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1. Archäologie – was ist das überhaupt?

Archäologie ist eine Wissenschaft, die sich der Erforschung vor allem der materiellen Spuren vergangener menschlicher Kulturen widmet.

Archäologinnen und Archäologen untersuchen vor allem Befunde und Funde, die sich im Boden erhalten haben, manchmal aber auch obertägig erhaltene Denkmäler. Diese werden auch „archäologische Quellen“ genannt.

Funde sind bewegliche und unbewegliche, vom Menschen geschaffenes Dinge (Artefakte) . Auch die Reste natürlicher Materialien in archäologischen Kontexten, zum Beispiel Tierknochen, Pflanzenreste sowie die Überreste der Menschen selbst können als Funde bezeichnet werden.

Keramik ist eine der häufigsten Fundgruppen: Schale der Linearbandkeramik aus der Jungsteinzeit (ca. 5500 v. Chr.).

Befunde sind vom Menschen geschaffene Strukturen, z. B. Gruben, Gräben, Häuser, Gräber, etc. Viele davon lassen sich nur durch Ausgrabungen erkennen.

Wall und Graben einer eisenzeitlichen Viereckschanze haben sich noch gut im Gelände erhalten.

Häufig sind von Häusern und andere Bauten nur noch Verfärbungen im Boden übrig.

Wir erschließen uns diese Quellen durch Feldbegehungen (Prospektionen) und Ausgrabungen aber auch durch die Auswertung von Bildern.

Archäologen auf einer Ausgrabung.

Wir wollen wissen, wie die Menschen in der Vergangenheit gelebt haben, was sie aßen, wie sie ihre Umwelt veränderten und vieles mehr! Ziel ist es, ein möglich genaues Bild von der Vergangenheit zu gewinnen.

Wie lebten die Menschen in der Steinzeit? Wie bauten sie ihre Häuser und was aßen sie? Das sind spannende Fragen!

2. Welche Spezialisten gibt es?

Die Archäologie besteht aus verschiedenen Einzelfächern, die unterschiedliche Zeiträume oder Regionen auf der Welt erforschen oder aber verschiedene Methoden anwenden.

Die Ägyptologie erforscht alle Bereiche der altägyptischen Hochkultur (Alltagsleben, Sprache und Literatur, Geschichte, Religion, Kultur und Kunst, Wirtschaft, Recht, Ethik und Geistesleben) von der Vorgeschichte des 5. Jahrtausends v. Chr. bis zum Ende der Römerherrschaft im 4. Jahrhundert n. Chr.

Die Pyramiden Ägyptens werden von der Ägyptologie erforscht.

Die Klassische Archäologie untersucht die Bauten, Städte und Funde (Statuen, Keramik, Malerei…) der Kulturen des Mittelmeerraums und angrenzender Regionen vom 2. Jahrtausend vor bis zum 4. Jahrhundert nach Chr. Dazu gehören vor allem Griechenland, Italien und die Türkei.

Ein griechischer Tempel auf Sizilien.

Prähistoriker erforschen die Vor- und Frühgeschichte aller Erdteile. Sie beschäftigen sich vor allem mit schriftlosen oder schriftarmen Kulturen seit der Entstehung der Hominini vor etwa 7 Millionen Jahren. Zu den Homini gehören die verschiedenen Arten der Gattung Homo, einschließlich des heute lebenden Menschen (den wir auch Homo sapiens nennen) sowie die ausgestorbenen Vorfahren dieser Gattung.

Die Vorgeschichte ist der längste Abschnitt der Menschheitsgeschichte. Er reicht bis zur Erfindung bzw. zur Übernahme der Schrift und dauert somit in unterschiedlichen Regionen der Welt unterschiedlich lange. In Ägypten endet die Vorgeschichte um 3000 v. Chr., in Süddeutschland mit der Ankunft der Römer 15 vor Chr. und in Norddeutschland im frühen Mittelalter im 8. Jahrhundert nach Christus.

In dem Zeitabschnitt, den wir als Frühgeschichte bezeichnen, beginnen die Menschen viele Texte zu verfassen: religiöse Texte, historische Aufzeichnungen, Gedichte, Gesetzestexte, Urkunden… Über viele Bereiche des Lebens wissen wir aber nur über die archäologischen Funde Bescheid: zum Beispiel wie die Menschen ihre Häuser errichteten, wie sie ihre Toten bestatteten, wie sie ihre Felder bestellten etc. Vor allem das frühe Mittelalter (Mitte des 6. Jahrhunderts nach Christus bis ca. 1050) kann in unserer Gegend hauptsächlich über archäologische Funde erschlossen werden.

