Romanischsprachige Einträge in Stammbücher vom 16. bis 18. Jh. in der Sammlung der Anna Amalia Bibliothek in Weimar

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Zitation: Stephan Lücke & Rembert Eufe (2025): Romanischsprachige Einträge in Stammbücher vom 16. bis 18. Jh. in der Sammlung der Anna Amalia Bibliothek in Weimar. Version 12 (31.10.2025, 10:51). Lehre in den Digital Humanities. , url: https://www.dh-lehre.gwi.uni-muenchen.de/?p=257275&v=12

Schlagwörter: album amicorum

1. Vorbemerkungen

Datengrundlage der im Folgenden präsentierten Karten und Tabellen ist die digitalisierte Stammbüchersammlung der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar mit Stand vom Sommer 2023.1 Abweichungen davon ergeben sich insofern, als im Zuge der Arbeit mit den Stammbucheintragungen kleinere Irrtümer, wie sie bei der zügigen Erfassung eines so großen Bestandes nicht ausbleiben können (bislang ging es zumeist um fehlerhafte Sprachzuweisungen), korrigiert wurden. Änderungen im Datenbestand wirken sich unmittelbar auf die hier präsentierten Zahlenwerte und Kartierungen aus.

Die Digitalisate der einzelnen Stammbücher bzw. Stammbucheintragungen sind auf der Seite https://haab-digital.klassik-stiftung.de/viewer/Stammbuchsammlung/ zugänglich. Die Metadaten der Digitalisate können über die Goobi-Schnittstelle abgerufen werden (https://docs.goobi.io/workflow-plugins/v/eng/export/goobi-plugin-export-weimar-haab). Die von dort abgerufenen Daten wurden in eine MySQL-Datenbank importiert, die das Backend für die hier vorgelegten Karten und Tabellen bildet.

Anlass für den vorliegenden Beitrag sind drei Aufsätze,2 die im herkömmlichen Buchdruckverfahren publiziert wurden. Parallel zum Schreib- und Redaktionsprozess der Aufsätze schritt kontinuierlich die Arbeit an und mit dem zugrundeliegenden Datenmaterial fort. Durch die bereits erwähnten kleineren Korrekturen änderten sich in der Folge auch die Zahlenwerte und die auf ihnen basierenden Kartierungen, die in den Druckfassungen der beiden erwähnten Aufsätze verwendet wurden. Der Wunsch, die entsprechenden Zahlen möglichst lange auf dem jeweils aktuellsten Stand zu halten, und die damit verbundene Notwendigkeit, die Zahlen dafür stets neu berechnen zu müssen, führte zur Schaffung des vorliegenden online-Beitrags, dem die jeweils aktuellen Zahlen bequem zu entnehmen sind. Für die Interpretation der hier präsentierten Daten und Karten sei auch grundsätzlich auf die genannten Aufsätze verwiesen. Es ist geplant, den vorliegenden Beitrag fortzuschreiben und darin weitere Datenanalysen und geeignete Visualisierungen zu präsentieren. 

2. Romanischsprachige Stammbucheinträge: Eintragungen mit französischer, italienischer oder spanischer Sprache

Als einzige der romanischen Sprachen sind in den Stammbucheintragungen der Weimarer Sammlung Französisch, Italienisch und Spanisch vertreten. Dagegen konnten z. B. Rumänisch und Portugiesisch darin bisher nicht nachgewiesen werden.

