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Varianten – Varietäten – Dialekte. Italien und das Italienische aus geolinguistischer Perspektive

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Zitation: Thomas Krefeld (2024): Varianten – Varietäten – Dialekte. Italien und das Italienische aus geolinguistischer Perspektive. Version 2 (14.05.2024, 21:45). Lehre in den Digital Humanities. , url: https://www.dh-lehre.gwi.uni-muenchen.de/?p=253545&v=2

Schlagwörter: AIS , Sprach- und Sachatlas Italiens und der Südschweiz , Geolinguistik , Italienische Dialekte , Variation , Varietätenlinguistik

1. Variation

Sprache gehört zu den konstitutiven Eigenschaften der Spezies Homo sapiens; aber im Unterschied zu anderen Fähigkeiten, wie zum Beispiel dem aufrechten Gang, wird die Sprache in Gestalt von Einzelsprachen, d.h. von sehr vielfältigen und unterschiedlichen kulturellen Techniken erworben und verwendet. Diese Einzelsprachen sind, wie alle kulturellen Techniken, historisch außerordentlich variabel und kontinuierlichem Wandel unterworfen. Sie ändern sich allein durch ihren Gebrauch, so dass auch neue Sprachen entstehen und bestehende Sprachen verschwinden. Das grundlegende Prinzip dieser Dynamik lässt sich als Variation formalisieren. Sie entspricht  einem sehr einfachen Grundschema:   

Variable
Variante 1 Variante 2 Variante n
Grundschema der Variation

Dazu ein italienisches Beispiel:

Variable ital. il latte [il latːe]
phonetische Variante 1
[əl lɛʧ]
(AIS P 52 Aurigeno, Tessin)
phonVariante 2
[u lajt]
(AIS P 153 Giaveno, Piemont)
Variante n
[u ɖɶt]
(AIS P 817, San Fratello, Sizilien)
Beispiel synchroner phonetischer  Variation in diatopischer Dimension  (Daten aus AIS https://navigais-web.pd.istc.cnr.it/?map=1199&point=52)

Als Variable dient eine Variante der Standardsprache, die gewissermaßen als gemeinsame Referenzvariante anzusehen ist. Die Varianten sind präzise lokalisiert; sie lassen sich also der räumlichen, oder: diatopischen Dimension der Variation zuweisen. Die Summe der lokalen Varianten konstituiert den jeweiligen Ortsdialekt.

Wenn man eine historische Ausgangsform - ein Etymon - als Variable ansetzt, lassen sich dialektale Varianten auch als Ergebnis zeitlicher, oder: diachroner Variation darstellen, wie dasselbe Beispiel zeigt:

Variable lat.  illum lactem
Variante 1
[əl lɛʧ]
(AIS P 52 Aurigeno, Tessin)
Variante 2
[u lajt]
(AIS P 153 Giaveno, Piemont)
Variante n
[u ɖɶt]
(AIS P 817, San Fratello, Sizilien)
Beispiel diachroner phonetischer Variation in diatopischer Dimension (Daten aus AIS https://navigais-web.pd.istc.cnr.it/?map=1199&point=52)

In der Diachronie lassen sich die Variablen auch noch feiner granulieren und auf einzelne Phone bzw. Phonverbindungen beziehen; im genannten Beispiel etwa der lat. Tonvokal <a> und die Gruppe lat. <ct> [kt]:

Variablen lat. betontes <a>,  <ct>
Varianten 1
[ε], [ʧ]
(AIS P 52 Aurigeno, Tessin)
Varianten 2
[a], [jt]
(AIS P 153 Giaveno, Piemont)
Varianten n
[ɶ], [t]
(AIS P 817, San Fratello, Sizilien)
Beispiel diachroner phonetischer Variation in minimaler Granulation  (Daten aus AIS https://navigais-web.pd.istc.cnr.it/?map=1199&point=52)

Die diachrone Modellierung der Variation ist in der Romanistik von besonderer Bedeutung, denn sie erlaubt eine einzelsprachübergreifende Darstellung umfangreicher sprachlicher Datenbestände; die romanischen Standardsprachen sind ja nicht sehr zahlreich und zudem historisch sekundär, d.h. viel jünger als die zahlreichen Dialekte. Die räumliche Variation wurde als erste erkannt (vgl. schon DVE/Dante); in gewisser Hinsicht ist die Sprachwissenschaft aus ihrer Beschreibung, genauer gesagt aus der dialektalen Lexikographie entstanden (vgl. die beiden fast gleichzeitig erschienenen bahnbrechenden Wörterbücher von Cherubini 1814 für das Mailändische und von Schmeller 1821 für das Bairische). Man beachte auch, dass die Dialektologie von Anfang an mit mündlich erhobenen Daten operierte und in Gestalt der Sprachatlanten eine spezifische, nicht philologische, d.h. nicht textbasierte Gattung der Dokumentation entwickelte (vgl. Cugno/Massobrio 2010a), die - ohne, dass es so genannt wurde - umfangreiche Datenkorpora bereitstellten. Im Zuge der Digitalisierung werden sie mittlerweile auch in strukturierte Korpora im Sinne der modernen Korpuslinguistik überführt (vgl. die Überführung des AIS in den  AISr).

