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14 Jahre perzeptive Varietätenlinguistik (an der LMU)

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Zitation: Thomas Krefeld (2019): 14 Jahre perzeptive Varietätenlinguistik (an der LMU). Lehre in den Digital Humanities. Version 1 (06.09.2019, 08:53). url: https://www.dh-lehre.gwi.uni-muenchen.de/?p=151239&v=1.

1. Die Geburt der perzeptiven Varietätenlinguistik aus dem Geist der Komödie

Die perzeptive Linguistik – darauf wurde zu Beginn dieser Vorlesung explizit hingewiesen – ist im Sprecherwissen (oder: Sprachbewusstsein) verankert (); genauer gesagt wird zwischen Laien- und Expertenwissen unterschieden. Diese Differenzierung ist grundlegend, muss aber wiederum differenziert werden, denn bei ‘Laien’ ist mit unterschiedlich fein ausgeprägtem Wissen zu rechnen. Hans-Martin Gauger spricht vom “literarischen Sprachbewusstsein”; das er gemeinsam mit dem “durchschnittlichen” dem “sprachwissenschaftlichen” Sprachbewusstsein gegenüberstellt:

Das literarische Sprachbewusstsein wächst in unmerklichen Übergängen aus dem alltäglichen heraus, ohne sich eigentlich von ihm zu lösen. Es ist – quantitativ und qualitativ – eine Steigerung dessen, was an sich schon zum Sprachbesitz gehört. Das literarische Sprachbewusstsein ist eine Radikalisierung des für den Sprachbesitz als solchen konstitutiven Bewusstseins von ihm. Läge dem literarischen und dem durchschnittlichen, nicht literarischen Sprachbewusstsein nicht prinzipiell ‘dasselbe’ vor, so fände das literarische Sprechen, der literarische Text, nicht die von ihm intendierte Resonanz, er könnte nicht ‘rezipiert’ werden und hätte kein Publikum. (Gauger 1976, 46)

Insbesondere Schriftsteller mit Sinn für das Komische sind für die Wahrnehmung sprachlicher Phänomene besonders begabt, denn Sprache ist eine sehr ergiebige Quelle von Komik. Sie entzündet sich speziell am Umgang mit sprachlicher Variation, so dass die Instanz des Sprecherwissens, die man als variations- und varietätenbezogenes Wissen bezeichnen kann, bei komischen Autoren oft außergewöhnlich gut entwickelt ist.  Es ist daher kein Zufall, dass die Konzeption der perzeptiven Varietätenlinguistik durch einschlägige literarische Quellen inspiriert wurde. In Krefeld 2005c werden ausführlich Molière und auch Carlo Goldoni – zwei Autoren der Weltliteratur – in dieser Hinsicht exemplarisch zitiert. Goldoni, um hier im italianistischen Umfeld zu bleiben, hatte Intuitionen und Interessen, die dem spezifisch linguistischen Wissen schon sehr nahe kommen; er hat ein halbes Jahrhundert vor Entstehung der Sprachwissenschaft Fragestellungen erahnt, die erst lange nach der Entstehung dieser Disziplin konkretisierte wurden. Hinter der folgenden Stelle aus dem Vorwort zur venezianisch geschriebenen Komödie Le baruffe chiozzote (‘Krach in Chioggia’), die 1762 uraufgeführt wurde (), lässt sich geradezu eine variationslinguistische Konzeption avant la lettre erkennen. In diesem Stück werden sprachliche Varianten des Dialektes von Chioggia (auf der Karte ) bei Venedig (auf der Karte ) zur Charakterisierung von Personen eingesetzt.

Goldoni unterscheidet sehr klar zwischen Lexik („termini particolari“), Phonetik („pronunzia“) und Grammatik („grammatica“); er stellt zunächst fest, dass er die vom ihm verwandten sprachlichen Merkmale aus eigener Erfahrung (oder: Perzeption) kennt. Es geht ihm um gesprochene Sprache und um möglichst originalgetreue Wiedergabe phonetischer Varianten durch seine Schauspieler („ho fatto una fatica grandissima ad istruire i miei Comici, affine di ridurli ad imitare la cantilena e l’appoggiatura delle finali“).