Die nachfolgende Tabelle listet sämtliche bislang erfassten Stammbucheintragungen, die ganz oder teilweise in einer romanischen Sprache geschrieben sind. Eindeutiger Identifikator ist die sog. PPN ("PICA Production Number"). Eine PPN identifiziert den Vorgang einer Eintragung durch einen Verfasser in ein Stammbuch. Firmieren mehrere Personen als Verfasser, so ist der entsprechende Stammbucheintrag mit mehreren PPN in der Liste verzeichnet.3. Sofern bereits der direkte Link auf den Scan einer Stammbuchseite erfasst ist, ist die PPN mit dem entsprechenden Link auf den Seiten der Digitalen Sammlungen der Anna Amalia Bibliothek in Weimar hinterlegt. Unter “Datum” ist in runden Klammern angegeben, ob es sich um ein iulanisches oder ein gregorianisches Datum handelt (?: ungewiss); dies gilt für sämtliche Datumsangaben im vorliegenden Beitrag. Die Abkürzungen der Sprachen entsprechen ISO-Norm 639-2/B. Angaben, die erschlossen werden konnten, sind durch eckige Klammern markiert (z.B. [Verona] → Verona als Eintragungsort erschlossen). Die Anfertigung von Transkriptionen ist noch nicht abgeschlossen. Sie werden mit dem Tool Squirrel durchgeführt. Zeilenwechsel im Stammbucheintrag werden in der Transkription mit "|" angegeben, Transkriptionsprobleme sind mit "#Problem#" markiert. Sämtliche Tabellen in diesem Beitrag können mit der Suchfunktion des Browsers (ctrl + f) durchsucht werden.

Liste der Stammbucheintragungen mit mindestens einer romanischen Sprache, aufsteigend chronologisch sortiert.

2.1. Die geographische Verteilung der Eintragungsorte

Die geographische Verteilung der Eintragungsorte konzentriert sich im Wesentlichen auf Mittel- und Westeuropa sowie Italien.

Kartierung der geographischen Verteilung von Stammbucheinträgen mit Französisch, Italienisch oder Spanisch vom 16. bis zum 18. Jh. - Rot: Französisch; Gelb: Italienisch; Blau: Spanisch (vgl. Eufe/Lücke/Schulz 2025). Die kartierten Zahlenwerte stimmen mit denen der nachfolgenden Tabelle überein.

 Übersicht über die Orte, für die in der Weimarer Stammbuchsammlung Einträge mit Französisch, Italienisch oder Spanisch vorliegen, aufgeschlüsselt nach Jahrhunderten und alphabetisch geordnet nach den Abkürzungen der Ortsnamen. Sämtliche Tabellen in diesem Beitrag können mit der entsprechenden Funktion eines Browsers durchsucht werden. Die Tabellen sind in "frames" eingebunden, die oftmals nur einen Ausschnitt der Gesamttabelle zeigen. Mit einer Scrollbar am rechten Rand der Tabellen, die von manchen Browsern bisweilen ausgeblendet wird, lassen sich diese durchlaufen.

Die geographisch auffällig isolierten Orte auf dem Balkan und im Nahen und Mittleren Osten gehen, mit einer Ausnahme (Konstantinopel), auf einen einzigen Stammbuchhalter zurück: Hans Christoph Teufel von Guntersdorf (GND 138360316). Die Karte 2 gibt einen Überblick über dessen Reisetätigkeit.4 Die kartierten Wegstrecken basieren ausschließlich auf Stammbucheintragungen, die tagesgenau datierbar sind. Die Linien orientieren sich an der Chronologie der Einträge. Für die Berechnung der Zeitdauer zwischen zwei Stammbucheintragungen werden Datumsangaben des iulianischen Kalenders in den gregorianischen Kalender umgerechnet. Es ist zu bedenken, dass die Einbeziehung nicht tagesgenau datierbarer Einträge das Gesamtbild verändern können. Die Größe der Kreise korreliert mit der Gesamtanzahl der an dem jeweiligen Ort vorgenommenen Einträge, die Stärke der Linien mit der Häufigkeit, mit der die Strecke zurückgelegt worden ist (unabhängig von der Richtung).5 Die Zeitangaben bezeichnen nicht zwingend die Dauer der Reise zwischen den Orten, sondern nur den zeitlichen Abstand zwischen den jeweiligen Stammbucheintragungen. Am 20.10.1587 hielt er sich in Hadrianopolis auf (PPN 898966078), kehrte von dort noch einmal in das westliche Europa zurück, wovon ein Stammbucheintrag aus Brescia vom 06.07.1588 (PPN 898710227) zeugt. Am 2.9.1589 ist er dann auf eine ausgedehnte, bis zum März 1591 dauernde Reise aufgebrochen, die ihn bis in den Mittleren Osten und dort bis auf die Insel Hormus führte. Während dieser Reise sind auch die Stammbucheintragungen aus Aleppo, Damaskus und Tripoli entstanden.