Der eben erwähnte AIS ist der Prototyp der romanistischen und teilweise auch der germanistischen Sprachatlanten (so für den SDS 1962-2003 und den VALTS 1985-2004); ihm wurde auch das oben zitierte Beispiel entnommen. Bereits an diesem Klassiker lässt sich zeigen, dass es weitere Dimensionen der Variation gibt, denn es kommt nicht so selten vor, dass an ein und demselben Ort zwei oder mehrere Varianten belegt sind; so werden für den Erhebungspunkt P 244 vier Bezeichnungen des Konzepts VATER gegeben (vgl.  https://navigais-web.pd.istc.cnr.it/?map=5&point=244). Gelegentlich werden die Varianten auch explizit klassifiziert, wie die Legende zur Karte AIS 5 IL PADRE zeigt:

Legende AIS 5

Die im Zitat genannten Einschätzungen oder Klassifikationen von Varianten können  um weitere ergänzt werden, die zum Teil ebenfalls auf der genannten Karte AIS 5 verwendet werden. Allgemein werden die folgenden Attribute zur Qualifikation von Varianten benutzt:

(l.) = Lentoform (Langsamsprechform).
(a.) = Allegroform (Schnellsprechform)
(v) = alt oder veraltet. Auch = älter, wenn zwei Antworten nebeneinander stehen.
(mod) = modern (moderno).
(gr) = grob (grossolano)
(volg) = vulgär (volgare)
(civ) = civile (deutet Bemerkungen des Sujets wie "vornehm", "anständiger", "wenn man gut reden will" etc. an).
(rust) = rustico (auf dem Lande, bei den Bauern gebräuchlich).
  (Jaberg/Jud 1928, 21 f.)

Diese Dimensionen wurden jedoch niemals systematisch abgefragt wurden,  so dass man den AIS von der Konzeption her als einen monodimensionalen Atlas, bzw. als einen Sprachatlas der ersten Generation bezeichnen muss.

Konzeptionell pluridimensional angelegte Atlanten, die gewissermaßen die zweite Generation repräsentieren, fragen über verschiedene Gruppen von Informant:innen (Altersgruppen, Bildungsgruppen) und/oder verschiedene Erhebungstechniken (Fragebogen, Lektüre u.a.) mehrere Datenserien ab. Beispiele sind der  ADDU, der ALS und der AsiCa (vgl. AsiCa2.0 und u. DEFAULT); letzterer unterscheidet nicht nur Generationen (‘diagenerationell’) und Geschlechter (‘diasexuell’), sondern auch den traditionellen räumlichen Kontext und den Migrationskontext. Die folgende Graphik zeigt die Typologie der Informant:innen, die für die untersuchten Ortsdialekte ausgewählt wurden. Jeder Viertelkreis (oder: Quadrant) ist in den Originalkarten interaktiv: durch Anklicken lassen sich die erhobenen Formen anzeigen und anhören:

in Italien Migrationskontext
(in Deutschland)
 
Quadranten oben:
1. Generation
Quadranten unten:
2. Generation
Quadranten links:
männlich
Quadranten rechts:
weiblich
   
AsiCa2.0, Informantensymbolisierung 

Pluridimensionale Atlanten erfassen also nicht nur die interdialektale Variation zwischen Ortsdialekten, sondern auch die intradialektale Variation innerhalb ein und desselben Dialekts. Aber darüberhinaus kommt Variation selbstverständlich auch bei ein und demselben Sprecher vor, etwa in Abhängigkeit von der Erhebungstechnik (Fragebuch, geleitetes oder freies Interview, Lektüre usw.).

2. Varietätenlinguistik

Aus wissenschaftsgeschichtlicher und methodologischer Sicht ist es jedoch wichtig darauf hinzuweisen, dass die Untersuchung anderer Dimensionen, insbesondere der sozialen (oder: diastratischen) und medialen (oder: diamesischen) Variation außerhalb der Dialektologie, nämlich in der Soziolinguistik und in der Gesprochenen Sprache-Forschung erfolgt. In der Nachfolge von Coseriu (vgl. vor allem 1980 und 1988, 280-285) und Koch/Oesterreicher 1990 entstand so eine speziell im  deutschsprachigen Raum aber auch darüber hinaus stark rezipierte Varietätenlinguistik, die mit dem Anspruch auftritt aus Varianten ein und derselben Dimension Varietäten abzuleiten;  so bilden z.B. die italienischen Varianten der sozialen Dimension Soziolekte des Italienischen. Vor diesem theoretisch ambitionierten Horizont war es konsequent, auch die Dialekte als diatopische ‘Varietäten’ zu fassen. Diese Konzeption ist zwar gut etabliert; sie wirft jedoch mehrere und sehr grundsätzliche Probleme auf.