Eine Urkunde des frühen Mittelalters.

Die Anthropologie ist die Wissenschaft vom Menschen, seiner Entwicklung und seiner Lebensweise. Sie untersucht Skelettreste (unverbrannt und verbrannt) und kann daran zum Beispiel das Geschlecht, das Sterbealter, die Größe, die Krankheiten, die Verletzungen und die Ernährungsgewohnheiten der Menschen. 

Ein Skelett wartet auf seine Untersuchung.

Die Paläogenetik untersucht die fossile DNA der Menschen.

Ein Häufchen verbrannter Knochen: ob sich da noch etwas herausfinden lässt?

Archäozoologinnen und Archäozoologen beschäftigen sich mit den Überresten von Tieren aus archäologischen Ausgrabungen: nämlich mit Knochen von Säugetieren und Vögeln, aber auch mit Fischreste, Fell- und Federresten, Eierschalen, Schalen von Schnecken und Muscheln, Insektenresten und Parasiten. Die unterschiedlichen Tierarten aber auch Alter, Geschlecht, Größe, Krankheiten oder Schlachtspuren der Tiere können untersucht werden. Interessant ist, welche Tiere die Menschen zähmten und welche sie aßen.

Große oder kleine Schafe? Das sieht man an den Mittelfußknochen.

Archäobotanikerinnen und Archäobotaniker untersuchen die pflanzlichen Reste aus archäologischen Grabungen. Das können so genannte Makroreste sein, also Getreidekörner, Samen von Hülsenfrüchten, Reste von Öl- und Faserpflanzen oder Obstkerne. Interessant sind aber auch Reste von Holz und Holzkohlen. 

Verkohlte Getreideähren.

Die Pollenanalyse erforscht den Blütenstaub und die Sporen von Pflanzen. Ziel der Archäobotanik (auch Paläobotanik) ist es, mehr über die Umweltverhältnisse und ihre Veränderungen, die Domestikation von Wildpflanzen und die Ernährungsgewohnheiten der Menschen zu erfahren.

Pollen unter dem Mikroskop.

Es gibt auch eine Reihe von Fächern, die nicht direkt zur Archäologie gehören, aber mit den Archäologen eng zusammenarbeiten:

Die Geologie ist die Wissenschaft von Aufbau, Zusammensetzung und Struktur der Erdkruste, der Eigenschaften ihrer Gesteine und ihrer Entwicklungsgeschichte sowie der Prozesse, welche die Erdkruste formten und bis heute formen. Für Archäologinnen und Archäologen ist vor allem interessant, welche Gesteinsarten die Menschen früher nutzten und wo diese herkamen.

Hornstein war ein wichtiges Rohmaterial zur Herstellung von Geräten in der Vorgeschichte.

Die Bodenkunde interessiert sich für die Verbreitung, Entwicklung und Qualität der Böden, auf denen Menschen siedelten. Die Bodenentwicklung wird durch das Klima, das Relief, das Ausgangsgestein, das Wasser, die Fauna, die Flora und durch menschliche Tätigkeiten beeinflusst.

Ein Bodenkundler (Pedologe) untersucht eine in Seesedimente eingebettete Siedlungsstelle.

Die Paläoklimatologie versucht mithilfe indirekter Klimaanzeiger die klimatischen Verhältnisse der Vergangenheit zu rekonstruieren. Dies können Eisbohrkerne, Gletscherstände, Baumringe, See- und Meeressedimente aber auch spezielle Tier- und Pflanzenarten, die für bestimmte Klimaphasen typisch sind, sein.

Wie entwickelte sich das Klima in der Vergangenheit? Diese spannende Frage wird von der Paläoklimatologie erforscht.

3. Welche Zeiträume werden untersucht?

Die Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie interessiert sich besonders für die frühen Abschnitte der Menschheitsgeschichte:

3.1. Die Steinzeit

Die Geschichte der Menschheit beginnt mit der Steinzeit, denn die ersten von Menschenhand geschaffenen Werkzeuge bestanden aus Steinen. Die Steinzeit wird in drei verschiedene Abschnitte unterteilt:

3.1.1. Die Altsteinzeit (auch Paläolithikum genannt)

Das Altpaläolithikum ist der längste Abschnitt der Steinzeit. Es begann vor etwa 2,5 Millionen Jahren in Afrika, als frühe Hominiden (Verwandte der heutigen Menschenform Homo Sapiens) anfingen, die ersten Werkzeugen aus Geröllen herzustellen. Auf Englisch nennt man diese Werkzeuge pebble tools (Geröllgeräte). Die Menschen waren Jäger und Sammler und lebten nicht in festen Häusern und ständig am selben Ort, sondern in wechselnden Lagern. 