Sodann unterscheidet Goldoni in moderner Terminologie ausgedrückt  nicht nur diatopische und diastratische Variation, sondern er hat im Bereich der Diastratik ein Verständnis von Hyperkorrektion, die ja im Übrigen genuin perzeptiv begründet ist; der Stadtdialekt von Chioggia ist für ihn eine Varietät des Venezianischen und die weniger gebildeten Sprecher*innen stehen unter einem höheren Toskanisierungsdruck als die Sprecher*innen des größeren (und deshalb sprachlich selbstbewussteren?) Venedig . Weiterhin erkennt er auch den Zusammenhang von Wortakzent und phonologischen Regeln:

Chiozza è una bella e ricca Città venticinque miglia distante da Venezia, piantata anch’essa nelle Lagune […] Il fondo del linguaggio di quella Città e Veneziano; ma la gente bassa principalmente ha de’termini particolari, ed una maniera di pronunziare assai differente. I Veneziani pronunziando i verbi dicono, per esempio, andar, star, vegnir (per venire), voler ecc. ed i Chiozzotti dicono: andare, stare, vegnire, volere ecc. Pare perciò che pronunzino i verbi come i Toscani, terminandoli colla vocale senza troncarli; ma non è vero, poiché allungano talmente la finale, che diviene una caricatura. Io ho appreso un poco quel linguaggio e quella pronunzia nel tempo ch’io era colà impiegato nell’uffizio di Coadiutore del Cancelliere Criminale […] ed ho fatto una fatica grandissima ad istruire i miei Comici, affine di ridurli ad imitare la cantilena e l’appoggiatura delle finali, terminando i verbi, per cosí dire, con tre o quattro e come se dicessero andareeee, sentireeee, stareeee ecc. Quando il verbo è sdrucciolo, come ridere, perdere, frigere ecc., i Veneziani troncano la finale, e dicono: rider, perder, friger ecc.; ed i Chiozzotti, che non potrebbero pronunziare, come negli altri verbi, ridereeee, frigereeee, perché ciò sarebbe troppo duro anche alle loro orecchie, troncano la parola ancora di più, e dicono ridè, perdè, frizè ecc. Ma io non intendo qui voler dare una grammatica Chiozzotta: accenno qualche cosa della differenza che passa fra questa pronunzia e la Veneziana, perché ciò ha formato nella rappresentazione una parte di quel giocoso, che ha fatto piacer moltissimo la Commedia. (”L’autore a chi legge”, in: Le Baruffe Chiozzotte [1762], Goldoni 1972, IV, 177)

Die perzeptive Varietätenlinguistik wurde dann 2007 zum Thema einer Sektion des 30. Romanistentags an der Universität Wien, deren Ergebnisse in Verbindung mit einer programmatischen Einleitung (vgl. Krefeld/Pustka 2010a) in Krefeld/Pustka 2010c publiziert wurden; der Ansatz wurde nicht zuletzt durch mehrere Münchner Dissertationen vorangebracht (vgl. vgl. Sassenberg 2013 und Piredda 2013), unter denen vor allem die erste (vgl. Postlep 2010; dazu Kap. ) eine maßgebliche Rolle gespielt hat. Parallel entwickelte sich in der Germanistik eine perzeptive Variationslinguistik, die primär sprachräumliche Repräsentationen der Sprecher untersucht (vgl. Lameli et al. 2008 und Purschke 2011).  

2. Einige Fragestellungen (an italianistischen Projekten illustriert)

2.1. Metropolitalia und die mehrdimensionale Markiertheit von Varianten

Das Projekt Metropolitalia (vgl. Krefeld u.a. 2012) entstand als sprachwissenschaftliche Erweiterung des bereits sehr erfolgreich laufenden kunstgeschichtlichen Projekts Artigo von Hubertus Kohle;  beide bildeten den Rahmen einer gemeinsamen Plattform mit dem programmatischen Titel play4science:   Die theoretische Absicht bestand darin, den Nutzen von spielerisch angelegten Oberflächen für die Gewinnung wissenschaftlicher Daten auszuloten; diese mit crowdsourcing operierenden Spiele laufen unter der von Louis von Ahn geprägten Bezeichnug gwap (game with a purpose).

