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Konzept – ROTE KARTE

ROTE KARTE ‚Der Schiedsrichter zückt diese Karte bei schweren Foulspielen oder Beleidigungen, sie führt zum Platzverweis und einer Sperre des entsprechenden Spielers.‘

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por spa cat fra ita roh ron Etymologie
cartão vermelho tarjeta roja

tarjeta vermella

tarjeta roja

carton rouge cartellino rosso carta cotschna cartonaș roșu Lehnübersetzung Eng. red card
           exclusiun  

Bedeutungserweiterung

 

In allen romanischen Sprachen ist die Lehnübersetzung von der Englischen red card üblich. Im Spanischen und Katalanischen wird tarjeta und nicht carta herbeigezogen. Tarjeta wird im Spanischen neben der roten, bzw. gelben Karte des Schiedsrichters für Postkarte, Kreditkarte und Visitenkarte verwendet. Carta wird meist für größer formatierte Karten verwendet so zum Beispiel die Speisekarte, Urkunden, Landkarten und Briefe verwendet, eine Ausnahme machen die Spielkarten (cartas). Tarjeta wird vom Französischen targette, der Diminuitivform von targe abgeleitet. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde damit ein kleines Lederschild welches zu Verzierung diente bezeichnet, ab dem 17. Jahrhundert veränderte sich die Bedeutung des Begriffs hin zu einem Schieberiegel oder Schnappschloss. Dies ist auch heute im Französischen noch die aktuelle Übersetzung für targette. [etimologias de chile] Das vom Lateinischen charta(m) abstammende Lehnwort carta, welches in den restlichen Sprachen mit unterschiedlichen Suffixen gebräuchlich ist, kann im Italienischen auf Anfang des 13. Jahrhunderts zurückgeführt werden. Die Verwendung von cartellino ist 1846 von Carena aufgezeichnet. Bei dem Suffix -ino der italienischen cartellino (von cartello) handelt es sich um eine besondere Untergruppe der Suffixe, die suffissi alterati. Sie wirkt nicht worklassenändernd, abstrahierend oder konkretisierend sondern verleiht dem Grundwort eine bestimmte semantische Verfeinerung die zur Diminutiv- und Augmentativbildung (Bildung von Koseformen und Abwertung) dient. In diesem Fall ist jedoch festzustellen, dass sich die ursprüngliche alterative Suffigierung in ihrer Bedeutung konkretisiert und verfestigt hat, was auslöst, dass der Begriff nicht mehr in seiner alterativ suffigierten Form empfunden wird. [cronaca calcistica S. 88, 89]. Im Französischen wird carton unter Anderem zum Beispiel auch für die Bezeichnung von Spielkarten verwendet.

Das Adjektiv ‚rot‘ wird im Portugiesischen und Katalanischen von Lateinischen vermis, einem kleinen Tier, welches für die Gewinnung von roter Farbe hergenommen wurde, abgeleitet. Spanisch, Katalanisch, Französisch, Italienisch und Rumänisch stützt sich auf das Lateinische russus, und Lateinische Lehnwort für das Rätoromanischen ist coccinus.

 

 

Da die rote Karte zu einem Platzverweis und somit dem Ausschluss vom Spiel führt, hat sich in der Rätoromanischen Fußballsprache, nicht nur die sinnbildlich für den Ausschluss stehende rote Karte, sondern auch die konkrete Benennung der Strafe exclusion durchgesetzt. Dieses Bedeutungserweiterung ist ein weiteres Beispiel der Sprachökonomie. 

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