dei gratia et sancti Petri dux Apulie et Calabrie et utroque subveniente futurus Sicilie" (zit. in Houben 1997, 12)

ist nun für die sizilianische (Sprach-)Geschichte bemerkenswert, denn die Investitur ist mit dem Programm ("subveniente futurus") der Eroberung Siziliens eigentlich schon ganz im Sinne der Kreuzzugssideologie verknüpft:

"Quel che conta è lo sfondo ideologico dell’iniziativa, che è esplicitamente – per quanto ante litteram – quello di una crociata [...]" (Varvaro 1981, 125)

Die Normannen spielten dann auch bei den Kreuzzügen nach Palestina ein wichtige Rolle. Über die normannische Eroberung Siziliens sind wir dank einer zeitgenössischen Chronik von Goffredo Malaterra, De rebus gestis Rogerii Calabriae et Siciliae comitis et Roberti Guiscardi ducis fratris eius (letztes Jahrzehnt des 11. Jahrhunderts)gut informiert. Die wichtigste Rolle spielten Robert Guiscard und sein jüngerer Bruder Roger. Im einzelnen ist es nicht einfach die Zahl und genaue Zusammensetzung des ‘normannischen’ Invasionsheeres einzuschätzen. Malaterra sagt, Roger sei "cum trecentis militibus" (Malaterra 1928, lib. sec. X) nach Sizilien gekommen; wenn es Ritter waren, darf man davon ausgehen, dass zu jedem 2-4 andere Leute gehörten. Aus Namenstatistiken  hat man 400 Namen ermittelt (vgl. Ménager 1975):

"In Sicilia i normanni costituiscono dunque un ceto poco numeroso, ma di grande peso e prestigio sociale." (Varvaro 1981, 201)

Diese Situation hat sich anscheinend auch im 12. Jahrhundert nicht geändert, als das apulische Reich von Robert Guiscard und das sizilianische von Roger I. unter Roger II. zu einem Gesamtstaat zusammengeführt wurden.:

"tra i laici delle classi alte i normanni rimanevano, ancora in pieno secolo XII, numericamente dominanti. È appena il caso di ricordare che [...] buona parte delle alte cariche ecclesiastiche dell’isola furono conferite a normanni [...]." (Varvaro 1981, 199)

2.2.2. Ein staatliches, gesellschaftliches und kulturelles Modell

Es muss unterstrichen werden, dass unter Roger II.  ein durchaus bedeutsames Staatsgebildes mit anspruchsvoller administrativer, speziell rechtlicher Infrastruktur entstand. Das zeigt sich z.B. In den so genannten  Assise di Ariano (???), die als Nukleus einer Konstitution angesehen werden dürfen, der im staufischen Nachfolgereich unter Friedrich II. systematisch ausgebaut  wurde; durch die Heirat seiner Erbtochter Konstanze (vgl. Baaken 1979) mit dem staufischen Kaiser Heinrich VI. hat Roger II im Übrigen die Integration des normannischen Staats in das staufische Kaiserreich gewissermaßen dynastisch vorbereitet.

Offenkundig entstand damit auch ein spezifischer sizilianisch-süditalienischer Wirtschaftsraum, wie sich in der Verbreitung einer Bezeichnung des Konzepts KAUFEN,  sizilianisch und süditalienisch accattari (< norm.fra. acater, vgl. fra. acheter), ganz eindeutig zeigt (vgl. AIS, Karte 822; s.u.). In einer ganzen Reihe anderer  normannisch-französischer Entlehnungen spiegelt sich gleichzeitig eine massive Akkulturation der sizilianischen Bevölkerung. Iride Valenti hat dies in einer interessanten Studie am Beispiel der Ernährungsgewohnheiten herausgearbeitet:

"I Normanni [...] importarono anche nell’Italia meridionale e in Sicilia il modello culturale celtico e germanico, all'interno del quale la carne rappresentava il valore alimentare per eccellenza in quanto simbolo del potere e mangiare molto equivaleva a ribadire una superiorità animalesca sui propri simili (Montanari | 1994: 21-23 e 31). All'ideale di misura espresso dalla cultura greca e romana che, riconoscendo nel grano il simbolo della propria civiltà, immaginava un’Eta dell’Oro felicemente vegetariana, si contrapponeva ora il valore alimentare riconosciuto alla carne dal modello culturale e produttivo dei nuovi signori, quel modello col quale, alcuni secoli prima (a partire dal VII-VIII), le regioni dell’Italia del Nord avevano già avuto modo di confrontarsi.
All’interno di questo modello, la natura selvatica e gli spazi incolti non erano avvertiti «come una presenza ingombrante, come un limite alle attività produttive dell'uomo, ma piuttosto come spazi da usare (Montanari 1994: 19-29)»." (Valenti 2011, 31 f.)