Das Klima des Paläolithikums war geprägt durch lange Kaltzeiten, die immer wieder durch kürzere Wärmphasen unterbrochen wurden. In den kältesten Abschnitten waren weite Teile Europas, darunter die Alpen, stark vergletschert, so dass eine Besiedlung unmöglich wurde. Da große Mengen Wasser in den Gletscher gebunden waren, lag der Meeresspiegel in den Kaltzeiten deutlich tiefer. So war England keine Insel, sondern Menschen und Tiere konnten trockenen Fußes dorthin gelangen.

Im Süden Europas (Spanien) lassen sich die ersten menschlichen Spuren vor etwa 1,7 Millionen Jahren nachweisen. Vor etwa 700.000 Jahren breitete sich der Homo Heidelbergensis von Südeuropa aus Richtung aus. Nördlich der Alpen lassen sich die ersten menschlichen Spuren vor etwa 600.000 Jahren nachweisen. Sie werden ebenfalls dem Homo Heidelbergensis zugeordnet. Knochenreste und Siedlungsspuren der ersten Menschen in Europa, die in das Altpaläolithikum gehören, sind sehr selten aufzufinden.

Etwas besser kennen die Archäologen die Zeit der Neandertaler (Homo Neanderthalensis), das Mittelpaläolithikum. Es begann vor ca. 300.000 Jahren und endete um 38.000 v. Chr., als die letzten Neandertaler aus bislang unbekannten Gründen ausstarben. Im Norden Europas jagten die Neandertaler vor allem Großtiere wie Mammuts, Rentiere oder Wisente, die in den Kältesteppen lebten. In den kältesten Abschnitten der Eiszeit aber mussten sich die Menschen nach Süden zurückziehen, obwohl sie längst das Feuer beherrschten.

Im Jungpaläolithikum ab etwa 38.000 v. Chr. trat der moderne Mensch (Homo Sapiens), der sich in Afrika entwickelt hatte, erstmals in Europa auf. Auch er lebte als Jäger und Sammler in Zelten oder Höhlen und folgte innerhalb des Jahresverlaufs den Zügen der großen Beutetiere wie Rentiere, Mammuts, Pferde oder Elche. 

So sahen vermutlich die Zelte der jungpaläolithischen Jäger von Gönnersdorf (Rheinland-Pfalz) um 13.000 v. Chr. aus.

Mit dem modernen Menschen kamen viele neue Erfindungen auf: die ersten Kunstwerke (Höhlenmalerei und kleine Schnitzereien von Menschen und Tieren), die ersten Musikinstrumente (Flöten und Trommeln), Speerschleudern, sehr große Feuersteinklingen, Knochennadeln zum Nähen, der Hund als erstes Haustier des Menschen

Mit der Speerschleuder konnte man seinen Speer viel weiter werfen.

Im Jungpaläolithikum kam es immer wieder zu Phasen starker Vereisungen mit Gletschervorstößen (genannt Kältemaxima), während denen sich die Menschen aus Mitteleuropa weitestgehend zurückziehen mussten. In wärmeren Phasen kehrten sie wieder zurück. 

3.1.2. Die Mittelsteinzeit (auch Mesolithikum genannt)

Um 9600 v. Chr. endete die letzte Eiszeit und es begann unsere heutige Warmzeit, auch Holozän genannt. Nachdem die Gletscher weitgehend aus den Alpen und dem Alpenvorland verschwunden waren, breitete sich rasch der Wald in unserer Region aus. Waldtiere wie Rothirsche, Rehe, Elche, Auerochsen und Wildschweine lebten hier. In den größeren Höhenlagen der Alpen, die die Menschen jetzt auch vermehrt aufsuchten, zählten auch Gämsen, Steinböcke und Murmeltiere zur Jagdbeute.

Die Menschen des Mesolithikums gingen auf die Jagd, sammelten Pflanzen oder fingen Fische, um sich mit Nahrungsmitteln zu versorgen.

Die Menschen der Mittelsteinzeit passten sich schnell an ihre veränderte Umwelt an. Mit Pfeil und Bogen gingen sie auf die Jagd. Die Pfeile waren mit kleinen, geometrisch Steineinsätzen bewehrt, die man Mikrolithen nennt.