2.1. Sonderstellung der Dialekte 

An erster Stelle ist festzuhalten, dass Dialekte mit den anderen Varietäten nicht vergleichbar sind, da sie vollständige semiotische Systeme mit eigener Phonologie, Morphologie, Syntax und Lexik bilden und darin den Sprachen gleichkommen; Coseriu selbst weist darauf hin (1980), ohne jedoch methodologische Konsequenzen daraus zu ziehen. Dialektsprecher, die auch die Standardvarietäten beherrschen, sind eindeutig als zweisprachig anzusehen, da sie nicht nur zwischen beiden Varietäten switchen, sondern sich dieser Switchings auch klar bewusst sind. Andere Varietäten unterscheiden sich dagegen nicht durchgängig von der Standardvarietät, sondern nur in mehr oder weniger zahlreichen Einzelvarianten. 

2.2. Wie viele Dimension von Variation – und welche? 

Es herrscht kein Konsens, wie viele und welche Dimensionen der Variation überhaupt anzunehmen seien. In der Nachfolge von Koch/Oesterreicher (1990, 15) wird mit vier Dimensionen operiert: Nähe/Distanz (von anderen Autoren auch als Diamesik bezeichnet), Diaphasik, Diastratik und Diatopik. Im ADDU werden zudem die diagenerationelle und die diasexuelle Variation berücksichtigt (beide werden von Coseriu unter der Diastratik gefasst). Darüber hinaus ist es wohl unvermeidlich weitere Dimensionen zu berücksichtigen: Offensichtliche Motoren von Variation sind die mit bestimmten Formen des Erwerbs verbundene Kompetenz (L1 oder L2) und - auch unabhängig von einem eventuellen Kompetenzgefälle - die Mehrsprachigkeit der Sprecher. Das mehrsprachige Repertoire wird systematisch ausgeblendet; auch in mehrsprachigen Gebieten verzichten die Atlanten in aller Regel darauf, vom selben Informanten Datenserien in mehreren Sprachen zu erheben.

Darüber hinaus wird variations- und varietätenlinguistische Arbeit durch terminologische Inkonsistenzen und vor allem definitorische Unschärfen erschwert. Das gilt speziell im Umgang mit den umfangreichen älteren Materialien. So ist es kaum möglich die genannten Klassifizierungen von Varianten im AIS mit den aktuellen Dimensionen der Varietätenlinguistik und ihren Bezeichnungen (in der Nachfolge von Coseriu/Koch-Oesterreicher und ADDU) abzugleichen, wie die nachfolgende Tabelle andeuten soll:

Klassifizierung von Varianten nach Jaberg/Jud 1928, 21 f. aktuelle Terminologie
oggettivo   diaphasisch?
personale  
(l.) = Lentoform (Langsamsprechform). ?
(a.) = Allegroform (Schnellsprechform) medial mündlich
(v) = alt oder veraltet. Auch = älter, wenn zwei Antworten nebeneinander stehen. diagenerationell 
(mod) = modern (moderno).
(gr) = grob (grossolano) diaphasisch ?
(volg) = vulgär (volgare)
(civ) = civile (deutet Bemerkungen des Sujets wie "vornehm", "anständiger", "wenn man gut reden will" etc. an). diastratisch ("vornehm")
diaphasisch ("anständiger", "wenn man gut reden will")
(rust) = rustico (auf dem Lande, bei den Bauern gebräuchlich). diastratisch
Terminologische Inkonsistenzen

2.3. Kognitive Basis von Markiertheit

Unumstritten ist in der Variations- und Varietätenlinguistik die Notwendigkeit, jede Variante, wo immer dies möglich ist, einer Dimension zuzuweisen; entsprechende Varianten werden als ‘markiert’ bezeichnet. Während nun diatopische Markiertheit recht eindeutig zu ermitteln und mit dem Herkunftsort des Informanten/der Informantin zu identifizieren ist, muss man sich durchaus fragen, woher die anderen Markierungen überhaupt kommen. Selbst im Fall eindeutig diatopischer Varianten können ja - wie das Kartenbeispiel gezeigt hat - andere Markierungen hinzukommen (vgl. zur Mehrfachmarkierung allgemein Krefeld 2018a). Das Problem besteht, kurz gesagt, darin dass sich Markierungen weder aus den biographischen Daten des Sprechers noch aus den situativen Umständen einer Äußerung zuverlässig ableiten lassen.