Es ist zweifellos richtig, dass mit den Normannen ein anderes ‘Kulturmodell’ nach Sizilien kam, wenngleich man es angesichts seiner nordfranzösisch-christlichen Prägung nicht als "celtico e germanico" bezeichnen sollte3Dementsprechend irreführend ist auch die Redeweise von "popoli germanici" in Valenti 2011, 27.. Grundlegend für diese Neuorientierung ist die Einführung des Lehnswesens (ita. feudo4Genau dazu passt der Erstbeleg diese Worttyps zu Beginn der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts in Aversa, der ersten normannischen Graftschaft Süditaliens vgl. Falkenhausen 1980, 224, zit. in (Valenti 2011, 27, Anm. 14)), das einen massiven Ausbau der Großtier- und insbesondere der SCHWEINEZUCHT mit sich brachte. Außer dem genannten Bezeichnung des FLEISCHERs  und des DÜNGERs gehören dazu u.a. die folgenden Entlehnungen: 

Entlehnungen aus dem normannischen Französischen (Tierhaltung und -verarbeitung; (aus Valenti 2011, 61-81))
französisch/provenzalisch siz.
altfra. bochier (fra. boucher), boucherie  vucceri ‘Metzger’, dazu vucciria ‘Markt’
fra. bacon ‘gepökelter Speck’ bbacuni ‘Schinken’, in dieser Bedeutung nicht mehr vorh.
fra. andouille nnugghja ‘Kutteln’
altprov. melsa mèusa ‘Milz’
altfra. frecenge 'Ferkel' (FEW 15, 180 ff.) frisinga ‘junge Sau’
altprov. budel vudeḍḍu ‘Darm’

Eine Bestätigung findet die Annahme eines mit den Normannen verbreiteten kulturellen Modells übrigens in den parallelen Entlehnungen, die nach der normannischen Eroberung Englands (1066) ins Englische erfolgt sind (engl. butcher, bacon, beef, mutton). 

2.2.3. Relative Toleranz

Das normannische Sizilien scheint sich, mindestens nach der Konsolidierung unter Roger II. durch zunehmenden rechtlichen und religiösen Pluralismus ausgezeichnet zu haben. In den Assise wird ausdrücklich allgemeine Gültigkeit der neuen Gesetze festgeschrieben ("generaliter ab omnibus"), aber gleichzeitig werden bestehende Bräuche, Gewohnheiten und Gesetze nicht aufgehoben, wegen der Heterogenität der Untertan ("pro varietate populorum"):

"I. De legum interpretatione
Leges a nostra maiestate noviter promulgatas [...]; obscura dilucidantes, generaliter ab omnibus precipimus observari, moribus, consuetudinibus, legibus non cassatis pro varietate populorum nostro regno subiectorum [...]" (Assise, 26).

Die Muslime haben sich in bestimmten Gegenden massiert:

"il Corleonese diventa una zona di rifugio armato [...] per i contadini della Sicilia orientale e centrale, come testimoniano i cognomi raccolti dal Cusa, Rametta, Vaccaria, Termini, Modica, Castrogiovanni, Mineo, Polizzi, Bonifato (Vallelunga), e anche Sciacca e Trapani" (Bresc 1984, 250) 

Und die muslimische Bevölkerung konnte trotz aller rechtlichen Unsicherheit auch  eine gewisse Unabhängigkeit bewahren:

"la popolazione musulmana [...] mantiene nei casali l’embrione di una struttura autonoma (nobiltá araba tribale, famiglia, capi politici, i gaiti, numerose nelle zone quasi autogestite di Vallelunga, del Platani, e del Corleonese)"  (Bresc 1984, 248)

Das Christentum wurde durch zahlreiche basilianische (Link) Neugründungen und Zuwanderung aus dem Meridione gestärkt; auch der Gebrauch des Arabischen scheint in den orthodoxen Ritus Eingang gefunden zu haben. Interessant sind vor allem namenkundliche Befunde, wie z.B. arabische Elternamen in Verbindung mit griechischen Namen ihrer Kinder oder Hybridnamen, die darauf schließen lassen, dass auch Franzosen zur Orthodoxie übergegangen sind. Die Tatsache, dass in den Katastern sowohl griechische wie französische und arabische Titel auftauchen spricht für eine gewisse arabische Kontinuität in den Institutionen (vgl. Bresc 1984, 249).

2.2.4. Normannisch und andere fra. Dialekte

Mit den Normannen werden wohl auch Ritter aus anderen Gegenden Frankreichs gekommen sein. Varvaro geht davon aus, dass die Reiterei 

„che in larga prevalenza doveva essere transalpina, e che la coscienza di sé come gruppo dominante doveva rafforzare notevolmente l’attaccamento alle proprie tradizioni, e tra di esse in primo luogo alla lingua“. (Varvaro 1981, 197)

Tatsächlich gibt es etliche sprachliche Indizien für einen auch nicht-normannischen französischen Input. Einschlägig sind Wörter, deren lateinisches Etymon die Verbindung c +enthält, denn hier tritt in den meisten französischen Dialekten eine Palatalisierung ein (k > t∫ > ∫). Aber in den nordwestfranzösischen Dialekten und damit im Normannischen hat dieser Wandel nicht stattgefunden, wie sich in den modernen Dialekten oft noch nachweisen lässt. Mit den Normannen sind entsprechende fra. Dialektformen dann ins Engl. gekommen. Hier zwei Beispiele:

lat.   fra. dial. Normandie fra.  eng.
carpentarium >   charpentier [∫- < chemt∫-] ‘Zimmermann’  
> [karpãˡtje] (ALF, Karte 244)   > carpenter 