Diese kleinen Pfeileinsätze nennt man Mikrolithen.

Auch der Fischfang war eine wichtige Nahrungsquelle, deshalb finden sich viele mesolithische Fundstellen am Wasser, zum Beispiel an Seeufern. Da die Menschen nach wie vor als Jäger und Sammler lebten, kannten sie keine festen Behausungen, sondern errichten auf ihren Lagerplätze Zelte, die im Boden nur wenige Spuren hinterlassen haben. Es ist deshalb für die Archäologinnen und Archäologen oft nicht einfach diese Lagerplätze nachzuweisen. Oft entdecken sie nur die Feuerstellen und die Abfälle, die zurückblieben.

Das erste Tier, das der Mensch zähmte, war der Wolf.

3.1.3. Die Jungsteinzeit (auch Neolithikum genannt)

Die Jungsteinzeit ist die Epoche, in der der Mensch erstmals sesshaft wurde, d.h. feste Häuser, Dörfer und später sogar Städte errichtete.

In der Jungsteinzeit errichten die Menschen erstmals feste Siedlungen und bauten Pflanzen an.

Anstatt auf die Jagd zu gehen und Pflanzen zu sammeln, betrieben die Menschen Ackerbau und hielten Tiere wie Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen. Sie legten Vorräte an und stellten Keramik und geschliffene Steingeräte her. Ihre Lebensweise änderte sich also komplett! 

So sah die Keramik der ersten Bauern in Süddeutschland aus.

In der Jungsteinzeit stellten die Menschen häufig geschliffene Steingeräte wie dieses Beil aus Gerold her.

Im Vorderen Orient begann dieser neue Abschnitt in der Geschichte der Menschheit bereits um 9000 v. Chr. Von dort breitete sich die neue Lebensweise allmählich bis nach Europa aus. Um 6000 v. Chr. wurde die Adria und Ungarn erreicht.

In den fruchtbaren Lössgebieten an der Donau, wo auch ein mildes Klima herrschte, fand der Übergang zur neolithischen Lebensweise um 5500 v. Chr. statt. In weniger gut landwirtschaftlich nutzbare Gegenden wie die norddeutsche Tiefebene, das nördliche Alpenvorland und den inneralpinen Raum begannen sich die ersten Hirten und Bauern erst deutlich später anzusiedeln, nämlich vermutlich erst im Laufe des 5. Jahrtausends v. Chr. Wie genau dieser Prozess ablief in unserer Gegend ablief, wollen wir im Rahmen unseres Projekts erforschen.

Die Menschen der frühen Jungsteinzeit lebten in solchen Langhäusern. Hier ein Nachbau.

Die Jungsteinzeit dauerte etwa 3400 Jahre, von 5500 bis 2100 v. Chr. Da wir nicht wissen, welche Sprachen die Menschen sprachen und wie sich selbst nannten, weil sie die Schrift noch nicht verwendeten, werden ihre Hinterlassenschaften als archäologische Kulturen bezeichnet. Diese archäologischen Kulturen werden zum Beispiel nach typischen Formen der Keramik (zum Beispiel Schnurkeramik), nach bestimmten Fundplätzen (zum Beispiel Michelsberg) oder sonstigen Merkmalen (zum Beispiel Einzelgrabkultur) benannt. Das sind aber künstliche Begriffe – natürlich nannten die Menschen sich nicht gegenseitig „Glockenbecher“ oder „Stacheldrahtkeramiker“, wie wir heute zum Beispiel von den Münchnern oder den Murnauern sprechen!

Die Archäologen unterteilen die Epoche der Jungsteinzeit in viele einzelne Abschnitte, denen jeweils einzelne Kulturen zugeordnet werden.

3.2. Die Bronzezeit

Schon im 5. Jahrtausend v. Chr. hatten die Menschen im Vorderen Orient ein neues Material entdeckt: Kupfer. Bald verwendeten auch die Menschen in den Alpen und im nördlichen Voralpenland dieses neue Material, aber da reines Kupfer verhältnismäßig weich ist, stellten sie darauf vor allem schön anzusehende Gegenstände wie Schmuck oder Prunkwaffen her. Wenn man jedoch zehn Teile Kupfer mit einem Teil Zinn vermischt, entsteht daraus ein deutlich härterer Werkstoff: Bronze. Mit der Entdeckung dieser Technologie begann eine neue Zeit, die wir als Bronzezeit bezeichnen. Sie dauert in unserer Region etwa von 2100 v. Chr. bis 800 v. Chr. 