 Die Reisen des Hans Christoph Teufel von Guntersdorf

2.2. Die Datumsangaben in den Stammbucheintragungen

Das Stammbuch Teufels von Guntersdorf macht deutlich, dass in den Stammbüchern grundsätzlich auch mit Datumsangaben nach dem iulianischen Kalender zu rechnen ist. Die folgende Tabelle zeigt die Eintragungen im Stammbuch Teufels von Guntersdorf, geordnet nach dem Zeitpunkt der Eintragung.6

Einträge im Stammbuch von Hans Christoph Teufel von Guntersdorf

Der auf den ersten Blick unglaubwürdig schnelle Ortswechsel von Brescia (6.7.1588) nach Nicäa (İznik) (12.7.1588) erklärt sich am einfachsten durch die Annahme, dass man sich in Brescia am wenige Jahre zuvor (1582) eingeführten gregorianischen Kalender orientierte, in Nicäa (İznik) aber noch der iulianische Kalender galt (zu Reflexen der Kalenderreform in Stammbüchern aus jener Zeit s. Prokosch 2019, 260 A. 69). In diesem Fall wäre der 12.7.1588 (iul.) in den 22.7.1588 (greg.) zu korrigieren. Damit ergäbe sich ein Zeitfenster von 16 Tagen für die Reise von Brescia über Venedig nach Nicäa (İznik), was als durchaus möglich erscheint. Die Distanz der Schiffsreise von Venedig bis Konstantinopel/Istanbul durch die Adria, um Kap Matapan herum, durch die Ägäis und schließlich die Dardanellen beträgt rund 1250 Seemeilen.7 Bei einer realistisch erscheinenden Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa fünf Seemeilen pro Stunde (die im 16. Jh. entwickelte Galeone konnte bis zu acht Seemeilen pro Stunde erreichen), ergäbe sich eine Reisedauer von knapp elf Tagen.8 Das bedeutet, dass Teufel von Guntersdorf durchaus am 17.7.1588 (greg.) in Konstantinopel/Istanbul angekommen sein könnte. Von dort bis İznik sind es dann noch etwas über 100 km, was auch damals in zwei Tagen zu schaffen gewesen sein dürfte (zumal bei Nutzung einer Schiffspassage von Konstantinopel/Istanbul bis zur Küste nördlich von İznik). Es kann überdies sein, dass Teufel von Guntersdorf nicht nach Konstantinopel/Istanbul gefahren ist, sondern das Schiff irgendwo an der kleinasiatischen Küste in der Nähe von İznik verlassen hat.

Für den Gesamtbestand der hier behandelten Stammbucheintragungen muss demnach zwischen Datumsangaben nach dem iulianischen und solchen nach dem gregorianischen Kalender unterschieden werden. Sämtliche Datumsangaben vor der Kalenderreform, also vor dem (und inklusive des) 4.10.1582, sind (natürlich) auf den iulianischen Kalender zu beziehen. Für die Daten nach dem (und inklusive des) 15.10.1582 kommen für eine Übergangszeit grundsätzlich sowohl iulianische als auch gregorianische Datumsangaben in Betracht. Der gregorianische Kalender setzte sich regional unterschiedlich schnell durch. In Italien, West- und Mitteleuropa geschah dies vergleichsweise rasch. Im byzantinisch geprägten Osten hingegen verhielt man sich demgegenüber eher konservativ. In manchen Ostkirchen findet der iulianische Kalender noch heute Verwendung. Im Hinblick auf die Datierungen der Stammbucheintragungen ist es in aller Regel nicht möglich festzustellen, auf welchen Kalender sie sich beziehen. Als Faustregel kann lediglich gelten: Je eher ein Stammbucheintrag dem 'westlichen' Kulturkreis zuzuordnen ist und je mehr Zeit seit dem Jahr 1582 vergangen ist, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine Datumsangabe nach dem gregorianischen Kalender handelt.

2.3. Die chronologische Verteilung der Eintragungen

Wie die nachfolgenden Übersichten zeigen, stammen die meisten Stammbucheintragungen aus dem 17. Jh.