Sizilianische  Beispiele mit französischem, aber nicht normandischem Anlaut (aus Trovato/Valenti 2013, 51 ff.)) sind:

lat.   fra. siz.
cantor > chantre ‘Sänger (in der Kirche)’ ciantru (Pasqualino 1785-1795c, 1, 313), in arab. Quellen ǧntr 
caminata > cheminée ‘Kamin’ ciminia (Pasqualino 1785-1795c, 1, 319)
carmen  > charme ‘Zauber’ → ciarmu 
    chevrel (neufra.chevreau) ‘Zicklein’, Dim. zu chèvre ‘Ziege’ (lat. < capram) → ciavareḍḍu ‘capretto’

Ein anderes typisch galloromanisches Beispiel ist die Reduktion der Gruppe tr > rr, wie  in parrinu ‘Taufpate’ oder nurrizza: 

lat   ita. fra. siz.
patrinus
>  ‘padrino ‘Taufpate’    
>   parrin ‘Taufpate’ → parrinu ‘Taufpate’, AIS, Karte 35
nutricem
> nutrice    
>   nourrice ‘Amme’ → nurrizza

Aus dem Fra. stammen auch die Wortbildungssuffixe -agghja (-aglia), -utu, -àggiu, -ata, -anza (-enza), -uni (als Diminutiv), -eri.  Sie sind mehr oder weniger produktiv und haben auch zur Derivation von sizilianischen Basen gedient (durceri ‘pasticciere’). 

Zum Teil sind bei den galloromanischen Entlehnungen interessante innerromanische Kontaktphänomene zu beobachten, wie im folgenden Beispiel. Hier wurde die französische Basis der Entlehnung offensichtlich durch die vom selben lateinischen Etymon stammende  siz. Kognate vurpi im Anlaut und wohl auch im Liquid  beeinflusst (das Wort ist im Fra. seit altfranzösischer Zeit weitestgehend durch renard ersetzt worden5ALF 1147 zeigt nur im Aostatal noch Relikte.):

lat.   fra. siz.
vulpem ‘Fuchs’
>    vurpi ↓ ‘Fuchs’ (vgl. AIS 435)
> goupil + -on (goupillon) ‘Füchslein’  vurpigghjuni ‘Füchslein’

In anderen Fälle liefert die Geolinguistik eindeutige Hinweise für die Herkunft sizilianischer Wörter aus dem Galloromanischen; hier einige sizilianische Beispiele aus Ruffino 2001, 26, die, womöglich, durch Links auf den ALF und AIS ergänzt wurden:

fra. Standard fra. dial. Normandie siz.  
acheter [akaˡte] (ALF, Karte 6) accattari ‘kaufen’, AIS, Karte 822 (vgl. VSES, 266 ff.) (und ganz Süditalien)
belette [baˡlet] (ALF, Karte 123)

baḍḍòtula ‘Wiesel’, AIS, Karte 438

(Südkalabrien)
se cacher [sə  muˡ∫e] ALF, Karte 191 ammucciàrisi ‘sich verstecken’, AIS, Karte 900 (Kalabrien und Lukanien)
boucher [buˡ∫e] ALF, Karte 152 vucceri ‘Metzger’, AIS, Karte 244 (Kalabrien und Apulien)
couturier   custureri ‘Schneider’, AIS, Karte 259 (Südkalabrien)
percer [pɛrˡ∫e] ALF, Karte 997 pirciari ‘durchbohren’  
jument [ʒyˡmã] ALF, Karte 736 imenta ‘Stute’, AIS, Karte 1062 (ganz Süditalien)
fumier [fœmˡje] ALF, Karte 618 fumeri ‘Mist; Dünger’, AIS, Karte 1178 (vgl. VSES, 396 f.) (sporadisch in Süd., P 732) 

Die unter christlicher Herrschaft grundsätzlich geänderten Ernährungsgewohnheiten zeigen sich nicht nur in den genannten Bezeichnungen der Fleischverarbeitung und des Fleischkonsums, sondern ganz analog in der Wiederführung des WEINs. Symptomatisch ist die AIS-Karte 1313 UVA (Link), die für ganz Sizilien ausschließlich die Bezeichnung

  • siz. racinu < fra. raisin (< lat. *racimus, racēmus)

belegt. Der lat. Typ uva fehlt dagegen vollkommen.

Bibliographie

  • Krefeld 2020 = Krefeld, Thomas (2020): Die Islamisierung Siziliens und der arabische Sprachkontakt, in: Lehre in den Digital Humanities (Link).
  • Ménager 1975 = Ménager, Léon-Robert (1975): Inventaire des familles normandes et franques émigrées en Italie méridionale et en Sicile:(XI-XII siècles), in: Centro di ricerca pergamene medievali e protocolli notarili, Romaa.
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