Mit Metropolitalia wurde beabsichtigt, Merkmale des Regionalitalienischen (Primärdaten aus der Produktion) sowie ihre varietätenlinguistische Markierung (Primärdaten aus der Perzeption) zu erheben; dazu sollte eine Kombination von auto- und heteroperzeptiven Strategien eingesetzt werden. Weiterhin sind die für die Datenerhebung eingesetzten Spiele so konzipiert, dass die erhobenen Daten mit zunehmender Laufzeit durch das Spiel selbst auch validiert werden.

Das leitende Grundprinzip  bestand darin,

  • den medialen Rahmen, d.h. die Anonymität der Nutzer rückhaltlos zu akzeptieren; 
  • möglichst wenige, leicht verständlich formulierte Kategorien vorzugeben; 
  • möglichst verlässliche Ergebnisse zu erzielen.

Sowohl die Erhebung wie die Dokumentation werden über eine interaktive kartographische Oberfläche gesteuert und visualisiert.

2.1.1. Erhebung von Primärdaten

Eine spezielle Funktion (INVIA UN’ESPRESSIONE)  dient der Eingabe von Primädaten, die – wenn möglich – mit einer standarditalienischen Übersetzung versehen werden müssen (‚L’espressione signifca: …‘). Die vorgeschlagene Form muss sodann durch Klick auf einer interaktiven Karte Italiens und des Tessin verortet werden; dazu werden vier unterschiedliche Granulierungsstufen angeboten, die jeweils je nach Genauigkeit des sprachlichen Wissens gewählt werden können:

Granulierungsstufen
1 2 3 4
Schweiz Kanton Tessin   Gemeinden (merkwürdiger Weise nicht ganz vollständig)
Norditalien Regionen Provinzen
Mittelitalien
Süditalien
Sardinien

Grundsätzlich ist damit also auch die Eingabe von lokaldialektalen Daten möglich. Die Nutzer können sich registrieren; sie werden jedoch nach keinerlei biographischen Informationen gefragt. Um das Spiel in Gang zu setzen war eine kritische Masse an Beispielen nötig, die aus der linguistischen Literatur zum Regionalitalienischen übernommen und in die Datenbank eingegeben worden war.  

2.1.2. Perzeptive Erhebung von variationsbezogenen Repräsentationsdaten

Der Nutzer sieht einen Ausdruck, der vom System aleatorisch ausgewählt wird. Mit diesem Beispiel, dessen Bedeutung er sich zeigen lassen kann, müssen die folgenden Operationen durchgeführt werden:

  • Verortung auf der Karte gemäß einer der vier Granulierungsstufen durch Klicken;
  • Einschätzung des Bekanntheitsgrades in der Sprechergemeinschaft durch einen Schieberegler;
  • Feststellung der markierten Elemente des Beispiels durch Klicken; 
  • Zuordnung der Markiertheitsdimensionen GESCHLECHT, ALTER und BILDUNG  durch Klicken, wie auf dem folgenden Bild:

Markiertheitsdimensionen  jenseits der Diatopik in Metropolitalia

Es gibt also keinerlei Nachweis einer authentischen Herkunft der Beispiele und Informanten jenseits der medialen Oberfläche; daher wurde konsequenterweise auch darauf verzichtet, die von den Spielern vorgenommene Zuordnung als richtig oder falsch zu qualifizieren; es wird einzig ein Abgleich mit den anderen Einschätzungen gegeben, wie das folgende Bild zeig (vgl. recognize):

In Metropolitalia erzeugte Perzeptionsdaten

2.1.3. Fazit

Der Grundgedanke, auf der Grundlage der Neuen Medien eine Art sich selbst validierender Online-Dokumentation einzurichten, trägt sicherlich. Weniger leicht ist die Sichtbarkeit des Spiels und seine Attraktivität abzusehen; der Spielverlauf in Metropolitalia ist zwar im Hinblick auf das sprachwissenschaftlich gewünschte Ergebnis gut durchdacht, aber offensichtlich aus Sicht des potentiellen Spielers ein wenig künstlich; überhaupt muss man auch nach den aktuellen Erfahrungen aus anderen Projekten (vgl. die Funktion Mitmachen! in VerbaAlpina) feststellen, dass sich der Spielgedanke für den Bereich der Sprache als nicht zielführend erwiesen hat. Vielversprechender erscheint es, den möglichen Interessenten aus der Crowd zu signalisieren, wie wertvoll ihr sprachliches Wissen für die Wissenschaft ist. Sprecher wollen ernstgenommen werden (was attraktive Oberflächen keineswegs ausschließt).