So belegt der folgende piemontesische Ausschnitt aus AIS 5 IL PADRE vor allem die beiden lexikalischen Typen padre und papà, die in manchen Punkten koexistieren:

Piemontesischer Ausschnitt aus AIS 5, https://navigais-web.pd.istc.cnr.it/?map=5&point=244

In P 158 wurde der Typ papà auf Grund eines Kommentars des Informanten als ‘personale’ markiert, in P 149 der Typ padre als ‘civile’; man fragt sich nun unwillwürlich, ob der jeweils koexistierende, nicht vom Informanten kommentierte Typ tatsächlich unmarkiert ist. Wie steht es um die Verwendung von papà, wo der Typ ohne Konkurrenz erhoben wurde? Ist er unmarkiert? - Über das rein Diatopische hinaus sind also verlässliche Markiertheitswerte nur in Ausnahmefällen aus den vorliegenden Materialien zu gewinnen.

Vielmehr ist es erforderlich, systematisch neue Daten zu erheben; dazu reicht es jedoch nicht, die Produktion sprachlicher Formen zu elizitieren, denn es ist unabdingbar auch das Wissen der Sprecher:innen über die gebrauchten Formen zu erfahren; man spricht hier einerseits vom ‘prozeduralen’ Wissen (etwas tun können, z.B. eine Sprache können) und andererseits vom ‘deklarativen’ Wissen (etwas über das wissen, was man tun kann).  Geeignet sind Perzeptionstests, in denen Sprecher:innen mit sprachlichen Formen konfrontiert werden, um ihnen Markiertheitswerte zuzuordnen. Idealerweise werden auch die Attribute der Klassifikation ("so sagt man in ...", "so sagen die jungen Leute" usw.) in Interviews/Befragungen ermittelt und nicht etwa vom Linguisten auf Grund rein theoretischer Überlegungen vorgegeben (vgl. Postlep 2010). Die Variationslinguistik muss - mit anderen Worten - das nicht wissenschaftliche, sondern alltagsweltliche deklarative Sprachwissen der  Sprecher:innen zum Gegenstand der wissenschaftlicher Beschreibung machen (vgl. Krefeld/Pustka 2010a und Krefeld 2022g). Dabei kann weiterhin die Selbstwahrnehmung (Autoperzeption) von der Fremdwahrnehmung (Heteroperzeption) unterschieden werden. Es ist wichtig festzuhalten, dass die Markiertheit einer Variante jenseits der diatopischen Dimension kein inhärentes Attribut der jeweiligen Variante ist, sondern vielmehr in der Kognition der Sprecher:innen und häufig der Sprechergemeinschaften angesiedelt ist. Hier ist grundsätzlich mit hoher Dynamik zu rechnen, da sich die Kognition durch die kommunikative Praxis stets ändern kann.  

Perzeptionstest sind aber auch für bestimmte klassische Probleme im Bereich der  Diatopik sehr hilfreich, so für die heftig umstrittene Frage nach den arealen  Dialektgrenzen (vgl. die wichtige Vorstudie von Colcuc 2019a und DEFAULT), die in der Regel auf  wissenschaftlich herauspräparierten Merkmalen beruhen. Die Relevanz dieser Merkmale für die Selbstverortung der Sprecher und ein damit womöglich verknüpftes Bewusstsein von sprachlicher Identität und Zugehörigkeit ist jedoch a priori alles anderes als selbstverständlich und solange zweifelhaft, wie es nicht durch entsprechende Tests bestätigt oder verworfen wird.

2.4. Hierarchisierung der Dimensionen von Variation

Angesicht der etwas unübersichtlichen Forschungslage zu den Dimensionen und ihrer Anzahl erhebt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, die möglichen Dimensionen zu hierarchisieren und womöglich obligatorische und fakultative Dimensionen zu unterscheiden. Ein stark rezipierter Vorschlag zur Hierarchisierung geht auf Koch/Oesterreicher 1990 zurück, wo die Dimension ‘Nähe’ / ‘Distanz’ (oder: ‘gesprochen’ / ‘geschrieben’) die zentrale Stelle besetzt:  sie "gibt [...] das Prinzip ab, nach dem der ganze Varietätenraum strukturiert ist" (Koch/Oesterreicher 1990, 14). Das Prinzip besteht genauer gesagt darin, dass "Diatopisches als Diastratisches und Diastratisches als Diaphasisches funktionieren kann (nicht aber umgekehrt)" (Koch/Oesterreicher 1990, 14) und alle entsprechend markierten Varianten auch charakteristisch für die Mündlichkeit sein können (sogenannte ‘Varietätenkette’).

