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Normautoritäten und Referenzwerke Katalanisch

Bei den ersten überlieferten Texten auf Katalanisch – beide aus dem 12. Jahrhundert – handelt es sich zum einen um ein katalanisches Übersetzungsfragment der westgotischen Gesetzessammlung Forum Iudicum und zum anderen um die Predigtsammlung Les Homilies d’Organyà. Das Katalanische erlebte im 13. und 14. Jahrhundert eine erste Blütezeit als Sprache der Kunst und der Regierung (Cancelleria Reial).

Obwohl nach Erfindung des Buchdrucks schon sehr früh Bücher in katalanischer Sprache gedruckt wurden —bereits 1474 erschien das erste gedruckte Buch auf Katalanisch, Les trobes en llaors de la Verge Maria—, kam es in der Renaissance und im Barock zu einem Niedergang der Hochliteratur. Das Katalanische blieb jedoch als Verwaltungs- und Rechtssprache und als Sprache des Volkes lebendig.

Mit Aufkommen der Romantik und des Nationalismus im 18./19. Jahrhundert in ganz Europa erlebte die katalanische Sprache eine neue Blütezeit,. Als deren Anfang gilt die Veröffentlichung der Ode an das Vaterland von Bonaventura Carles Aribau im Jahre 1833, auf die zahlreiche Gedichte, Theaterstücke und Erzählungen von Autoren aus Katalonien, den Balearen und Valencia folgten.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam in Katalonien die Bewegung des politischen Katalanismus auf, die den Unterricht der katalanischen Sprache in den Schulen und die Verwendung des Katalanischen als Verwaltungssprache forderten.

L’Institut d’Estudis Catalans wurde am 18. Juni 1907 gegründet.
Laut Estatuts de l’Institut d’Estudis Catalans nach Artikel 3 der Satzung der IEC beschäftigt sich das Institut mit den 3 Punkten:
• Die Einrichtung von Sprachnormen .
• Die Forschung und die wissenschaftliche Erforschung der Sprache.
• Die Überwachung des Normalisierungsprozesses der katalanischen Sprache und Kultur.

Article 3. Finalitats
Són finalitats de l’Institut d’Estudis Catalans:
a) Tenir cura de l’estudi de la llengua catalana, establir-ne la normativa i vetllar perquè el procés de normalització d’aquesta llengua sigui coherent arreu del seu àmbit lingüístic.
b) Contribuir a la planificació, la coordinació, la realització i la difusió de la recerca, en les diferents àrees de la ciència i la tecnologia.
c) Impulsar, amb les activitats que li són pròpies, el progrés i el desenvolupament generals de la societat i realitzar, quan s’escaigui, tasques d’assessorament dels poders públics i altres institucions.

Antoni M. Alcover unterstützte die Gründung des katalanischen Sprachinstituts Institut d’Estudis Catalans (1907) mit seiner philologischen Abteilung, deren erster Präsident Antoni M. Alcover war. Alcover zeichnete unter anderem verantwortlich für den 1. Internationalen Kongress über die katalanische Sprache (1906) und das Katalanische/Valencianische/Balearische-Wörterbuch (1926-1962), ein Werk, das grundlegend war für die katalanische Lexikographie. Die Unterstützung durch Prat de la Riba und das katalanische Sprachinstitut ermöglichten die Arbeit von Pompeu Fabra, der zwischen 1913 und 1930 Orthographie- und Grammatikregeln für die katalanische Sprache aufstellte und ein umfassendes Wörterbuch herausgab, mit der die Sprache ein einheitliches und modernes Regelwerk erhielt.
 
Kurz nach dem Ende der Frankodiktatur und der Wiedereinführung der Demokratie wurde die Mehrsprachigkeit 1978 in der Verfassung anerkannt.
 

Die Verfassung besagt, dass die neben dem Spanischen gesprochenen Sprachen in den Autonomiestatuten der Autonomen Regionen als offizielle Sprachen verankert werden können. In den Autonomiestatuten von Katalonien (1979) und den Balearen (1983) wird das Katalanisch als Heimatsprache anerkannt und gemeinsam mit dem Spanischen zur offiziellen Sprache erklärt. Im Autonomiestatut von Valencia (1982) wird die Sprache als Valencianisch bezeichnet und ebenfalls als offizielle Sprache anerkannt. Die Verfassung von Andorra (1993) bestimmt Katalanisch zur offiziellen Landesprache.

Eigenheiten des Valencianischen werden manchmal auch in die Schriftsprache übernommen, beispielsweise werden die Possessiva „mein, dein, sein/ihr“ nicht wie im Standardkatalanischen mit v, sondern mit u geschrieben – „la meua, la teua, la seua“ statt „la meva, la teva, la seva“. Die erste Person Singular wird mit -e statt mit -o gebildet („jo cante“).

Gestützt von den Autonomiestatuten verabschieden die Regionalparlamente von Katalonien, den Balearen und Valencia Gesetze zum Schutz der katalanischen Sprache, die in die Schulen und die Verwaltungen eingeführt wurde. In allen drei Autonomien entstehen zahlreiche Radio- und Fernsehsender auf lokaler und überregionaler Ebene. 

Dialectal map of Catalan Language (Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ADialectal_map_of_Catalan_Language.png)

http://www.iec.cat/institucio/entrada.asp?c_epigraf_num=10040

http://llengua.gencat.cat/permalink/77179f6c-5385-11e4-8f3f-000c29cdf219

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