Technisch unzulänglich sind fehlende Visualierungen des Gesamtdatenbestands und vom Raum (Region, Gemeinde usw.) ausgehende Abfragemöglichkeiten. Die Datenbank wurde leider sehr unzugänglich konzipiert; auch eine Webschnittstelle zur direkten Datenbankabfrage bzw. -einsicht fehlt; mittlerweile ist die technische Verlässlichkeit prekär und unzuverlässig.  Diese Mängel haben sich andererseits als sehr lehrreich erwiesen… 

2.2. Das italiano regionale

Meistens ist im Singular von dem italiano regionale die Rede; dabei ist dieser Ausdruck selbstverständlich gerade nicht im Sinne einer homogenen Varietät, sondern einer Vielzahl von räumlich komplementären Varianten zu verstehen. Allerdings ist durchaus unklar, wie viele und welche italiani regionali im Einzelnen zu unterscheiden seien.  Im Titel von Piredda 2013 wird dagegen sehr pointiert von den italiani locali Sardiniens gesprochen, denn die sehr unterschiedlichen sardischen Varietäten führen  auch im Italienischen der Insel zu sehr kleinräumigen Besonderheiten, die von den Sprechern perzipiert und mit der charakteristischen Ausnahme der Stadt Sassari auch zuverlässig verortet werden.  

2.3. Das großstädtische italiano regionale

Im Zusammenhang mit Metropolitalia wurde ein anderes, bescheiden dimensioniertes Projekt durchgeführt, das sich als sehr erfolgreich erwies. In Accenti urbani sollte die Erkennbarkeit und Akzeptanz italienischer Stadtakzente getestet werden. Es wurden ausschließlich Perzeptionsdaten erhoben, die durch Silvia Cramerotti 2011 sehr sorgfältig ausgewertet wurden.

2.3.1. Getestete Daten

Ganz im Sinne der digital humanities wurden die getesteten Daten nicht eigens aufgenommen, sondern es wurde eine kleine Auswahl aus dem im Internet bereits vorhandenen und sehr gut geeigneten auditiven Korpus CLIPS von Federico (???) zu Grunde gelegt. Dort findet sich ein Teilkorpus mit Dialogen von Sprechern aus 15 italienischen Städten (BARI, BERGAMO, CAGLIARI, CATANZARO, FIRENZE, GENOVA, LECCE, MILANO, NAPOLI, PALERMO, PARMA, PERUGIA, ROMA, TORINO, VENEZIA). Pro Stadt wurden zufällig zwei kurze Dialoge ausgesucht, in denen sich die SprecherInnen jeweils Wegbeschreibung auf fiktiven Plänen geben mussten (und so keinen Hinweis auf ihren realen Ort geben können). Die Probanden des Perzeptionstests haben die doppelte Aufgaben, den jeweiligen Akzent  in drei Kategorien zu bewerten

  • 🙂
  • 😐
  • 🙁

und anschließend die Hörproben auf einer interaktiven Italienkarte in den vorgegebenen Städten zu verorten; im Unterschied zu Metropolitalia gibt es hier also richtige und falsche Zuweisungen. Die Ergebnisse aus vier Wochen (22.6.-21.7.2011) wurden ausgewertet.

„Insgesamt haben 562 Spieler das Spiel Accenti Urbani gespielt. Da […] die Angabe der Spielerherkunft freiwillig ist, haben nicht alle Spieler diese Information preisgegeben. Insgesamt haben 437 Spieler ihre Herkunft nach der vierten Runde genannt. Für die Spielerherkunft ergibt sich folgende Verteilung: 387 Spieler stammen aus Italien, 4 Spieler kommen aus der Schweiz und die restlichen 46 Spieler haben die Frage nach der ihrer Herkunft mit Sonstiges (d.h. weder aus Italien noch aus der Schweiz) beantwortet. Für eine detaillierte und unverfälschte Auswertung sind jedoch nur solche Spieler relevant, die aus Italien stammen und zudem zumindest spezifiziert haben, aus welcher Region sie kommen. Von den 387 italienischen Spielern sind das insgesamt 360 Spieler, die diese Kriterien erfüllen und somit die Basis für die Auswertung des Spiels Accenti Urbani bilden.“ (Cramerotti 2011, 66 f.)