Sinnvoller erscheint es m.E., die diatopische Dimension ins Zentrum der Variationslinguistik zu stellen. Denn raumspezifische Varianten sind keineswegs auf die Ebene der überdachten Dialekte beschränkt und auch dort unübersehbar, wo die Dialekte starker Erosion durch die überdachende Sprache ausgesetzt oder gar im Verschwinden begriffen sind. Die Dachsprache selbst ist regional geprägt und wird kaum als neutrale lingua nazionale, sondern in Gestalt eines italiano (più o meno) regionale realisiert (vgl.Krefeld 2019bi, https://www.dh-lehre.gwi.uni-muenchen.de/?p=82979&v=31). Weithin unklar ist wegen fehlender umfassender Dokumentation die Verbreitung der unterschiedlichen regionalen Ausprägungen des italiano regionale (vgl. zu Sardinien Piredda 2013); darüber hinaus ist mit starker individueller Variation zu rechnen.

3. Geolinguistik

Sowohl im Hinblick auf die Pluridimensionalität [pref key="pluridim"] wie auf die Berücksichtigung des individuellen Sprecherwissens ist es nun nicht mehr sinnvoll, die große Spannweite raumorientierter Erforschung sprachlicher Variation unter dem Ausdruck ‘Dialektologie’ zu subsumieren. Vielmehr bietet es sich an als Oberbegriff den generischen Terminus ‘Geolinguistik’ zu verwenden (vgl.  https://www.dh-lehre.gwi.uni-muenchen.de/?p=20914&v=7). Denn er ist hinreichend weit für komplexere Konzeptionen des Raums. Es ist ja in jedem Fall notwendig sich von Modellierungen zu verabschieden, die den sprachlichen Raum analog zum geographischen Raum verstehen, so als ob eine spezifische sprachliche Form zu einem bestimmten Ort gehöre, wie z.B. die entsprechende Landschaftsformation. Angemessen ist dagegen eine Konzeption des sozialen Raums, die man als ‘kommunikativen Raum’ bezeichnen kann (vgl.  Krefeld 2017p). 

Seine Beschreibung trägt drei unterschiedlichen Instanzen Rechnung, nämlich der Räumlichkeit

  • der Sprache, d.h. den spezifischen überdachten und überdachenden Varietäten/Sprachen; 
  • des Sprechers, d.h. seiner Provenienz und seinem sprachlichen Repertoire;
  • des Sprechens, d.h. der Face to face-Kommunikation einerseits und der medialen Kommunikation andererseits.

Wenn diese drei Instanzen präzisiert werden, lässt sich die schlichte, aber grundlegende Tatsache erfassen, dass unterschiedliche Personen am selben Ort sehr unterschiedliche Varietäten/Sprachen verwenden und in ihrem Sprachverhalten keineswegs durch den geographischen Ort determiniert sind. Kleinste Einheit des kommunikativen Raums ist nicht der Ort, z.B in Gestalt eines Erhebungspunktes für einen Atlas, sondern der jeweils individuelle kommunikative Raum, den sich jede Informantin / jeder Informant konstruiert, indem er die Varietäten und Sprachen verwendet, die ihm in seinem Repertoire zur Verfügung stehen. Für diese kommunikationsräumliche Basiseinheit wurde der Terminus ‘Glossotop’ geprägt (vgl. Krefeld 2019ab). So bewegen sich z.B. Sizilianer und Nachkommen sizilianischer Emigranten im frankophonen Belgien, in Deutschland oder in Australien in vollkommen unterschiedlichen Glossotopen, die nicht nur von der L1 der Eltern, sondern vom arealen und territorialen Umfeld, von der Herkunft der Partner:innen und Freund:innen, den medialen Routinen über die Staatsgrenzen hinweg und anderes mehr geprägt werden. Entsprechende ‘Atlanten’ fehlen leider immer noch, obwohl sie durch webbasierte Methodologien ohne allzu großen Aufwand realisierbar wären.

Es gibt aber auch ganz andere, regionale Variationsszenarien, die durch das Forschungsraster der etablierten Dialektologie fallen, obwohl sie von großem geolinguistischem Interesse sind. So hat Katharina Knapp 2018 in einer Bachelorarbeit2 darauf aufmerksam gemacht, dass sich bei der altbairischen Sprachminderheit der Zimbern (Provinz Verona) eine besondere regionalitalienische Varietät entwickelt hat, die sich phonetisch durch typisch zimbrische Merkmale, wie z.B. ein uvulares [R], auszeichnet. Bemerkenswert ist nun die Tatsache, diese Varietät gerade auch von solchen Sprecher:innen verwendet wird, die selbst gar keine Zimbrisch-Kompetenz mehr besitzen.

3.1. Ein Beispiel: Dialekterhalt und -erosion im (post)migratorischen Kontext der Germania italiana

Abschließend soll nun die dialektale Variationsdynamik anhand des bereits erwähnten, pluridimensionalen Atlante sintattico della Calabria (AsiCa2.0) illustriert werden.