Bronze kann man in Formen gießen und daraus eine Vielzahl verschiedener Gegenstände herstellen.

Wenn man heute Gegenstände aus Bronze ausgräbt, haben diese eine unscheinbare grünliche Farbe. Ursprünglich aber glänzten sie fast wie Gold!

3.3. Die Eisenzeit

Auf die Bronzezeit folgt eine weitere Epoche, die nach einem Werkstoff benannt ist: die Eisenzeit. Sie dauerte in unserer Region etwa von 800 v. Chr. bis zur Eroberung der Gegend durch die Römer um 15. v. Chr. Logisch: in der Eisenzeit wurden Werkzeuge, Waffen und andere Gegenstände des täglichen Lebens wie Nägel, Schlüssel oder Wagenteile aus Eisen hergestellt. Aber auch die Bronze wurde weiterhin verwendet, zum Beispiel für die Herstellung von Schmuck.

In der Eisenzeit bestanden die wichtigsten Werkzeuge und Alltagsgegenstände aus Eisen: Äxte, Schlüssel, Schaufeln, Pflugscharen…

Die Menschen, die in der Eisenzeit in den Alpen lebten, werden oft als Räter bezeichnet, die Menschen nördlich der Alpen als Kelten. Diese Namen gehen auf ihre zeitgenössischen Nachbarn, die Griechen und die Römer, zurück. Wie sich die Menschen selbst nannten, wissen wir häufig nicht. Wahrscheinlich trug jede Siedlung und jede Region einen eigenen Namen, so etwas wie Nationalstaaten oder Völker gab es nicht. Im Inntal lebten vermutlich die Breones, aber ganz sicher ist das nicht, da eisenzeitliche Schriftquellen sehr selten sind.

3.4. Die Römische Kaiserzeit

Die Geschichte und Archäologie der Römer in Deutschland und Österreich werden nicht von der Vor- und Frühgeschichtlichen Archäologie, sondern von der Provinzialrömischen Archäologie erforscht. Dieser Zeitabschnitt beginnt mit der Eroberung des Alpenraums und Süddeutschlands durch die Römer ab 15 v. Chr.

4. Welche Pläne gibt es für das Projekt?

Wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in diesem Projekt zusammenarbeiten, wollen gerne erforschen, wie die letzten Jäger und Sammler (also die Zeit des Mesolithikums) und die ersten Bauern und Hirten (des Neolithikums) in der Region lebten, wo sie siedelten und wie sie ihre Umwelt Schritt für Schritt veränderten. Dazu wollen wir Feldbegehungen und Ausgrabungen durchführen, aber auch alte Funde aus den Museen der Region zusammentragen. Außerdem wollen wir verschiedene Moore auf Pollen und größere Pflanzenreste beproben, um mehr über die Veränderungen der Landschaft in dieser Zeit zu erfahren. Aktuelle Informationen zum Verlauf des Projekts gibt es auf dieser Seite.

5. Wie kann ich mitmachen?

Liebe Schülerinnen und Schüler, ihr habt Lust bei diesem Projekt mitzuhelfen? Dann wendet euch an eure Lehrerinnen oder Lehrer, die sich mit uns in Verbindung setzen.

Wir haben uns folgende Aktionen für euch überlegt: 

  • Besuch der Feldbegehungen
  • Besuch eines archäologischen Museums unter unserer Anleitung
  • Bestimmen von Tierknochen
  • Untersuchung von Steingeräten
  • Töpfer nach Art der Steinzeitler
  • Archäologisches Zeichnen: Lebensbilder oder archäologische Funde
  • Pollen unter dem Mikroskop 
  • Archäologie-Werkstatt für die Grundschule
  • aDNA-Bestimmung und Radiokarbon-Datierung: wie funktioniert das überhaupt?
  • Radiolarien unter dem Mikroskop 

Radiolarien sind einzellige Lebewesens mit einem Skelett aus Siliziumdioxid, deren massenhafte Ablagerung zur Entstehung biogener Sedimente f!ührt. Und aus diesen Gesteinen stellten die Menschen der Steinzeit ihre Werkzeuge her!

Liebe Lehrerinnen und Lehrer, Sie wollen Themen oder Filme aus unserem Projekt in Ihren Unterricht integrieren? Sie wollen eine Exkursion zu einem Museum organisieren oder die Feldarbeiten besuchen? Sie haben selbst noch eine spannende neue Idee?

Schreiben Sie eine Mail an caroline.nicolai@lmu.de oder Joachim.Pechtl@uibk.ac.at

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