Das Spiel läuft übrigens immer noch; bis zum 7.11.2017 wurden 20.458 Runden gespielt, davon 5.335 mit richtiger Erst-, 3.132 mit richtiger Zweit- und 2.829 mit richtiger Drittzuweisung. Im Jahre 2017 kamen (ebenfalls bis zum 7.11.) immerhin noch 319 Spielrunden zustande, 2016 waren es insgesamt 840.1Für die Ermittlung der Zahlen danke ich Stephanie Schneider. 

Die wichtigsten Ergebnisse werden im Folgenden angedeutet:

  • Eine Korrelation zwischen der Herkunft der Probanden und der positiven Bewertung der 15 Stadtdialekte ist offensichtlich; grosso modo gilt die Regel: je geringer die geographische Entfernung, desto positiver ist die Wahrnehmung. Hier einige Beispiele mit süditalienischen Stimuli:  

Probandenherkunft und Bewertung (grün = 🙂  gelb = 😐 rot = 🙁  und • = Herkunft des getesteten Stimulus (aus: Cramerotti 2011, 75)

  • Auch die Erkennbarkeit nimmt grosso modo mit zunehmender Entfernung ab, wie das Beispiel von Lecce (durch einen schwarzen Punkt gekennzeichnet) auf der folgenden Karte exemplarisch zeigt: 

Geographische Entfernung und Erkennbarkeit (aus: Cramerotti 2011, 94)

Das gilt aber nicht, oder nur noch in ganz abgeschwächter Weise für die sehr bekannten Akzente, wie z.B. für den römischen:

Erkennbarkeit des römischen Akzents (aus: Cramerotti 2011, 93)

  • Unverkennbar ist auch die zuverlässige Erkennbarkeit der Großräume; sie geht aus den Fehlzuordnungen klar hervor; die beiden folgenden Karten zeigen zwar, dass innerhalb von Norditalien nicht grundsätzlich eine strenge Korrelation von geographischer Nähe und Erkennbarkeit zu beobachten ist, dass aber auch bei Fehlzuordnungen von Städten die großräumige  Zugehörigkeit zum Norden eindeutig erkannt wird.

links: Venedig | rechts: Parma – Fehlzuordnungen mit richtiger Erkennung des Großraums (aus: Cramerotti 2011, 105)

Es wäre weiterhin sehr interessant, Erkennbarkeit und Bewertung systematisch im Zusammenhang zu untersuchen und zu fragen, ob das Unbekannte spontan nicht als positiv perzipiert wird. Als sehr schlecht erkennbar – selbst in der städtischen Autoperzeption – erweist sich der Akzent von Genua; damit einher geht seine weithin neutrale Bewertung:  

Genua – links Erkennbarkeit (aus: Cramerotti 2011, 92) und rechts Bewertung (aus: Cramerotti 2011, 74)

Die folgenden Kartenserien zeigen, dass dieser Effekt bei Probanden aus dem Trentino-Alto Adige besonders ausgeprägt ist; nicht nur schwache (oben dunkelblau), sondern bereits eingeschränkte Erkennbarkeit (oben gelb) korreliert mit nicht nur neutraler, sondern negativer Bewertung  (unten rot). Genauso verhalten sich die Probanden aus Umbrien bei der Perzeption des Stimulus aus Lecce (oben hellblau unten rot): 

oben: Erkennbarkeit (aus: Cramerotti 2011, 95) – unten: Bewertung (aus: Cramerotti 2011, 75)

2.4. L-2 Akzente

Der L2-Erwerb gehört zwar zu den stark beforschten Bereichen, aber in kommunikationsräumlicher Perspektive ist die Problematik bislang kaum untersucht worden  (vgl. Marotta 2008 und Marotta/Boula de Mareüil 2010). Hier stellen sich mehrere grundsätzliche Fragen:

  • Sind L2-Akzente im Sprachwissen der L1-Sprecher repräsentiert?
  • Sind L1-Sprecher in der Lage L2-Akzente zu erkennen und – wenn ja – welche?
  • Impliziert ein L2-Akzent eine lokale/regionale Färbung durch Akkomodation an die lokal/regional markierten Varietäten/Varianten der L1-Sprecher?