Kalabrien

Im AsiCa werden systematisch vier Sprecher mehrerer kalabrischer Ortsdialekte mit vier anderen, in Deutschland lebenden Sprechern derselben Dialekte verglichen. Jede Vierergruppe setzt sich aus zwei Sprecherinnen und zwei Sprechern zusammen, von denen jeweils eine Frau und ein Mann die ältere und die jüngere Generation repräsentieren; alle Sprecher:innen eines Ortsdialektes gehören zu einer einzigen Familie..

Ortsfeste und (post)migratorische Informant:innen (Link zur Originalkarte https://www.asica2.gwi.uni-muenchen.de/informanti/)

Es zeigt sich im erhobenen Material, wie schwer es fällt aus der dokumentierten Variation Generalisierungen abzuleiten. Vorab ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass die in Deutschland lebenden Informant:innen in sehr unterschiedlichem Maß in italopohone Netzwerke eingebunden sind; die Daten wurden zwischen 2004 und 2006 erhoben, also in einer Zeit, als die sozialen digitalen Medien noch keine Rolle spielten. Inzwischen ist es viele leichter in (post)migratorischen Kontexten die Kommunikation mit den Italien lebenden Familienangehörigen und Freunden aufrechtzuerhalten, unabhängig davon, welche Varietät in der Schriftlichkeit der sozialen Medien benutzt wird.  

kalabrischer Ortsdialekt Wohnort und italienisches Netzwerk der Informant:innen in Deutschland
Bivongi Hildesheim isolierte Familie
Cariati Bühl viele Pers. aus dem Heimatort, andere Süditaliener
San Pietro a Maida Nürnberg isolierte Familie, andere Süditaliener
Mileto Frankfurt am Main viele Süditaliener
Luzzi München viele Süditaliener
Belvedere di Spinello München Pers. aus dem Heimatort, andere Süditaliener
Polistena München viele Süditaliener
Bagnara Calabra München Pers. aus dem Heimatort, andere Süditaliener

Die kalabrischen Dialekte zeichnen sich arealtypologisch dadurch aus, dass sie neben spezifisch italoromanischen, wenn nicht kalabrischen Merkmalen, einerseits  gemeinsame Merkmale mit dem Balkanromanischen und andererseits mit dem Iberoromanischen aufweisen. Die  kalabrischen Dialekte widersprechen daher einer grundsätzlichen Zweitteilung des romanischen Dialektkontinuums in Ost- und Westromania).

Im Beispiel geht es, genauer gesagt, um ein Merkmal, das aus dem Balkanromanischen (dem Rumänischen) und den anderen Sprachen des Balkansprachbunds bekannt ist, nämlich die stark eingeschränkte Verwendbarkeit des Infinitivs im Kalabrischen, die übrigens auch in den süditalienischen Dialekten des Salento verbreitet ist. Hier zwei Beispiele:

ita. Stimulus Kalabresisch Rumänisch
F 31 Lascialo mangiare
‘Lass ihn essen’
dassa ka mmanddʒə
wörtl. ‘lass, dass er isst’
Lasă-l  mănânce!
wörtl. ‘lass ihn, dass er isst’
F 22 Un giorno vorrei ritornare al mio paese
‘eines Tages möchte ich in mein Dorf zurückkehren’
nu juarnu vorria tuarnu nô paisi
wörtl. ‘eines Tages möchte ich, dass ich zurückkehre in das Dorf’
Într-o zi am să vreau  mă întorc în satul meu.
wörtl. ‘an einem Tag habe ich, dass ich moechte, dass ich mich zurückkehre in mein Dorf’

Das Phänomen begegnet mehr oder weniger deutlich in ganz Kalabrien (jedenfalls in den berücksichtigten Ortsdialekten):

Stimulus F48 Fra poco vengo a trovarti . 'Bald komme ich dich besuchen' (Link zur Originalkarte https://www.asica2.gwi.uni-muenchen.de/atlante/?frage=41 )

In Abb. 5 erscheint die innovative Variante (mit Infinitiv; gelber Viertelkreis) ausschließlich im (post)migratorischen Kontext, d.h. in der jüngeren Generation der in Deutschland lebenden Informantinnen; es liegt nahe an deutschen Kontakteinfluss zu denken.