Anzahl der Einträge mit einer romanischen Sprache, aufgeschlüsselt nach Jahrhunderten

Visualisierung der Tabelle 2: Verteilung der Häufigkeit von romanischen Sprachen in den Stammbucheinträgen der Weimarer Sammlung vom 16. bis zum 18. Jh. im Verhältnis zur Gesamtanzahl von Eintragungen. Die Kolumnenhöhen sind logarithmiert (Basis 2). Alle Zahlen beziehen sich auf das Vorkommen einer Sprache in einem Eintrag, neben der manchmal jedoch auch andere Sprachen vorkommen, weswegen mehrsprachige Einträge auch mehrfach in die Zahlen eingehen.

 

Kartierung der geographischen Verteilung von Stammbucheinträgen mit Italienisch vom 16. bis zum 18. Jh., gruppiert nach Jahrhunderten - Blau: 16. Jh.; Rot: 17. Jh.; Gelb: 18. Jh.; (vgl. Eufe/Lücke 2025). Die kartierten Zahlenwerte stimmen mit denen der nachfolgenden Tabelle überein.

3. Häufigkeit verschiedener Sprachen in den Stammbucheinträgen

Häufigkeit der in den Stammbucheinträgen verwendeten Sprachen, absteigend sortiert nach der Anzahl der jeweiligen Einträge (vgl. Eufe/Lücke 2025, Tabelle 1 auf S. 172)

Absolute Anzahl der Einträge mit Italienisch pro Eintragungsort, absteigend geordnet nach der Anzahl (vgl. (Eufe/Lücke 2025, Tabelle 2 auf S. 178f.)

Prozentualer Anteil von italienischsprachigen Eintragungen bei Orten mit mindestens zehn Einträgen mit italienischer Sprache, absteigend geordnet nach dem prozentualen Anteil (vgl. Eufe/Lücke 2025, Tabelle 3 auf S. 180):

Verteilung der sechs häugsten Stammbuchsprachen in den beiden beliebten Studienorten Padua (PD) und Siena (SI) im Gegensatz zu Verona (VR) und Venedig (VE) (vgl. Eufe/Lücke 2025, Tabelle 4 auf S. 181)

Stammbücher der Weimarer Sammlung, geordnet nach der Anzahl an Einträgen mit Italienisch (vgl. Eufe/Lücke 2025, Tabelle 5 auf S. 183):

4. Sinnsprüche

5. Weitere statistische Daten

Anzahl der in einem Stammbucheintrag verwendeten unterschiedlichen Sprachen, absteigend sortiert nach der Anzahl der Sprachen. Berücksichtigt sind nur Stammbucheinträge, die mindestens eine romanische Sprache aufweisen.