Einen ersten, quantitativ noch nicht hinreichend abgesicherten Eindruck gibt die Magisterarbeit von Julia Matzinger 2015, auf die hier nur ein Schlaglicht geworfen wird. Die wichtigsten Ergebnisse stecken in nuce in den beiden folgenden Tabellen2„Brasilianisch, Marokkanisch, Kolumbianisch“ sind als brasilianisches Portugiesisch, marrokanisches Spanisch, kolumbianisches Spanisch zu verstehen.:

Divergenz von positiver Selbsteinschätzung und Perzeptionsleistung; n=108 (aus: Matzinger 2015, 68)

Divergenz von negativer Selbsteinschätzung und Perzeptionsleistung; n=108 (aus: Matzinger 2015, 70)

Es zeigt sich in den beiden folgenden Tabellen

  1. wie unzuverlässig die mentalen Repräsentationen sind, denn sie weichen vor allem im Fall vermeintlich positiver Erkennfähigkeit oft extrem von der tatsächlichen Perzepionsleistung ab (vor allem im Fall des Deutschen, Britischen Englischen, Französischen und Spanischen);
  2. wie wenig die Repräsentationen und die Perzeptionsleistungen mit der tatsächlichen Präsenz der L2-Sprecher korrelieren:    

Erstaunlich ist, dass L2-Akzente mit hoher Präsenz in Italien, wie beispielsweise Rumänisch (Ausländeranteil 21,2%), Albanisch (Ausländeranteil 10,6%) und Marokkanisch (Ausländeranteil 9,9%) erst in der unteren Hälfte der Tabelle mit 26%, 24% und 10% auftauchen. Anzunehmen wäre, dass die Probanden genau von diesen L2-Akzenten mentale Repräsentationen besitzen, weil sie häufiger mit ihnen in Kontakt kommen als mit anderen L2-Akzenten. (aus: Matzinger 2015, 66 f.)

2.5. Perzeption von (Regional)Standard und Dialekt im Kontrast

In zweisprachigen bzw. dialektal geprägten Gebieten sind konfrontative Perzeptionstests, die gleichzeitig den Regionalstandard und den Dialekt erfassen, aufschlussreich. Dafür bieten sich bestimmte Lebensphasen in besonderem Maße an; so ist die Grundschulzeit als kritischer und untersuchungswürdiger Abschnitt einzschätzen, denn hier tritt der (Regional)Standard im Zuge der Alphabetisierung  mit Autorität ins Leben der Kinder. Übrigens ist durchaus erstaunlich, wie stark der Bereich der Schule durch die italienische Varietätenlinguistik vernachlässigt wurde; Anzeichen für eine Wende lassen sich erst seit einigen Jahren erkennen; einen Wendepunkt markiert insbesondere die wichtige Untersuchung von Giovanni  Ruffino 2006, für die Repräsentationen des Dialekts bei italienischen Grundschülern erhoben und analysiert wurden.

Vor diesem Hintergrund darf man die MA-Arbeit von Alessandra Puglisi 2011 als eine kleine, aber wegweisende Pilotstudie bezeichnen. Ausgangspunkt der Untersuchung, die in Enna (Sizilien) durchgeführt wurde, ist die Überzeugung, dass kindliches Sprachwissen, bzw. varietätenbezogenes Wissen einen tiefen Einblick in die soziolinguistische Situation einer Sprachgemeinschaft vermittelt. Verf. arbeitet mit dem matched guiseVerfahren; dafür hat sie drei verschiedene, sehr kurze Trickfilme hergestellt (vgl. die Transkriptionen 92 ff.), in denen sich jeweils ein Dialekt sprechender und ein Standard sprechender Protoganist unterhalten (im ersten Film handelt es sich um zwei Hunde, in den beiden anderen um zwei junge Frauen bzw. zwei junge Männer). 