Unübersehbar ist jedoch die interdialektale Variation; grundsätzlich wird der Infinitiv im Norden (Luzzi, Cariati, Belvedere di Spinello) und gelegentlich im äußersten Süden (Bagnara Calabra) eher gebraucht, wie der folgende Stimulus 15 (Abb. 6) zeigt:

Stimulus F15 Prima di mangiare lavati le mani . 'Bevor du isst, wasche dir die Hände' (Link zur Originalkarte https://www.asica2.gwi.uni-muenchen.de/atlante/?frage=27)

Die beiden nächsten Karten (Abb. 7, 8) zeigen weitgehend ähnliche Verhältnissen bei den in Deutschland und den in Kalabrien lebenden Sprechern (im Norden und äußersten Süden Infinitiv); das spricht für Erhaltungstendenzen des Dialekts im (post)migratorischen Kontext: 

Stimulus F29 Sai nuotare bene ? 'Kannst du gut schwimmen?' (Link zur Originalkarte https://www.asica2.gwi.uni-muenchen.de/atlante/?frage=36)

Stimulus F17 Mi piace andare in giro con la bicicletta . 'Es gefällt mir Ausflüge mit dem Fahrrad zu machen'  (Link zur Originalkarte https://www.asica2.gwi.uni-muenchen.de/atlante/?frage=29)

In anderen Fällen (Abb. 9) tritt eine starke intradialektale Variation zwischen den Informant:innen in Italien einerseits und denjenigen im (post)migratorischen deutschen Kontext andererseits: 

Stimulus F14 Mio nonno andava a pescare sempre di mattina . 'Mein Großvater ging morgens immer fischen' (Link zur Originalkarte https://www.asica2.gwi.uni-muenchen.de/atlante/?frage=19)

Die in Deutschland lebenden Informant:innen aus Mileto  verwenden durchweg den Infinitiv, worin man ein Indiz von dialektaler Erosion sehen kann, die in Italien lebenden Informant:innen jedoch nicht. Ganz im Gegensatz dazu erweisen sich die  (post)migratorischen Informant:innen aus San Pietro a Maida und Bivongi ganz konservativ und verwenden keinen Infinitiv. Es könnte sein, dass sich hier die prägende Kraft der unterschiedlichen italophonen Netzwerke der Informant:innen abzeichnet, denn die Sprecher:innen des Dialekts von Mileto leben in Frankfurt a. Main, wo viele Süditaliener wohnen und die Voraussetzungen für Koineisierungserscheinungen gegeben sind. Anders ist die Situationen der Informant:innen aus San Pietro a Maida und Bivongi, da ihre Familien in Nürnberg und Hildesheim eher isoliert sind.  

(post)migratorischer
Dialekt
Wohnort italophones Netzwerk
Mileto D Frankfurt am Main viele Süditaliener
San Pietro a Maida D Nürnberg isolierte Familie, andere Süditaliener
Bivongi D Hildesheim isolierte Familie

Ein ganz ähnliches Bild zeigt die Karte des Stimulus F 31 (Abb. 10).

Stimulus F 31 Lascialo mangiare 'Lass ihn essen' (Link zur Originalkarte https://www.asica2.gwi.uni-muenchen.de/atlante/?frage=38)

Schließlich gibt es Fälle interindividueller Variation; in der nächsten Karte (Abb. 11) verhält sich die ältere Sprecherin des Dialekts von Mileto in Deutschland (Viertelkreis oben rechts) innovativ, insofern sie den Infinitiv verwendet; dasselbe lässt sich in Abb. 7 und 8 feststellen. Diese Informantin ist mit einem Sizilianer verheiratet; da das Sizilianische jedoch keine Einschränkungen des Infinitivgebrauchs zeigt, liegt es nahe hier innerfamiliären Sprachkontakt als Grund zu vermuten.

Stimulus F4 Per lavarsi è dovuto uscire fuori . 'Um sich zu waschen, musste er/sie hinausgehen' (Link zur Originalkarte https://www.asica2.gwi.uni-muenchen.de/atlante/?frage=56)

4. Fazit

Unter dem Dach der italienischen Standardsprache liegen dialektal stark fragmentierte Areale sowie andere romanische und nicht romanische Sprachminderheiten; außerdem ist Italien seit ca. 150 Jahren durch starke Auswanderung geprägt (vgl. Vedovelli 2013). In den letzten zwei Jahrzehnten sind  zudem neue Minderheiten durch eine massive Zuwanderung dazugekommen (vgl. Lupica Spagnolo 2019, D'Agostino 2021). Vor diesem Hintergrund ist es angemessen, die sprachliche Dynamik Italiens und des Italienischen in räumlicher Perspektive zu untersuchen; Es muss allerdings ein Verständnis zu Grunde gelegt werden, das den Raum nicht als eine letztlich beliebige, austauschbare Bühne konzipiert, auf der Sprecher:innen mit ihren Sprachen agieren, sondern als substanzielle Konstituente der Kommunikation, die durch die Interaktionsroutinen der Sprecher überhaupt erst konstruiert wird. Die hier am Beispiel Italiens und des Italienischen vorgestellte Konzeption lässt abschließend wie folgt schematisieren: 

 

Der in der zitierten Vorlesung präsentierte Atlante della lingua italiana quotidiana (ALIQuot) ist inzwischen leider - und wie es scheint definitiv - offline gegangen; vgl. die spärlichen Informationen auf facebook.com/media/set/?set=a.750725954971028.1073741894.358965090813785&type=3&paipv=0&eav=AfYQlwhsaWt5dqU5L5Fzrte7Z-qmjUFJAatSLAxCTj3-RWt46FALoaJxEWI0bkhSW3U&_rdr) und https://www.terminologiaetc.it/2014/08/12/atlante-regionalismi-italiani/
Diese Arbeit ist die Vorstudie einer umfassenden Dissertation.