Bibliographie

  • Eufe 2024 = Eufe, Rembert (2024): Stammbucheinträge als Indikatoren für Fremdsprachenbegeisterung: Das Vorkommen romanischer Sprachen in der Stammbuchsammlung der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar, in: Morgen-Glantz. Zeitschrift der Christian-Knorr-von-Rosenroth-Gesellschaft 34, Balbiani, Laura / Rohmer, Ernst (Hgg.): Fremdsprachen im 17. Jahrhundert. Sprachkontakt, Sprachgebrauch, Sprachdidaktik. Akten der 32. Tagung der Christian Knorr von Rosenroth-Gesellschaft, 121-146.
  • Eufe/Lücke 2025 = Eufe, Rembert / Lücke, Stephan (2025): Italienisch in deutschen Stammbüchern der Frühen Neuzeit, in: Fesenmeier, Ludwig/Paciaroni, Tania/Dessì Schmid, Sarah (Hrsgg.), Bewegungen - Movimenti III. Akten der Sprachwissenschaftlichen Sektion des Deutschen Italianistentags 2022, Tübingen, Narr, 167-198.
  • Eufe/Lücke/Schulz 2025 = Eufe, Rembert / Lücke, Stephan / Schulz, Julian (2025): Die Verwendung romanischer Sprachen in den Stammbüchern der Weimarer Sammlung, in: Ferber, Magnus Ulrich / Haas, Philip / Limbeck, Sven (Hrsgg.), Über Stammbücher schreiben. Erschließung und Erforschung von Freundschaftsbüchern (16.-19. Jahrhundert) (Akten der Tagung in Wolfenbüttel, 22.-24.3.2023 [link]), Göttingen, Wallstein, 389-419.
  • Ferber/Haas 2024 = Ferber, Magnus Ulrich / Haas, Philip (2024): Monumente der Freundschaft. Die Stammbuchsammlung des Niedersächsischen Landesarchivs Abteilung Wolfenbüttel. Entstehung - Erschließung - Eigenwert, in: Kleine Schriften des Niedersächsischen Landesarchivs, vol. 6, Hannover, ISBN: 978-3-9822657-4-2.
  • Greil 2006 = Greil, Michael (Diplomarbeit 2006): "den ohne grosse gedult ist nit müglich, durch die Turggey zu kommen" : die Beschreibung der rayß (1587-1591) des Freiherrn Hans Christoph von Teufel ; Analyse und textkritische Edition, Wien.
  • Prokosch 2019 = Prokosch, Michael (2019): Wenn Zwei eine Reise tun. Die Kavalierstouren Hans Christoph Teufels und Georg Christoph Fernbergers, in: Krah, Adelheid (Hrsg.), Quellen, Nachbarschaft, Gemeinschaft. Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Kulturgeschichte Zentraleuropas, Wien / Köln / Weimar, Böhlau, 245–273.
S. https://www.klassik-stiftung.de/forschung/sammlungen-bestaende/sammlung/stammbuchsammlung/; zur Stammbuchsammlung des Niedersächsischen Landesarchiv s. jetzt Ferber/Haas 2024. Dort werden u.a. Aspekte der Tiefenerschließung und Digitalisierung erörtert.
Als Beispiel lässt sich ein Eintrag in das Stammbuch von Hans Christoph Voit von Wendelstein (GND 1012196771) aus dem Jahr 1602 anführen. Dieser Eintrag ist mit den PPN 1030517401, 103051724X und 1030516464 verknüpft, da man annahm, dass er gemeinsam von Franz, Ludwig und Heinrich Vianesi stammt. Nebenbei sei bemerkt, dass es fraglich ist, ob in diesem Fall wirklich von drei Verfassern auszugehen ist. Die Formulierung "Noi franc(is)co Lud(ovi)co Enio Vianesi abiamo fato ..." kann auch als Pluralis maiestatis einer Person mit drei Vornamen aufgefasst werden.
Linien und Punkte auf der Karte sind klickbar. Nicht verzeichnet sind Stammbucheintragungen, für die kein Ortsbezug hergestellt werden kann. Die hier eingesetzte Technik erlaubt problemlos die Erzeugung entsprechender Karten für jeden im System verzeichneten Stammbuchhalter.
Das für die Kartendarstellung eingesetzte GIS-Framework erlaubt leider nicht die Darstellung von Richtungspfeilen. Um die Reiserichtung festzustellen, muss jeweils auf die Linie geklickt werden. Dem sich dann öffnenden Info-Window können dann die Datumsangaben der Stammbucheintragungen entnommen und somit die Reiserichtung erschlossen werden.
Zur Reise Teufels von Guntersdorf allgemein s. Prokosch 2019; die Einträge in Teufels von Guntersdorf Stammbuch zwischen dem 2.9.1588 (Aufbruch in Konstantinopel) und dem 13.3.1591 (Eintreffen in Venedig) können abgeglichen werden mit dem von ihm verfassten Reisebericht, ediert von Greil 2006 [non vidi]
Berechnet mit https://map.openseamap.org/ (aufgerufen am 7.10.2024).
Die Geschwindigkeiten der Schiffe lassen sich recht gut aus den Angaben in historischen Logbüchern oder Reiseberichten errechnen. Je nach Wetterbedingungen konnten die erreichten Geschwindigkeiten stark variieren. Eine Geschwindigkeit von durchschnittlich fünf Knoten spricht für verhältnismäßig günstige Umstände. Vermutlich wehte in der Adria die Bora, als Teufel von Guntersdorf seine Reise unternahm.

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