Der erste Film wurde Kindern des letzten Kindergartenjahrs, die beiden anderen Schülern der 2. und 5. Grundschulklasse vorgespielt; zur Einschätzung der Personen mussten die Probanden sodann einen sehr kurzen Fragenkatalog beantworten, der teils multiple choice-Fragen mit Beurteilungskategorien enthielt, die in einem Prätest ermittelt wurden (die also von Kindern der entsprechenden Altersstufen selbst geliefert wurde).

Am Test haben 77 Schüler der 2. und 86 Schüler der 5. Klasse teilgenommen; aus unterschiedlichen, vor allem administrativen Gründen konnten die Ergebnisse der Kindergartenuntersuchung nicht im Detail ausgewertet werden; immerhin ist klar geworden, dass auch diese noch nicht alphabetisierten Kinder sehr scharf zwischen beiden Varietäten unterscheiden (und keineswegs auf der Grundlage eines Standard-Dialekt-Kontinuums urteilen; 59 f.).

Die Arbeit geht von vier Hypothesen aus (53), nämlich der Existenz klarer dialektbezogener Repräsentationen bei den Kindern, der Geschlechtsabhängigkeit dieser Repräsentationen sowohl in Blick auf die perzipierten SprecherInnen wie im Blick auf die Rezipienten (d.h. die Probanden), schließlich der mindestens passiven Dialektkompetenz der Kinder. Nicht bestätigt wurde der Einfluss der Variable ‘Geschlecht’ in Bezug auf die perzipierten SprecherInnen.

Es ergibt sich eine vom 2. zum 5. Schuljahr gesteigerte Sensibilisierung für die Varietätenopposition. Im Durchschnitt werden die Dialektsprecher für sympathischer, die Standardsprecher dagegen für gebildeter und auch für jünger gehalten. 

Exemplarisch werden einige Ergebnisse zum Video mit den beiden weiblichen Figuren vorgestellt;

Giulia spricht Standard, Chiara Sizilianisch. Hier ist die (gekürzte) Transkription:

A.1.2 Chiara & Giulia
Giulia: Ciao!
Chiara: Ciao, di quant’avi ca un nni vidimu!
G: Sì! Vero! L’ultima volta mi pare che ci siamo viste a quella festa di
Carnevale. Ti ricordi?
C: Veru iè!N’addivirtimmu assà assà assà! Ma tu di cchi eritu vistuta?
G: Io da… non mi ricordo mai se è Tom o Jerry il gatto.
C: Ah veru, m’u ricurdu! Mi pari ca si chiamassi Tom. I’ macà mi cunfunnu
sempri.
G: Stavo morendo di caldo con quel vestito! Alla fine me lo sono dovuta pure
togliere! E tu eri vestita da Minnie, vero?
C: A certu! Però a vistina un m’avìa accattatu m’a fici c’un paru di pezzi ca
avìa intra.
G: Ah sì? E come?
C: Ma a gonna e i bretelli i truvavu ‘n cantina. A gonna era rrossa cu i
pallini bianchi beddra gata, larga di sutta cu i bretelli rrussi. Pu’ mi misi
un dolcevita nero e un paru di carzetti nighiri.
G: Perfetto! E le orecchie si trovano alla fiera, no?
C: Si si, o‘u mercato
G: Bella idea! E almeno non hai avuto caldo come me. Ma ti ricordi quello
vestito da torta? Faceva troppo ridere! Ogni volta che si girava faceva
cadere qualcosa!
C: Ahah! Veru! E c’era macari chiddra vistuta di principessa ca si misi a
gridari quannu ci strazzarru a vistina!
93
G: Vero! Quella con quel vestito bianco lungo lungo che sembrava una sposa.
Però alla fine è stata una bella festa. Abbiamo mangiato anche bene.
C: Sisi. C’era midenna a ‘nsalata di purpu, caroti, putrusinu e accia, ca era
bellissima.
G: Vero. E anche la torta al cioccolato era buona.
C: Ma tu ora unni ti nni sta jnnu?
G: A fare un po’ di spesa. Stasera viene gente a casa e devo comprare un paio
di cose. Anzi mi sbrigo prima che i negozi chiudono.
C: Va bbene, allora bona jurnata! M’ha fattu piaciri ‘ca t’aju vistu!
G: Anche a me! Buona giornata anche a te, ciao!