Bibliographie

  • ADDU = Thun, Harald / Elizaincín, Adolfo (2000-): Atlas lingüístico diatópico y diastrático del Uruguay, Kiel, Westensee.
  • AIS = Jaberg, Karl / Jud, Jakob (1928-1940): Sprach- und Sachatlas Italiens und der Südschweiz, vol. 8, Zofingen (Link).
  • AISr = Loporcaro, Michele / Schmid, Stephan / Pescarini, Diego / Tisato, Graziano / Donzelli, Giulia / Negrinelli, Stefano / Zanini, Chiara (2019): AIS, reloaded (AISr), Zurich, University of Zurich, University of Zurich (Link).
  • ALS = Ruffino, Giovanni (Hrsg.) (1991-): Atlante linguistico della Sicilia, Palermo, Centro di studi filologici e linguistici siciliani.
  • AsiCa2.0 = Krefeld, Thomas / Lücke, Stephan (Hrsgg.) (2019): Atlante sintattico della Calabria. Rielaborato tecnicamenta da Veronika Gacia e Tobias Englmeier, München, online, LMU (Link).
  • Cherubini 1814 = Cherubini, Francesco (1814): Vocabolario milanese-italiano, 2 voll., Milano, Milano, Stamperia reale (Link).
  • Colcuc 2019a = Colcuc, Bea (2019): Quali confini per la Ladinia? Uno studio percettivo tra i parlanti sulla classificazione dialettale in area dolomitica. Master-Arbeit, München, LMU (Link).
  • Coseriu 1980 = Coseriu, Eugenio (1980): "Historische Sprache" und "Dialekt", in: Göschel, Joachim (Hrsg.), Dialekt und Dialektologie, Wiesbaden, Steiner, 106–122.
  • Coseriu 1988 = Coseriu, Eugenio (1988): Einführung in die Allgemeine Sprachwissenschaft, Tübingen, Francke.
  • Cugno/Massobrio 2010a = Cugno, Federica / Massobrio, Lorenzo (2010): Atlanti linguistici, in: Enciclopedia dell'Italiano (Link).
  • D'Agostino 2021 = D'Agostino, Mari (2021): Noi che siamo passati dalla Libia. Giovani in viaggio fra alfabeti e multilinguismo , Bologna, il Mulino.
  • DVE/Dante = DVE / Dante, Alighieri: Alighieri, Dante, De vulgari eloquentia [1303-1305], ed. Sergio Cecchin, in: Opere minori. Vita nuova, De vulgari eloquentia, Rime, Ecloghe, Torino, UTET, 353-533.
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  • Schmeller 1821 = Schmeller, Johann Andreas (1821): Die Mundarten Bayerns : grammatisch dargestellt ; beygegeben ist eine Sammlung von Mundart-Proben, d.i. kleinen Erzählungen, Gesprächen, Sing-Stücken, figürlichen Redensarten u. dergl. in den verschiedenen Dialekten des Königreichs, nebst einem Kärtchen zur geographischen Übersicht dieser Dialekte, in: Die Mundarten Bayerns : grammatisch dargestellt ; beygegeben ist eine Sammlung von Mundart-Proben, d.i. kleinen Erzählungen, Gesprächen, Sing-Stücken, figürlichen Redensarten u. dergl. in den verschiedenen Dialekten des Königreichs, nebst einem Kärtchen zur geographischen Übersicht dieser Dialekte, München, Karl Thienemann.
  • SDS 1962-2003 = SDS (1962-2003): Baumgartner, Heinrich/Handschuh, Doris/Hotzenköcherle, Rudolf: Sprachatlas der Deutschen Schweiz, vol. 1-9, Bern, Francke.
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  • VALTS 1985-2004 = VALTS (Hrsg.) (1985-2004): Gabriel, Eugen: Vorarlberger Sprachatlas mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein, Westtirols und des Allgäus, vol. 1-5, Bregenz, Vorarlberger Landesbibliothek.
  • Vedovelli 2013 = Vedovelli, Massimo (2013): Lingua e emigrazione italiana nel mondo: per uno spazio linguistico italiano globale, in: Lingua e emigrazione italiana nel mondo: per uno spazio linguistico italiano globale, Bulzoni, 299-321.

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