Zunächst die Präferenzen, die eindeutig der Dialektsprecherin gelten und vom 2. zum 5. Schuljahr sogar deutlich zunehmen:

Eindeutige Präferenz der Dialektsprecherin (aus: Puglisi 2011, 106)

Die Dominanz des Italienischen im Unterricht scheint die Wertschätzung des Dialekts nicht zu beeinträchtigen. Das zeigen auch die Kommentare, mit denen die Sympathie begründet wurde.

Weiterhin wurden die Kinder gefragt, welche Beruf beide Figuren ihrer Meinung nach ausüben könnten. Aus den Antworten geht hervor,  dass der Dialekt (jedenfalls im Fall der Frauen) nicht mit sozialer Polarisierung assoziiert zu sein scheint:

Assoziierte Berufe (aus: Puglisi 2011, 112)

Zu Recht weist Alessandra Puglisi jedoch darauf hin, dass die verbreitete Wahrnehmung des Sizilianischen als ‘komisch’ durchaus ambivalent zu beurteilen ist:

Sembra che si possa definire come una sorta di seconda fase del pregiudizio antidialettale. […] non si ha più bisogno di attaccare la varietà dialettale poiché è chiaro che la ‘battaglia’ per il predomino linguistico sia stata vinta dalla varietà standard. Ecco che allora si guarda ai parlanti dialettofoni quasi con superiorità definendo buffo, strano e divertente il loro modo di parlare. (aus: Puglisi 2011, 83)

2.6. Sprach- und Dialektgrenzen

Eine klassische Forschungsfrage der Dialektologie zielt auf die Identifikation möglicher Sprach- und Dialektgrenzen. Während diese Problematik im Fall von offensichtlichen Abstandsprachen, wie etwa Deutsch, Rumänisch und Ungarisch im rumänischen Siebenbürgen, keinerlei Probleme bereitet, entpuppt sie sich in dialektalen Kontinua als äußerst schwierig, Jedenfalls ist es unmöglich, aus reinen Produktionsdaten, d.h. aus der arealen Verbreitung sprachlicher Merkmale auf der Grundlage von Isoglossen (vgl. zu diesem Begriff Krefeld 2018e), Grenzen abzuleiten, denn die zahlreichen in Frage kommenden sprachlichen Merkmale werden durch die Sprecher aus diversen und nicht sehr klaren Gründen in sehr unterschiedlicher Weise gewichtet; es handelt sich – mit anderen Worten – um ein prototypisches Perzeptionsexeperiment.  Sebastian (Postlep 2010) hat dieser Frage am Beispiel der spanischen Pyrenäen eine theoretisch und auch methodisch grundlegende Arbeit gewidmet; die Untersuchung hat zentrale Intentionen der perzeptiven Geolinguistik in vorbildlicher Weise operationalisiert, insbesondere die Vorgehensweise bei der Datenerhebung, die Entwicklung des Audio-Tests und die geolinguistische Interpretation in Verbindung mit sehr prägnanten quantitativen Visualisierungen. Bemerkenswert ist vor allem die Tatsache, dass die gegenseitige Perzeption von Dialekten keineswegs immer zu symmetrischen Ergebnissen führt: Während sich die untersuchte Zone von Westen, also aus der Sicht von aragonesischen Sprechern als Kontinuum darstellt, ergibt sich aus östlicher, d.h. katalanischer Perspektive eine Grenze zu Dialekten, die nicht mehr als katalanisch wahrgenommen werden. 

Ein anderer Ausschnitt des romanischen Dialektkontinuums, dessen Einteilung in der (produktionsbasierten) Forschung sehr umstritten ist, nämlich die ladinisch-italienischen Dolomiten, wurde neuerdings durch Beatrice Colcuc 2019 zum Gegenstand einer perzeptiven Studie auf der Basis von Audiodaten gemacht. Auch aus dieser Arbeit ergibt sich eine perzeptive Asymmetrie, denn die Ladiner der Provinz Bozen perzipieren in Richtung Süden ein Kontinuum, das die traditionelle ‘Sprach’grenze nicht abbildet; aus Sicht der tarditionell nicht als Ladiner klassifizierten Sprecher des Agordino und Cadore ergibt sich dagegen eine Grenze, die jedoch gerade durch das ladinische Gebiet führt und die Südtiroler Ladiner der Provinz Bozen vom Rest trennt.    

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